Update: Mitarbeiter-Fitness schmälert Fachstelle Wohnen?
Bei der Ratsversammlung am Donnerstag kommt die Einführung von Zuschüssen für Mitarbeiter-Gewinnung durch Sport wieder aufs Tapet.
30. Juni 2026
Jörg Frenzel

Fitnessstudio Muskeltraining Frenzel
Bevor die Stadtverwaltungskräfte bezuschusst ins Fitnesstudio können, muss der Rat entscheiden. Foto: Frenzel
Hinter der Kostenstelle „1-502-02“ im Stellenplan der Stadt Wedel verbirgt sich die „Fachstelle Wohnen“. Sie ist mit 27.683,52 Euro jährlich dotiert. Nach Informationen von Wedel-Klartext hat sie die Aufgaben: Prävention von Obdachlosigkeit sowie die Unterstützung von Menschen in akuten Wohnungsnotlagen. Sie fungiert als zentrale soziale Schnittstelle im Rathaus für alle Belange rund um das Sichern und Erhalten von Wohnraum. Und: Sie könnte nun verkleinert werden . (Update: Eine frühere Version war so zu verstehen, dass die komplette Fachstelle entfallen wird. Das ist soll ganz offensichtlich nicht der Fall sein, sondern lediglich ein Stellenanteil. Wir bitte für die unpräzise Formulierung um Vergebung)
Denn die Verwaltung schlägt die Stellenreduzierung als teilweise Kompensation für zusätzliche Ausgaben für Mitarbeiter-Fitness vor. So sieht es die Beschlussvorlage BV/2026/029-1 für die Ratsversammlung vor, die am kommenden Donnerstag um 19 Uhr beginnt. Der Wegfall der „Fachstelle Wohnen“ allein reicht allerdings nicht aus, da mit Gesamtkosten von jährlich 50.400 Euro gerechnet wird. Das basiert auf der Annahme, dass rund 120 Personen aus dem Rathaus und den Außenstellen das Angebot annehmen, mit 35 Euro pro Monat ihre Fitness-Anstrengungen bezuschussen zu lassen. Der Rest soll weiterhin aus einem nicht geleerten 160.000-Euro-Topf stammen, der 2023 für einen Mobilitätszuschlag der Verwaltungsmitarbeitenden beschlossen worden war, aber nicht ausgeschöpft wurde.
Zweiter Anlauf der Verwaltung für Mitarbeiterbindung
Der Vorschlag für Donnerstag ist der zweite Anlauf von Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto und ihrem Team, die Mitarbeiterbindung und -gewinnung durch die Einführung von Firmenfitness zu stärken. Beim ersten Ansatz sollte das Programm komplett aus dem nicht ausgeschöpften Topf bestritten werden. Wedel-Klartext berichtete. Im Mai war das Thema verschoben worden, weil die CDU sich noch keine abschließende Meinung gebildet hatte. Grundsätzlich positiv hatten Grüne und SPD den Sport-Plänen zur Mitarbeitergewinnung gegenübergestanden – eher negativ FDP und WSI, da diese freiwillige Leistung den maroden städtischen Haushalt weiterhin belastet.
In einem Begleitbeschluss zum Haushalt hatten sich alle Fraktionen darauf geeinigt, dass als Voraussetzung für neue Maßnahmen eventuell dafür notwendige Aufwendungen an anderer Stelle einzusparen sind. Nach der neuen Vorlage ist das offensichtlich zumindest teilweise der Fall.
In der Beschlussvorlage findet das Angebot des Wedeler TSV, dass interessierte Verwaltungskräfte an dessen Fitness-Programm „starkGESUND³“ teilnehmen können, (noch) keine Erwähnung. Es geht erst einmal um die Finanzierung. Und wenn die Politik keine Mittel bewilligt, ist alles Weitere ohnehin hinfällig. Aber selbst wenn der Rat die 35 Euro pro Monat pro Person freigibt, ist nicht sicher, ob der TSV zum Zuge kommt. Denn in der Vorlage heißt es: „Vor der Umsetzung ist jedoch eine Ausschreibung erforderlich.“







