Stattliche Spende: 10.550 Euro von Rotary für „WeKi“
Ein warmes Mittagessen für alle - Kraftspritze fürs Kinderschutzbund-Projekt
2. Februar 2026
Wolf-Robert Danehl

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Gemeinsam schnippeln, rühren, probieren und genießen: Ehrenamtliche des Kinderschutzbundes kochen im Rahmen des Projektes "WeKi"einmal in der Woche jeden Dienstag mit Kindern an einer Wedeler Schule.
Das ist ja mal ein ordentlicher Happen! Mit einer Spende von 10.550 Euro unterstützt der Rotary Club Wedel das Projekt „WeKi“ des Deutschen Kinderschutzbundes. Damit können Kinder aus einkommensschwachen Familien ein warmes Mittagessen in Schulen und Kitas genießen – ganz selbstverständlich und gemeinsam mit ihren Freunden.
Gemeinschaft und Chancengleichheit
Was für viele selbstverständlich ist, bleibt für andere unerreichbar: ein warmes Mittagessen in der Schule oder Kita. „Viele Familien können zeitweilig oder dauerhaft das warme Mittagessen ihrer Kinder in den Tageseinrichtungen und Schulen nicht bezahlen“, sagt Bonny Redelstorff, Vorstandmitglied des Kinderschutzbundes in Wedel.
Damit Kinder trotzdem nicht hungrig im Unterricht sitzen, haben einige Aktive 2006 das Projekt „WeKi – Wedel für Kinder“ ins Leben gerufen. „Damit die betroffenen Kinder während der Mittagszeit trotzdem eine gesunde und warme Mahlzeit bekommen, unterstützt WeKi die Anträge der Kitas und Schulen unbürokratisch mit finanziellen Zuschüssen“, betont Redelstorff. Die ehemalige Stadtpräsidentin Sabine Lüchau war bis zu ihrem Tod eine der stärksten Fürsprecherinnen und Spendensammlerinnen dieses Projektes – denn Geld war immer knapp. Aktuell kostet eine warme Mahlzeit für ein Kind rund 150 Euro für ein halbes Jahr – eine Summe, die für viele Haushalte zur Belastung wird.

Bonny Redelstorff (links) und Claudia Rath (rechts) vom Kinderschutzbund Wedel freuen sich über die großzügige Spende des Rotary Clubs Wedel, für den Clubpräsidentin Marion Franz symbolisch den großen Scheck übergibt.
Einfache Hilfe, die wirkt
Das Prinzip von WeKi ist so schlicht wie wirkungsvoll: Die Unterstützung läuft ausschließlich über die Einrichtungen, die Kinder selbst bleiben anonym. Nur Schulen und Kitas wissen, welche Familien Hilfe erhalten – so wird vermieden, dass Kinder stigmatisiert oder ausgegrenzt werden.
Von den Spenden werden nicht nur Mittagessen in Schulen und Kitas bezahlt, sondern auch Apfelkisten für die Klassen sowie wöchentliche Kochkurse an der Moorweg- und Altstadtschule. Dieses Angebot gilt für alle Kinder und wird aktuell 16 Kinder finanziert. Eingekauft wird frisch, gemeinsam wird geschnippelt, gerührt und gebrutzelt – und ganz nebenbei gibt es eine kleine Lebensmittelkunde zu gesunder Ernährung, Rohwaren und zum sicheren Umgang mit Küchentechnik.
Die Nachfrage ist groß: Mittlerweile gibt es eine lange Warteliste von Kindern, die ebenfalls an den Kursen teilnehmen möchten.
Ehrenamt mit viel Herz
Jeden Dienstag wird WeKi in der Schulküche lebendig: Insgesamt zwölf Ehrenamtliche – elf Frauen und ein Mann – betreuen die Kochangebote, kaufen Lebensmittel ein und bereiten alles gemeinsam mit den Kindern zu. Jeweils zwei Ehrenamtliche begleiten das Projekt regelmäßig und sorgen für Kontinuität und Vertrauen.
Was klein begann, ist längst eine feste Größe im Wedeler Sozialleben: Als WeKi startete, gab es zunächst nur wenige Anträge für warme Mahlzeiten, acht insgesamt. Heute werden jedes Jahr 374 Kinder (748 Anträge pro Jahr) unterstützt. Rund 60.000 Euro benötigt der Kinderschutzbund pro Jahr, um Mittagessen, Obst und zusätzliche Angebote zu finanzieren.
Schwierig bleiben jedoch die Rahmenbedingungen: Bürokratische Hürden, komplexe Formulare und Sprachbarrieren gerade bei Familien mit Migrationsgeschichte erschweren den Zugang. Die wenigen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vor Ort sind stark belastet – umso wichtiger ist ein niedrigschwelliges Angebot wie WeKi.
Die Frauen hinter der Idee
Entstanden ist WeKi aus dem Engagement vornehmlich dreier Frauen, die vor 20 Jahren einen Missstand nicht länger hinnehmen wollten. Neben der Lokalpolitikerin Sabine Lüchau legten Andrea Rump, damals Leiterin der AWO-Kita „Hanna Lucas“, und Sibylle Leuner, die damalige Schulleiterin der Albert-Schweitzer-Schule, den Grundstein für das Projekt. Ihr gemeinsames Ziel: Kein Kind in Wedel soll wegen Geldmangels auf eine warme Mahlzeit verzichten müssen.
Heute führen Bonny Redelstorff und ihr Team diese Idee fort. Die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, die sich seit Jahrzehnten für Kinderrechte engagiert, gilt in Wedel als „Anwältin der Kinder“. WeKi ist für sie und die anderen Ehrenamtlerinnen des Kinderschutzbundes längst zu einer Herzenssache geworden – und für viele Familien ein stiller Rettungsanker im Alltag.

Der Tombola-Losverkauf in der Kälte hat sich gelohnt: Das Rotary-Team brachte eine stattliche Summe beim Weihnachtsmarkt zusammen.
Rotarier machen sich stark für Kinder
Nun hat sich der Rotary Club Wedel besonders ins Zeug gelegt. Der komplette Erlös der traditionellen Weihnachtstombola am Roland geht an „WeKi – Wedel für Kinder“ des Kinderschutzbund-Ortsverbands Wedel e.V. Insgesamt kamen 10.550 Euro zusammen – ein wichtiger Baustein zur Finanzierung der Angebote.
Als Hauptpreise lockten an beiden Tagen Rundflüge über Hamburg, hochwertige Fahrräder und riesige Stofftiere, die allesamt von Unternehmen und Privatleuten gespendet wurden. Zusätzlich sorgten selbst gebackene Waffeln und die beliebten Mini-Weihnachtsbäume für lange Schlangen am Stand; 6.000 Lose konnten die Rotarier verkaufen, sieben Lose kosteten zehn Euro.
„Uns war wichtig, ein wirklich niederschwelliges Angebot zu unterstützen“, sagt Rotary-Präsidentin Marion Franz. „Kein Kind in Wedel soll hungrig am Tisch sitzen oder beim Mittagessen außen vor bleiben. WeKi sorgt dafür, dass alle Kinder am gemeinsamen Essen teilnehmen können.“
Zusammenarbeit mit Herz und Verstand
Was WeKi in Wedel leistet, zeigt, wie viel möglich ist, wenn Ehrenamt, Wohlfahrtsverbände, Schulen, Kitas und Serviceclubs an einem Strang ziehen. Gerade in Zeiten leerer kommunaler Kassen und wachsender Bürokratie hilft das Engagement des Rotary Clubs dabei, die Angebote des Kinderschutzbundes abzusichern und weiterzuführen.
Hier entsteht eine Zusammenarbeit mit Herz und Verstand, die weit über den vollen Teller hinausreicht: Kinder erleben Gemeinschaft statt Ausgrenzung, lernen den Wert gesunder Ernährung kennen und erhalten bessere Chancen für ihre Entwicklung. Damit schafft WeKi etwas, das sich nicht in Zahlen messen lässt – eine Stadt, in der alle Kinder die gleichen Chancen haben sollen. (Wolf-Robert Danehl)







