Neujahrsempfang Wedel: Auf geht’s 2026

Ehrennadeln und motivierende Worte von Stadtpräsident und Bürgermeisterin

Published26. Januar 2026

AuthorJörg Frenzel

Gut gekleidete Personen nebeneinander mit Blumensträußen.

Ehrennadel 2026

Strahlende Gesichter bei Ehrenden und Geehrten: Stadtpräsident Julian Fresch (von links), Heinz Gläser, Jutta Kross, Michael Rein und Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto

Trotz Finanznot hält Wedel an Traditionen fest: den Neujahrsempfang als Signal, gemeinsam zu handeln, und die Vergabe der Ehrennadeln, um außerordentliches Engagement zu würdigen. Das Interesse war riesengroß, der Ratssaal (über-)voll. Ein Bericht und ein Kommentar.

Sie unterstützt Familien mit großer Empathie: Jutta Kross

Jutta Kross, beruflich jahrelang die kompetente Chefin der DRK-Sozialstation, setzte sich bereits zu ihrer hauptamtlichen Zeit quasi „nach Feierabend“ für Menschen ein, die von schweren Erkrankungen wie Krebs, Schlaganfall oder Diabetes betroffen waren. Sie begleitete sie in Selbsthilfegruppen und unterstützte sie. Mehr noch: Als Hospizbegleiterin stand sie Sterbenden und ihren Angehörigen in deren wohl schwersten Stunden zur Seite. Sie war eine der treibenden Kräfte beim Aufbau des Flüchtlingscafés – bis heute ist sie dort aktiv. Sie erteilt Sprachunterricht und „unterstützt Familien mit großer Empathie und Tatkraft bei der Bewältigung ihres Alltags“ wie es in der Laudatio hieß. Für den Kinderschutzbund kocht sie regelmäßig gemeinsam mit Kindern und „leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Gemeinschaft, zur Bildung und zum sozialen Miteinander“.

Unermüdlicher Einsatz für den Nachwuchs: Heinz Gläser

Das Industriemuseum „Möller Technicon“ wäre ohne Heinz Gläser nicht auf jenem hervorragenden Stand, auf dem es jetzt ist.  Seit 2008 kümmert er sich um  Beschaffung, Sichtung sowie die systematische Erfassung und Ordnung von Ausstellungsobjekten, Dokumenten und Fotografien – bei diesen Aufgaben ist er mit Leidenschaft dabei. „Besonders erwähnenswert ist sein unermüdlicher Einsatz für die Nachwuchsförderung“. In den regelmäßigen Kinder- und Jugendlabor-Seminaren werden seit vielen Jahren Stromkreise gelötet,  Solarboote und Radios und vieles mehr gebaut und so jungen Menschen spielerisch der Zugang zur Welt der Technik eröffnet. „Diese beliebte Institution wäre ohne das außergewöhnliche Engagement von Heinz Gläser nicht denkbar.“

Er führt seit mehr als 20 Jahren die Feuerwehr: Michael Rein

Seit fast einem Vierteljahrhundert steht der Erste Hauptbrandmeister Michael Rein an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Wedel, der er bereits seit 1991 angehört. In der Laudatio der Stadt wird er gewürdigt: „In all diesen Jahren war Michael Rein durch seine motivierende und kameradschaftliche Art ein Vorbild für die Kameradinnen und Kameraden der Wehr. Darüber hinaus war er maßgeblich an der Gründung der Jugendfeuerwehr beteiligt und hat damit einen unglaublich wichtigen Beitrag zur Nachwuchsarbeit geleistet. Sein langjähriger Einsatz und sein Wirken haben die Entwicklung der Wehr nachhaltig geprägt und verdienen höchste Anerkennung und Dank.“

Menschen warten vor Bürgermeisterin und Stadtpräsident.

Der Andrang zum Neujahrsempfang war groß – dementsprechend bildete sich eine Schlange beim Austausch der guten Wünsche mit den Spitzen der Stadt – hier ist Seniorenbeiratsvorsitzende Helga Nikodem dran.

Zuvor hatten Stadtpräsident Julian Fresch und Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto vor den vielen, vielen Gästen, unter ihnen Bundestagsabgeordneter Daniel Kölbl, Landtagsabgeordneter Martin Balasus und Kreispräsident Helmut Ahrens (alle CDU) sowie den Ex-Bürgermeistern Niels Schmidt und Gernot Kaser, die durchaus nicht leichte Lage der Stadt beschrieben, aber auch motiviert und Mut gemacht. Aufgelockert unter anderem von Einlagen des Chors Choriosum („Die Gedanken sind frei“) nannten die Repräsentaten von ehrenamtlicher Lokalpolitik und hauptamtlicher Verwaltung ihre Gedanken zum neuen Jahr.

Chor vor Publikum

Schöne Töne: Der Chor Choriosum präsentierte unter anderem „Übers Meer“ und „Die Gedanken sind frei“.

Stadtpräsident Julian Fresch fasste es unter drei klaren Leitlinien zusammen: „Erstens: Ein Rendezvous mit der Realität. Wir haben ein leeres Portemonnaie und müssen daher den Fokus auf das Machbare legen. Wir müssen unsere begrenzten Mittel dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen für die Stadt haben – in Bildung, in den Erhalt zentraler Infrastruktur und in die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Zweitens: Transparenz und Beteiligung.

Entscheidungen müssen nachvollziehbarer erklärt werden – gerade dann, wenn sie schmerzhaft sind. Das gilt für die Verwaltung gegenüber der Politik und von dieser wiederum gegenüber der Presse und hinein in die Bevölkerung. Beteiligung heißt dabei nicht, dass immer alle Wünsche erfüllt werden oder andere die Entscheidungen treffen können, sondern, dass möglichst viele vorher Gehör finden. Drittens: Zusammenhalt. Eine Stadt ist nur so stark wie das Vertrauen ihrer Menschen ineinander. Ehrenamt, Vereine, Initiativen und Nachbarschaften sind kein „nice to have“, sondern das Fundament unseres Gemeinwesens.“

Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto analysierte: „Es wird Jahre brauchen, bis die Versäumnisse des letzten Jahrzehnts
geheilt sind. Und dazu gehören leider auch schmerzliche Entscheidungen. Und ich kann’s nicht schönreden: Der über viele Jahre aufgebaute Sanierungsstau von 250 Millionen Euro und die gewachsene, massive Verschuldung der letzten zehn Jahren, lasten weiter wie ein nasser, schwerer Mantel auf unseren Schultern. Die finanziellen Engpässe begleiten uns tagtäglich. Aber wir haben die ersten, entscheidenden Schritte in die richtige Richtung gemacht. Trotz aller Widrigkeiten, trotz eines starken Gegenwinds ist es uns gelungen, Erfolge zu erzielen, die Mut machen. Politik und Verwaltung Schulter an Schulter.“

Die Bürgermeisterin benannte das Haushaltssicherungspaket, Bauten an der Albert-Schweitzer-Schule und am Johann-Rist-Gymnasium, die Fahrradzone am Geesthang, den neuen Parkplatz für die Feuerwehr und die Umgestaltung von wedel.de. Und: „Wir haben vier Kitas mit 316 Kindern und 100 Mitarbeitenden gerettet, nachdem ein Kitaträger Insolvenz angemeldet hatte.“ Und sie stattete Dank ab, an den Chor, an das Orga-Team im Rathaus fürs Mitwirken am Empfang, und im Zusammenhang mit der jüngsten Bombenentschärfung an die Verwaltung, das DRK, DLRG, Bauhof, Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungsdienste und Weitere, die in dieser Krise zusammengehalten hatten. „Wir alle gemeinsam haben bewiesen, dass wir in der Lage, sind solche Extreme zu beherrschen.“

Bei Sekt und Gesprächen klang der Neujahrsempfang aus. (Jörg Frenzel)

 

 

 

 

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