Wedel schließt Lücke im sozialen Netz

Stadt finanziert erste Anlaufstelle für Menschen in Not weiter

Published10. August 2026

AuthorMichael Rahn

Vier Frauen blickn lächelnd mal in die Kamera, mal zueinander.

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Fröhlicher Start in eine (lebens)wichtige Aufgabe: Dana Bogner (Leiterin der allgemeinen Sozialberatung, v. l.) mit ihren Kolleginnen Ayda Bayary, Mechtild Kuiter und Kerstin Malenke. Foto: Rahn

Der Vermieter droht mit Kündigung. Die Familie kann die Miete nicht mehr bezahlen. Der Arbeitgeber plant, Stellen abzubauen. Die persönliche Situation wächst zu einer Krise. Wer in diese oder eine andere Notlage in Wedel kommt, der fand sich jahrzehntelang im sozialen Netz aufgefangen. Doch im vorigen Jahr fiel eine große Organisation selbst wegen drohender Insolvenz aus: der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt und dabei vor allem seine Sozialberatungsstelle. Jetzt ist diese Lücke wieder geschlossen, und ein neues Team mit frischen Kräften gestützt von zwei erfahrenen Sozialarbeiterinnen steht mit Rat und Tat allen zur Seite, die in eine Krise geraten.

„Die Stadtverwaltung freut sich auf die Zusammenarbeit und darauf, dass das bewährte Beratungsangebot zeitnah wieder in vollem Umfang zur Verfügung stehen wird“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Wedel. Am Freitag weihte das vierköpfige Team mit langjährigen Weggefährtinnen die neuen Räume in der Mühlenstraße 7 ein. Geleitet wird die Beratungsstelle von Dana Bogner, jahrelanger Kopf der Schuldnerberatung im Kreis Pinneberg.

Dana Bogner: „Wir sind die erste Anlaufstelle für Menschen, die soziale Probleme haben“

„Wir sind die erste Anlaufstelle für alle Menschen, die soziale Probleme haben“, beschreibt Dana Bogner die Aufgabe ihres Teams. Ihr zur Seite stehen als Teilzeitkräfte zwei ebenfalls bewährte Sozialpädagoginnen, die aus dem Ruhestand wieder aktiv werden: Mechtild Kuiter und Kerstin Malenke. Die eine war lange Zeit das Gesicht der Schuldnerberatung in Wedel, die andere hatte 1984 mit Sabine Pabst-Eisenhauer die Sozialberatungsstelle für Wohnungslose damaks noch im alten Wedeler Rathaus aufgebaut.

Jüngste im Team ist Ayda Bayary. Sie ist Erzieherin und Sozialpädagogin (Bachelor im Sozialbereich) und lebt seit sechs Jahren in Wedel. Sie bringt unter andderem Erfahrungen aus den Aufgaben für Migration und Integration mit. Auf ihre neue Aufgabe freut sie sich sehr.

Stadt Wedel finanziert soziale Beratung trotz finanzieller Schwierigkeiten

„Ihren Bürgerinnen und Bürgern auch in schwierigen Lebenssituationen eine Anlaufstelle bieten zu können, hat für die Stadt Wedel oberste Priorität“, heißt es offiziell aus dem Rathaus. Denn die Stadt muss dieses Angebot finanzieren, keine leichte Aufgabe in finanziell schwierigen Zeiten. Damit führt die Stadt Wedel die in den 80er-Jahren vom damaligen Bürgermeister Jörg Balack (SPD) angestoßene Sozialplanung weiter fort.

Als Träger entschieden sich die Verantwortlichen im Rathaus wie bei der Übergabe der vier Kindertagesstätten für den Landesverband der Arbeiterwohlfahrt. „Die Beratungsstelle wird eng mit den sozialen Einrichtungen in Wedel zusammenarbeiten und versteht sich als zentrale Anlaufstelle, die Orientierung gibt und gemeinsam mit den Ratsuchenden passende Lösungen entwickelt“, schreibt Kristina Steigüber, Pressesprecherin der Landes-AWO.

Offene Sprechstunden in der Mühlenstraße 7 montags bis mittwochs von 9 bis 12 Uhr

„Wir sind ein wichtiger Knotenpunkt im Gesamtnetz“, erläutert Sozialarbeiterin Kerstin Malenke das Prinzip. Entweder können sie und ihre Kolleginnen selbst helfen, oder sie wissen, an welcher Stelle im sozialen Netz der Ratsuchende am besten aufgehoben ist.

Offene Sprechstunde in den Räumen an der Mühlenstraße 7 ist jeweils montags bis mittwochs von 9 bis 12 Uhr. Das Telefon im Büro, 04103/7029203, ist außerdem auch donnerstags, und freitags in dieser Zeit sowie montags von 15 bis 18 Uhr besetzt. So oder per E-Mail unter sozialberatung-wedel@awo-sh.de können Termine miteinander vereinbart werden. Weitere Informationen finden Ratsuchende auf der Homepage.

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