Lokale Medien sind wichtig für unsere Demokratie
5. Mai 2026
Michael Rahn
Heute am 5. Mai ist der „Tag des Lokaljournalismus“. Zum ersten Mal wird er deutschlandweit organisiert. Deutschlands größtes Netzwerk für Lokaljournalismus (Ippen.Media), hatte dafür – unterstützt von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und anderen – im vorigen Jahr die Initiative ergriffen.
Denn Lokaljournalismus ist wichtig für unser demokratisches System, wichtig, um komplexe Themen zu verstehen, wichtig, um Fragen zu klären, wichtig, um Skandale aufzudecken, wichtig, um zu informieren, was in unserem kleinen Kosmos Dorf beziehungsweise Stadt passiert. Studien zeigen, dass auch für viele Menschen lokale Berichte sehr wichtig sind.
Wer jetzt meint, dass Zeitungen deshalb mehr Wert auf regionale statt auf überregionale Ereignisse legen, muss sich oft enttäuscht fühlen. Die Lokalredaktionen werden immer kleiner. Die Zahl der gedruckten Lokalzeitungen ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten in den USA um 40 Prozent geschmolzen, in Deutschland ist dieser Abwärtstrend noch nicht ganz so stark, aber die Prognose ist ähnlich düster.
Was also tun für guten Lokaljournalismus fernab von teurem Zeitungsdruck? Vor vier Monaten haben sich mehrere erfahrene Journalisten und Journalistinnen auf den Weg gemacht, für Wedel und Umgebung ein modernes, kritisches Medium zu etablieren: wedel-klartext.de. Alle, die sich ins Internet trauen, können seitdem verfolgen, was gut läuft, was fehlt – und wir veröffentlichen Meinungen, an denen man sich orientieren oder reiben kann.
Lokaljournalismus ist wichtig! Er ist eine Säule in unserer Demokratie, natürlich nicht die vierte Gewalt im Staate. Denn dazu müsste sie unabhängig sein. Doch in der Regel bestimmen die Verleger die Grenze der Meinungsfreiheit, müssen Geschichten veröffentlicht oder verschwiegen werden, wenn es um Anzeigenkunden geht.
Lokale Medien müssen mit daran arbeiten, Meinungen zu bilden, laute Schreier einzufangen und leise Menschen zu Wort kommen zu lassen. Untersuchungen in den USA und der Schweiz haben ergeben, dass in Orten ohne lokale Medien Facebook-Gruppen und behördliche Pressestellen die Meinung bestimmen. Dort wird die Polarisierung der Gesellschaft stärker. Weniger Menschen engagieren sich in der Kommunalpolitik. Das demokratische Modell bröckelt.
Mit wedel-klartext steuern wir gegen diesen Abwärtstrend. Wir alle brennen für unseren Job, lieben die Gespräche mit Menschen, recherchieren gern, auch wenn am Ende dabei die eine oder andere Geschichte gar nicht mehr so dramatisch erscheint, wie anfangs angenommen. Das alles muss natürlich finanziert werden. Zum einen ganz klassisch durch Anzeigen, die auf unseren Seiten klar ersichtlich sind und nicht plötzlich irgendwo aufploppen. Zum anderen aber auch durch Sie!
Wir wollen, dass jeder alles lesen kann, unabhängig vom Geldbeutel. Wer das gut findet, sollte freiwillig Geld geben. Das geht bei uns ganz einfach per paypal. Zahlen Sie gern für einen Bericht, den Sie für sehr gut gelungen halten. Oder für jeden zehnten Beitrag. Oder einmal im Monat oder einmal pro Jahr. Und schreiben Sie uns, wenn Ihnen etwas auffällt, Sie etwas wissen wollen. Denn ohne Informationen bleibt zu viel im Dunkeln.


