Warntag in Wedel: 1000 Schüler wissen jetzt, was sie im Ernstfall tun können
Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt sensibilisierten Schüler des Johann-Rist-Gymnasiums für den Katastrophenschutz
11. September 2026
Michael Rahn

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Feuerwehr (im Vordergrund) und Polizei informierten die Gymnasiasten, was im Katastrophenfall zu tun ist.
Schon bevor in Wedel gestern die Sirenen heulten, haben sich die rund 1000 Schüler des Johann-Rist-Gymnasiums mit dem Thema Katastrophenschutz beschäftigt. Studiendirektor Dirk Cholewa hatte nach einem Aufruf des Bildungsministeriums die Initiative ergriffen – als einzige Schule in der Stadt mit so einem großen Programm. Aktive der Freiwilligen Feuerwehr, Polizeibeamte und Mitarbeiter des Ordnungsamtes sorgten für die fachkundige Begleitung des Aktionstages.
„Wir sensibilisieren unsere Schülerinnen und Schüler für Notlagen“, erläutert Schulleiter Dr. Bertram Rohde. Gleichzeitig sollen sie befähigt werden, angemessen zu reagieren. Zudem klärten die Verantwortlichen alle Kinder und Jugendlichen darüber auf, dass an diesem Tag keine Gefahr bestand. Das sei besonders wichtig für diejenigen, die Krieg schon in einem anderen Land erlebt haben.
„Smartphone laden und Nachrichten hören“
„Was macht Ihr im Ernstfall als Erstes, wenn die Sirenen warnen?“ Das wollte Lara Müller, Abiturientin des Jahrgangs 2022 und heute Mitarbeiterin des für den Bevölkerungsschutz zuständigen Ordnungsamtes der Stadt Wedel, erfahren. „Das Smartphone laden und Nachrichten im Radio hören“, gehörten zu den meistgewählten Antworten.

Schabnam Haidari (Auszubildende, l.) und Lara Müller (Fachdienst Ordnungsamt und Einwohnerwesen) zeigten den Schülerinnen und Schülern, wie sich jeder darauf vorbereiten kann, um im Ernstfall 72 Stunden autark zu überstehen.
Doch was ist wichtig, wenn das Handynetz nicht mehr funktioniert, der Strom über längere Zeit ausfällt? Die ehemalige JRG-Schülerin zeigte gemeinsam mit ihrer Kollegin Schabnam Haidari, wie so ein Notfallpaket aussehen sollte. Ein Radio, das mit kleinen Solarzellen, Batterien und sogar ein Handkurbel betrieben werden kann, gehört ebenso zu dieser Ausstattung, wie lange haltbare Lebensmittel. Sie selbst verfüge über einen Gasgrill, um auch ohne Strom aus dem Netz etwas kochen zu können.
Schüler besichtigen Bunker des ehemaligen Hilfskrankenhauses
Je nach Alter hatten Studiendirektor Dirk Cholewa und seine Mitstreiter die Infostationen für die Schüler ausgewählt. So sahen sich die Fünftklässler im Forum einen Film über die Auswirkungen der schweren Sturmflut vor 50 Jahren an Elbe und Nordsee an. Anschließend bearbeiteten sie das Thema in den Klassen mit ihren Lehrerinnen. Die Sechstklässler freiwillig und alle Siebtklässler durften sich zudem die Bunkerräume des ehemaligen Hilfskrankenhauses unter der Schule anschauen.

Studiendirektor Dirk Cholewa hat den Aktionstag für den Bevölkerungsschutz am Johann-Rist-Gymnasium organisiert. Foto: Rahn
„Dort üben jetzt Bands und sind Lagerräume der Firma Grassau“, erläuterte Dirk Cholewa. „Für einen Einsatz im Krisenfall sind die Räume heute nicht mehr geeignet“, berichtet der Initiator des Aktionstages.
Dank der Aufklärung durch ihre Lehrer und die Akteure von Feuerwehr, Polizei und Stadtverwaltung wussten alle Schüler und Schülerinnen gut Bescheid, als um 11 Uhr die Sirenen in der Stadt und die Warn-Apps der Handys loslegten. Und sicherlich wird jetzt in vielen Familien geprüft, ob im Ernstfall genügend Lebensmittel im Haus vorhanden sind, um zumindest 72 Stunden allein zurechtzukommen und den nächsten Notfall-Infopunkt in Wedel zu finden.







