Wedel lebt Vielfalt
Interkulturelle Wochen: Gedenken, Gespräche, Gefühle und ein geschenktes Lächeln
25. September 2026
Michael Rahn

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Tupoka Ogette kommt am 1. Oktober nach Wedel. Sie ist Beraterin und Speakerin im Bereich Rassismuskritik, Bestseller-Autorin und gestaltet einen eigenen Podcast. Foto: Alina Schessler
Seit rund 50 Jahren wird in Deutschland die Interkulturelle Woche veranstaltet. Die Stadt Wedel, die 1990 als erste Kommune in Schleswig-Holstein den Titel „weltoffene Gemeinde“ erhielt, ist zum 19. Mal dabei. Seitdem wächst das Programm in der Rolandstadt und hat längst den Sieben-Tages-Zeitraum gesprengt. In diesem Jahr ging es unter dem bundesweiten Titel „dafür“ Mitte September los. Die letzte Aktion ist für den 2. Oktober geplant.
Vortrag und Gespräch mit Rassismuskritikerin
Zu den Höhepunkten in diesem Jahr zählt neben dem „Bunten Dinner“ vor dem Rathaus eine Veranstaltung mit der Autorin Tupoka Ogette. Die Leser machten ihr Handbuch „exit Racism: Rassismuskritisch denken lernen“ 2020 zu einem Bestseller in der Literaturliste des Nachrichtenmagazins „Spiegel“. Danach erschienen unter anderem „Und jetzt du“ und „Trotzdem zuhause“.
Es ist die Vielzahl an Akteuren, die das Programm in Wedel so spannend macht. Auch für die Veranstaltung mit der Bestseller-Autorin haben sich mit dem Frauenhaus, dem Frauennetzwerk und dem Johann-Rist-Gymnasium drei Akteure zusammengetan. Sie laden zu dem Gespräch mit der Rassismuskritikerin Tupoka Ogette am Donnerstag, 1. Oktober, ins Rist-Forum am Redder ein. Los geht es um 19 Uhr. „Sprechen lernen über Rassismus ist wie ein Muskel, den wir als Gesellschaft trainieren müssen“, sagt die 1980 in Leipzig geborene Autorin.
„Omas gegen rechts“ zeigen Film „Kein Land für Niemand“
Die Organisation „Omas gegen rechts“ organisiert am Abend zuvor eine Filmvorführung. Die Veranstalterinnen zeigen am Mittwoch, 30. September, den Dokumentarbeitrag „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“. Der Eintritt im Stadtteilzentrum „mittendrin“ ist frei. Spenden für die Filmemacher sind willkommen. Los geht es um 19 Uhr.

„Der Film beleuchtet die Folgen der europäischen Abschottungspolitik und setzt sich mit der Frage auseinander, welche Auswirkungen Grenzschließungen und verschärfte Migrationspolitik auf Menschen haben, die Schutz und eine Perspektive suchen“, erläutert Marlies Salchow, Sprecherin der Organisation. Die Dokumentation werfe einen kritischen Blick auf die Rolle Deutschlands und Europas in einer Zeit zunehmender Abschottung.
Im Anschluss an die Vorführung besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Gespräch. Die Organisatorinnen wünschen sich einen „offenen und respektvollen Austausch“ über Migration, Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
„Sonntagsessen am Freitag“ im Arbeitslosenzentrum und Tag der offenen Tür im Jugendzentrum
Für Freitag, 25. September, sind zwei Veranstaltungen geplant: Der Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit lädt gemeinsam mit der Arbeitslosenselbsthilfe zum Essen für alle ins Arbeitslosenzentrum ein. Das ist eine Aktion, die unter dem Titel „Sonntagsessen am Freitag“ jede Woche dort stattfindet. Wer dabei sein will, bringt gern etwas fürs Büfett an diesem Tag mit. Spenden sind ebenfalls erwünscht.
Am Freitagnachmittag öffnet das Kinder- und Jugendzentrum, kurz KiJuz, an der Bekstraße seine Türen. Von 15 bis 19 Uhr heißen Mitarbeiter und ständige Besucher der Begegnungsstätte alle Neugierigen willkommen. Es wird gespielt und geklönt.
Gambia-Nachmittag: „Wir möchten Ihnen ein Lächeln schenken“
„Geschichten aus Gambia – zaubern ein Lächeln“ heißt es am Sonnabend, 26. September, von 16 Uhr an im Stadtteilzentrum „mittendrin“. Lamin Badjie, der in dem afrikanischen Land geboren ist, und Karin Badije-van der Lubbe aus Wedel zeigen Bilder, schenken Tee aus und ermuntern zum Tanzen. „Wir möchten Ihnen ein Lächeln schenken“, schreibt das Paar in seiner Ankündigung.
Mit dem Gedenken an den Überfall der deutschen Wehrmacht auf den niederländischen Ort Putten vor 82 Jahren enden die Interkulturellen Wochen in Wedel. Freitag, 2. Oktober, ist zudem der „Nationale Tag des Flüchtlings“. Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto wird zeitgleich an der Gedenkfeier in Putten teilnehmen. Die Aktion ab 17 Uhr am Gedenkstein in Wedel liegt in den Händen des Arbeitskreises der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit.







