Noch anderthalb Jahre Autal-Horror

Gutachten bestätigt Absenkung der Straße - lange Sanierungszeit droht.

Published8. Juli 2026

AuthorJörg Frenzel

Straßenschild

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Nichts geht für längere Zeit Richtung Rissener Straße - das Autal kann vom Breiten Weg aus nicht befahren werden.

Schreckensnachricht für Autofahrerinnen und Autofahrer: Das Autal wird voraussichtlich weitere anderthalb Jahre nur in eine Richtung befahrbar sein – und dies auch nur für Fahrzeuge unterhalb eines zulässigen Gewichtes von 3,5 Tonnen. Das dürfte nach Angaben der Stadt Wedel und der Stadtwerke die Konsequenz aus den Absenkungen sein, die im Rahmen von Bauarbeiten eines Dienstleisters des kommunalen Versorgungsunternehmens auftraten. Ein „ungeduldig erwartetes“ Gutachten zu Absenkungen liegt jetzt vor.

Es begann schon mit Problemen

Schwer genervt sind Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, weil die Arbeiten an diesem Nadelöhr zwischen der B431 und der Pinneberger Straße eigentlich schon längst hätten abgeschlossen sein sollen. Die Stadtwerke hatten ein Spezialunternehmen beauftragt, dort Rohre für Stromleitungen und Glasfasern zu verlegen. Doch schon am Anfang steckte der Wurm in dem Projekt, das Wedels Infrastruktur stark verbessern soll. „Das gewählte Horizontalspülbohrverfahren (HDD) ist normalerweise mit einem nur geringen Eingriff in den Straßenkörper verbunden. Die Arbeiten verzögerten sich im Dezember durch einen Defekt an der Bohranlage und im Januar durch den starken Wintereinbruch. Während der regelmäßigen Kontrolle der Baustelle wurden Absackungen im Baugrund festgestellt“, hieß es.

Bohrarbeiten die Ursache

„Laut Gutachten ist die Ursache für die Absackungen in der Ausführung der zuvor durchgeführten Bohrarbeiten zu finden. Das identifizierte Schadensbild lässt umfassende Sanierungsarbeiten erwarten“, teilten die Stadt und die Stadtwerke gemeinsam mit.

Das von einem öffentlich bestellten und vereidigten unabhängigen Sachverständigen erstellte Gutachten führe die Absenkungen auf eine komplexe Wechselwirkung zwischen den lokalen Bodenverhältnissen und kürzlich durchgeführten Eingriffen in den Untergrund zurück. Das Papier enthält darüber hinaus detaillierte Empfehlungen für notwendige Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen.

„Die lange Phase des Stillstands und die damit verbundenen Beschwerden und Nachfragen der Anwohner und Verkehrsteilnehmer werden von den Stadtwerken Wedel und der Stadt Wedel sehr ernst genommen. Das weitere Vorgehen wird nun in enger Abstimmung zwischen den Stadtwerken, deren Tiefbaudienstleister und den zuständigen Behörden der Stadt Wedel geplant“, heißt es in der Presseinformation. Ziel sei  es, „schnellstmöglich einen sicheren und nachhaltigen Zeit- und Maßnahmenplan unter Hinzuziehung eines Fachplanungsbüros zu erstellen“.

Verkehrsbeschränkung aus Sicherheitsgründen

Während aber die Sanierung läuft, gilt das wohl für den Verkehr nur bedingt: „Für die Dauer der Sanierungsmaßnahmen bleibt die bestehende Verkehrseinschränkung aus Sicherheitsgründen bestehen.“

Jörn Peter Maurer, Geschäftsführer der Stadtwerke Wedel, erklärte: „Wir sind froh, nun endlich Klarheit über die Ursachen zu haben.“  Jetzt geht`s ans Werk: „Nun können wir die notwendigen Schritte für die nachhaltige Sanierung planen.“ Ein belastbarer Zeitplan steht so kurz nach der Gutachten-Veröffentlichung aber noch nicht fest.

Bürgermeisterin zeigt Verständnis für verärgerte Verkehrsteilnehmer

Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto zeigt sich auch enttäuscht und fühlt mit allen Stau-Stehern mit: „Wir haben uns alle ein anderes Ergebnis des Gutachtens gewünscht. Ich kann sehr gut verstehen, dass die Aussicht auf weitere anderthalb Jahre mit der Baustelle im Autal viele verärgert. Dennoch geht Sicherheit vor. Wir werden alles tun, um diese Verkehrssituation schnellstmöglich wieder aufzulösen.“

Über mögliche Kosten und deren Träger wurde noch nichts bekannt. Sicher scheint, dass insbesondere auch die Anlieger an der Pinneberger Straße weiterhin gute Nerven haben müssen. Denn weil das Autal Richtung B431 gesperrt ist, quälen sich die Kolonnen während der Hauptverkehrszeit vom nördlichen Ortseingang über Pinneberger Straße und Mühlenstraße Richtung Hamburg.

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