Wenn ein Teller voll Wasser Leben rettet

"Bitte stellen Sie kleine Tränken auf" - so lautet die dringende Bitte von Vogelschutz-Experte Marco Sommerfeld. Die Wasserstellen sollen den gefiederten Freunden in Wedel helfen, die Hitzewelle zu überstehen.

Published26. Juni 2026

AuthorUwe Heitmann

Haussperling_vogelbad_(c) NABU Jan Piecha(1)

Dieser Haussperling fühlt sich wohl im Wasser. Foto: Jan Piecha NABU

Was ist schon ein Teller voll Wasser? Für den einen mag er völlig bedeutungslos sein; für den anderen kann er zum Lebensretter werden. Der „andere“ ist in diesem Fall der Gartenvogel – und der leidet aktuell dramatisch unter der seit Tagen herrschenden Hitzewelle.

Auf die Wichtigkeit von kleinen Tränken für das Überleben der gefiederten Gesellen hat daher jetzt der Naturschutzbund Nabu hingewiesen. „Vögel und Insekten brauchen aktuell dringend Wasserstellen“, sagt auch Marco Sommerfeld. Der Leiter der Vogelstation Wedeler Marsch appelliert an alle Garten- und Balkonbesitzer: „Stellen Sie bitte kleine Tränken für die Vögel auf – ein flacher Teller mit Wasser reicht völlig.“

Pfützen gibt es gar nicht mehr

Bei den aktuellen Temperaturen litten Vögel und Insekten häufig unter Wassermangel, betont Sommerfeld. Die natürlichen Wasserstellen würden immer weniger. Pfützen gebe es gar nicht mehr, und auch die Gräben führten bei anhaltenden Hitzeperioden wenig oder gar kein Wasser. Daher sei es sehr wichtig, den Tieren alternative, saubere Wasserquellen zum Trinken, Baden und Putzen anzubieten – ganz gleich, ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Eine einfache Möglichkeit, Vögel und Insekten dabei zu unterstützen, sei die Aufstellung einer Vogeltränke.
 
Sommerfeld weist darauf hin, dass man Vogeltränken im Gartenhandel kaufen könne. Eine flache Schüssel, ein Blumentopf-Untersetzer oder ein Suppenteller täten es aber auch. Ein Stein im Wasser biete zudem einen guten Sitzplatz und erleichtere den Tieren das Trinken.

Vorsicht bei Katzen

 Eines müsse aber beachtet werden: Vogeltränken, die im Garten eingerichtet werden, erfordern Vorsicht bei Katzen. Die Tränke sollte deshalb nach Sommerfelds Worten erhöht und mit mindestens zwei Meter Abstand zu Büschen oder Verstecken platziert werden. So hätten Vögel freie Sicht auf lauernde Jäger und könnten bei Gefahr rechtzeitig fliehen.
 
Außerdem sollten Naturfreundinnen und -freunde unbedingt auf sauberes Wasser achten, damit sich keine Krankheitserreger und Parasiten vermehren, die die Vögel gefährden. Dazu müsse das Wasser täglich gewechselt und die Vogeltränke (am besten mit heißem Wasser) ausgespült werden. „Als Alternative können auch zwei Wasserschalen abwechselnd genutzt werden“, so der Leiter der Vogelstation.
 

Dieser Bericht war informativ für Sie und hat Ihnen gefallen? Dann klicken Sie hier und unterstützen Sie Lokaljournalismus für Wedel und Umgebung.

ANZEIGE
ANZEIGE
Teilen Sie den Beitrag