Mit Blaulicht, Werkzeug und Zukunftsplänen

Zum vierten Mal schickten die Wedeler Rotarier Schülerinnen und Schüler auf Entdeckungstour durch die Arbeitswelt. 20 Betriebe und Einrichtungen öffneten ihre Türen, und 73 Jugendliche bekamen spannende Einblicke in rund 40 Berufe.

Published2. März 2026

AuthorWolf-Robert Danehl

Polizeibeamter hält Powerpointvortrag vor Schülern am Jobtourtag in Wedel.

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Polizeiobermeister Ismet Benzer erläutert anschaulich Voraussetzungen für den beruflichen Werdegang als Polizeibeamter für die Jobtour-Schüler. (Fotos: Ponik, Danehl und Rotary)

„Was für ein Gewicht – und damit sind sie im Einsatz?“ staunten einige Schüler, als sie sich im Polizeirevier Wedel die beim Anziehen der Ausstattung für lebensbedrohliche Einsatzlagen – Schutzwesten und Helme – der Beamtinnen und Beamten anlegten. Für viele war der Besuch der Polizei erneut das Highlight der Jobtour.

Zuvor hatten Polizeiobermeister Ismet Benzer und Polizeikommissarin Lara Ponik die Voraussetzungen für den Polizeidienst erläutert und alle Fragen zu Schulabschlüssen, Fitnessanforderungen und Alltagseinsätzen beantwortet. „Größer als 1,60 Meter sollte man sein“, verriet Benzer lächelnd – bevor es in die praktische Erprobung ging. Fasziniert erkundeten die Jugendlichen die Einsatzfahrzeuge und erhielten lebendige Einblicke in den Beruf.

Mit 16 Kleinbussen quer durch Wedel

Auf dem Parkplatz der EBG kontrollierte das Jobtour-Team die Abfahrten der Busse und PKWs.

Auf dem Parkplatz der EBG kontrollierte das Jobtour-Team die Abfahrten der Busse und PKWs.

Die Jobtour startete am Parkplatz der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG). Nach der Anwesenheitskontrolle der 73 Schülerinnen und Schüler der EBG und der Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS) durch die Projektleiter Steffen Schweiger, Gunnar Breum, Camilla Tischer-Woytek und Matthias Janutta ging es los – verteilt auf 16 Kleinbusse und PKWs, die unter anderem von Toyota Rosenbaum, Sternpartner, dem TSV Wedel, MessTechnikNord und einigen Rotariern bereitgestellt wurden. Für Sicherheit sorgte Provinzial-Mitarbeiter Axel Giebler, der die Jugendlichen kostenlos auf Hin- und Rückweg versicherte. Jeweils 45 Minuten dauerte der Besuch in einem Betrieb, bevor das nächste Ziel angesteuert wurde.

Vielfältige Berufe – spannende Begegnungen

Insgesamt 20 Unternehmen und Einrichtungen beteiligten sich an der vierten Jobtour, die ein breites Spektrum an Branchen abdeckte.
Von der Wasseraufbereitung beim Abwasserzweckverband (AZV) Hetlingen über Fensterbau bei Cornelius Korn, Automobiltechnik bei Biesterfeldt und Rosenbaum, bis hin zu Mess- und Regeltechnik bei m-u-t oder mechatronischen Systemen für die Luftfahrt bei Vincorion – die Auswahl war beeindruckend. Auch Traditionsbetriebe wie Lüchau, BW Papersystems, Secumar sowie die Provinzial Versicherung Axel Giebler, die Stadt Wedel, die Stadtsparkasse oder EDEKA Klein gewährten praxisnahe Einblicke in ihre Arbeit.

In vielen Betrieben bekamen die Jugendlichen eine Führung und durften auch selbst mit Hand anlegen.

Optimaler Zeitpunkt für Berufsorientierung

Anders als in den Vorjahren fand die Jobtour diesmal bereits im Februar statt. „Wir wollten den Jugendlichen direkt nach den Halbjahreszeugnissen und vor den Prüfungen zum ESA und MSA eine Orientierung bieten“, erläuterte GHS-Lehrer Gunnar Breum. Damit folgt das Projekt einem klaren Ziel: Jugendlichen rechtzeitig Perspektiven zu eröffnen – noch bevor die entscheidenden Weichen für Ausbildung oder weiterführende Schule gestellt werden.

Lernen fürs Leben – nicht nur für die Schule

Laut Rotary-ClubWedel-Organisationsleiter Olaf Breitkreuz kam der „Ausflug von der Schulbank an die Werkbank“ sehr gut an. Viele Schülerinnen und Schüler hätten erkannt, dass hinter vermeintlich unscheinbaren Berufen spannende Tätigkeiten mit Zukunft stecken.
„Nicht jeder wird Model oder Influencer“, so Breitkreuz, „aber es gibt viele andere Wege, die abwechslungsreich, attraktiv und sicher sind.“

Von der Berufsbörse zur Jobtour

Vor fast 20 Jahren rief der Rotarier Günter Gerland die erste Berufsbörse an der EBG ins Leben. Damals stand das Gespräch zwischen Schülern und Unternehmen noch im Vordergrund. „Damit es nicht nur bei abstrakten Dialogen bleibt, haben wir das Konzept zur modernen ‚Jobtour‘ weiterentwickelt“, erklärt Breitkreuz. Seit vier Jahren steht nun das praktische Erleben im Mittelpunkt – direkt in den Betrieben. Für EBG-Projektleiter Steffen Schweiger ist das ein Gewinn: „Unsere Schüler sehen Technik, Atmosphäre und die Menschen vor Ort – das hinterlässt bleibenden Eindruck.“

Ausblick mit Potenzial

Nach der vierten erfolgreichen Runde zog das Organisationsteam eine positive Bilanz. Schüler, Lehrer und Unternehmen äußerten sich begeistert über den praxisnahen Tag. Dennoch sieht das Team Verbesserungsmöglichkeiten: Mehr Handwerksbetriebe seien wünschenswert – etwa Maurer-, Zimmerer- oder Elektrofirmen. Auch mehr teilnehmende Schüler wären ein Ziel. „Wichtig ist doch, einen Beruf zu finden, der Freude macht“, betont Gunnar Breum. „Wenn jemand durch die Jobtour neue Erkenntnisse gewinnt oder einen passenden Beruf entdeckt, dann hat sich der Tag schon gelohnt.“

Nach der Jobtour ist vor der Jobtour

Bald will das Organisationsteam um Olaf Breitkreuz erneut zusammenkommen, Bilanz ziehen und die nächste Ausgabe vorbereiten. Einig sind sich alle Beteiligten:
Die Wedeler Jobtour ist ein Erfolgsmodell – und ein Gewinn für Schülerinnen und Schüler, Schulen, Betriebe und die ganze Region.

 

 

 

 

 

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