Wedels Bauamt: Geschichte wiederholt sich
Wie vor 50 Jahren das Bauamt schon mal zur Wechselstube wurde.
9. Juli 2026
Jörg Frenzel

Bürgervereinigung 1 Bauamt
Das Titelbild von "Der Wedeler Bürger" aus dem Jahr 1977, als das Bauamt schon mal in einer Führungskrise steckte.
Die Bauamtsleiterin Claudia Broekhuis hat gekündigt und orientiert sich dem Vernehmen nach gen Hamburg. Die Stelle ist vakant und ausgeschrieben. Wer „Fachbereichsleitung Bereich Bauen und Umwelt (w/m/d)“ werden möchte, kann sich bis 9. August bewerben. Ihn oder sie erwartet viel Arbeit und eine Dotierung zwischen 5500 Euro und 7900 Euro brutto monatlich. Wie Wedel-Klartext hörte, beklagt der eine oder die andere aus Verwaltung und Politik den häufigen Wechsel an der Spitze von Wedels Baubehörde. Denn schließlich hatte erst 2023 die damalige Bauamtsleiterin Gisela Sinz mit einer Abfindung aus Steuermitteln ihren Vertrag aufheben lassen. Ist jetzt Grund zur Unruhe? „Alles schon mal da gewesen“, erinnern sich ältere Semester.
„Wedel ohne Bauamtsleiter“
„Der Wedeler Bürger“, einst das „Veröffentlichungsorgan der Bürgervereinigung Wedel e.V.“, berichtete im Oktobober 1977 über eine ähnliche Situation. Unter der Überschrift „Wedel ohne Bauamtsleiter“ beklagte das Blatt: „Im letzten Jahrzehnt hat das Bauamt seinen Leiter schon dreimal wechseln müssen, und der vierte steht vielleicht vor der Tür“.
Von „verblichenen Traumbildern“ ist da die Rede, das Blatt scholt den Städtebauplaner Güldner als „Weltbeglücker“, dessen Pläne nie zu verwirklichen wäre. Auch mit dessen Nachfolger Antonis Blancke, ging das Organ – immerhin keine „richtige“ Zeitung wie das Tageblatt, sondern Postille eines Vereins, der eine breite Bürgerschaft repräsentierte – nicht zimperlich um. Dabei erwies es sich als nahezu prophetisch: „Er wollte seinem Wunschdenken folgend die Bahnhofstraße zur Füßgängerstraße machen. Dies ist nicht gelungen und wird in naher Zukunft nicht gelingen.“ Auch in ferner nicht. Die Analyse ist mittlerweile fast 50 Jahre alt – und in der Bahnhofstraße fahren immer noch Autos.
„Unsere Stadt wird mit den Protestlern leben müssen“
Der „Wedeler Bürger“ schob „Bürgerinitiativen“ die Verantwortung zu, „Gedanken, Pläne und Zukunftserwartungen zu vernichten“. Die nüchterne Einschätzung: „Unsere Stadt wird in Zukunft mit den Protestlern leben müssen. Wahrscheinlich wird so manches Flickwerk entstehen. Großzügigkeit, Großräumigkeit, zukunftsweisende Aspekte für eine moderne Stadt, die nicht schläft, sondern vom Leben durchpulst wird, werden wir wohl kaum erwarten können.“
Auch damals war eine Nachfolge der gegangenen Bauamtsleitung ungewiss. „Wer wird dieses schwere Amt als Nachfolger von Blancke übernehmen?“ Rund 50 Jahre hinterher ist man immer schlauer, deshalb weiß Wedel-Klartext die Antwort. Es war Diethart Kahlert, der 1978 die Leitung des städtischen Bauamtes antrat. 1992 stieg er zum Ersten Stadtrat auf. Und 1999 wurde er zum Bürgermeister gewählt.
Und auch 1977 schon wurde Gemeinsinn angemahnt: „Alle Bürger können mithelfen, denn nicht ein einzelner, sondern die Bürger bauen ihre Stadt.“.

Auch 1977 gab es einmal eine Führungskrise im Wedeler Bauamt. „Der Wedeler Bürger“ berichtee berichtete







