Planungsausschuss statt Bürgermeister-Büro
"Silber-Platzierter" der Bürgermeisterwahl Timo Steyer arbeitet nun ehrenamtlich als bürgerliches Mitglied in städtischem Gremium.
4. August 2026
Jörg Frenzel

Steyer Timo Foto_Frenzel
Er möchte helfen, dass sich in Wedel politisch etwas bewegt - Timo Steyer zieht auf Vorschlag der CDU in den Planungsausschuss ein. Foto: Frenzel
Bei der Stichwahl zu Wedels Bürgermeister-Amt kam Timo Steyer lediglich auf den zweiten Platz. Mit 3901 Stimmen hatte der parteilose Industriekaufmann und zertifizierte Projektmanagement-Fachmann in der Stichwahl einen Anteil von 41 Prozent errungen – und musste sich der jetzigen Amtsinhaberin Julia Fisauli-Aalto (CDU, 5622 Stimmen, 59 Prozent) geschlagen geben. Rund zwei Jahre später ist Timo Steyer nun wieder da. Er zog als bürgerliches Mitglied auf Vorschlag der CDU in den Planungsausschuss.
Warum?
„In einem Gremium ist es am ehesten möglich, der Stadt zu helfen, etwas zu bewegen“, sagte Timo Steyer. Nach zwei Jahren bewussten Abstands von seiner Kandidatur sei jetzt der Zeitpunkt gekommen. Die verlorene Wahl hat er abgehakt: „Die Bürgermeisterwahl ist ein Thema – politisches Engagement ein anderes.“
Schnittmenge mit CDU am größten
Nach der Wahl sei er von mehreren Seiten angesprochen worden, ob er nicht bei der Gestaltung des Gemeinwesens mitmachen wolle. Die Grünen hätten ihn gefragt und die CDU. Er wertet das positiv, weil es zeige, dass er „mit allen gut kann“. Auch für die Grünen habe er viele Sympathien, jedoch sei seine politische Schnittmenge mit der CDU größer.
Er ist kein Parteimitglied und strebt auch keine Mitgliedschaft an, nahm aber an Fraktionssitungen teil. „Es passte – offensichtlich beidseitig“, sagte der 43-Jährige. So ergab sich auch beidseitig eine Win-Win-Situation: Die CDU suchte motivierte Kräfte, um (Arbeits-)lasten auf mehr Schultern verteilen zu können. Denn viele der Kommunalpolitikerinnen und -politiker hatten mehrere Felder parallel zu beackern. Und Timo Steyer ergriff die Chance. Ihm seien mehrere Möglichkeiten angeboten worden – und er entschied sich für den Planungsausschuss.
Wohnungsbau wichtig
In dem Ausschuss, der sich mit Fragen der Stadtentwicklung beschäftigt und mit Themen wie Bauleitplanung befasst ist, sieht er die beste Möglichkeit, die Stadt nachhaltig positiv zu gestalten. Wohnungsbau ist ihm da besonders wichtig.
Mal Hand aufs Herz, gibt es nicht doch noch „alte Rechnungen“ mit der ehemaligen Rivalin Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto? „Nein. Wir verstehen uns. Wir sehen uns auf Veranstaltungen. Ich habe keinen Groll und spüre auch keinen von Seiten der Bürgermeisterin“, so Steyer. Doch das heiße nicht, dass es nicht zu Meinungsverschiedenheiten kommen kann. „Egal, welche Person ein Bürgermeisteramt gewonnen hat – sie muss liefern. Das gilt für die Bürgermeisterin genauso, wie es für mich gegolten hätte.“
Wille zum Kompromiss
Ausdrücklich macht Timo Steyer deutlich, dass politische Arbeit in einer Kommune nicht auf Konfrontation zwischen hauptamtlicher Verwaltung und ehrenamtlichen Politikerinnen und Politikern angelegt sein sollte. Timo Steyer: „Die Gemeindeordnung ist angelegt auf den Willen zum Kompromiss.“ Deshalb wolle er in seiner Funktion mit allen reden, um gute Kompromisse zu finden,







