„Ich würde mehr Stimmen für die SPD holen“

Die Wedelerin Claudia Wittburg will für die Sozialdemokraten in den Landtag - und tritt gegen Amtsinhaber Thomas Hölck an.

Published27. April 2026

AuthorUwe Heitmann

Lächelnde Frau

Wittburg claudia

Steht in den Startlöchern für den Weg in den Landtag nach Kiel: Claudia Wittburg

Sie will es wieder wissen. Wie schon 2021 hat die Wedelerin Claudia Wittburg ihre Bewerbung für die Landtagskandidatur der SPD im Wahlkreis Pinneberg-Elbmarschen abgegeben. Und wie damals wird sie parteiintern gegen den langjährigen Abgeordneten Thomas Hölck aus Haseldorf antreten, der sich wieder bewirbt. Vor fünf Jahren unterlag sie dem heute 63-Jährigen auf der Delegiertenversammlung deutlich. Warum es diesmal klappen sollte, begründete sie im Gespräch mit Wedel-Klartext so: „Ich bin überzeugt, dass ich mehr Stimmen für die SPD holen würde als er – vor allem bei jüngeren Wählern.“

Erfahrung mit Kampfkandidaturen hat die 46 Jahre alte Diplom-Medienwirtin auch in Wedel – allerdings blieb der Erfolg jeweils aus. So unterlag sie 2016 bei der Bürgermeisterwahl – als Einzelbewerberin noch vor ihrem Eintritt in die SPD – dem Amtsinhaber Niels Schmidt nur denkbar knapp mit 45,6 Prozent der Stimmen. 2024 (spätere Siegerin Julia Fisauli-Aalto) fehlten ihr dann als Sozialdemokratin gut zwei Prozentpunkte für den Einzug in die Stichwahl.

„Wir brauchen einen Generationenwechsel“

Trotz dieser Erfahrungen gibt sie sich zuversichtlich. Sie habe großen Respekt vor der Arbeit von Thomas Hölck, der seit insgesamt 16 Jahren dem Landtag angehört. Ihm gebühre ausdrücklich Dank für diese Leistung. Gleichwohl sei jetzt der „Moment für einen Neuanfang. Nicht gegen jemanden – sondern für etwas Neues“, sagt sie. Es tue der SPD auch nicht gut, wenn immer wieder dieselben Personen anträten: „Wir brauchen einen Generationenwechsel!“

Gerade die jüngsten Schlappen der Genossen bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hätten sie wütend gemacht, so Wittburg. „Wir werden nicht mehr gesehen, uns wird nicht mehr geglaubt.“ Sie wolle hingegen eine SPD, die „wieder klar spricht, Haltung zeigt und sich nicht wegduckt“. Persönlich wolle sie dazu ihren Beitrag leisten und  verweist auf ihre zahlreichen kommunalpolitischen Erfahrungen. Die ehemalige Ortsvereinsvorsitzende der SPD ist aktuell bürgerliches Mitglied der Ratsfraktion, zweite stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats der Stadtsparkasse Wedel und Beisitzerin im SPD-Kreisvorstand.

Sie ist überzeugt, dass ihre Partei wieder engagierter die „Lebensrealitäten der Menschen“ in den Blick nehmen sollte. Vor allem Themen wie Arbeit, bezahlbares Wohnen, Sicherheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Pflege Älterer müssten von der SPD viel stärker bearbeitet werden, so die vierfache Mutter. „Ich glaube, da auch näher am Puls der Menschen zu sein als Thomas Hölck.“

Wittburg will die SPD „besser verkaufen“

Auch verkaufen müsse sich die SPD in der Region viel besser, meint Wittburg, was sie sich als Marketing-Expertin durchaus zutraue. Zunächst gilt es für sie aber, die eigenen Genossen von sich zu überzeugen. Die Delegiertenversammlung zur Kandidaten-Aufstellung soll Ende Juni stattfinden. Bis dahin will die Wedelerin an der SPD-Basis auch in anderen Ortsvereinen für sich werben.

Wer auch immer am Ende für die SPD ins Rennen gehen wird, dürfte es trotzdem nicht leicht haben, das Direktmandat zu holen. 2022 hatte CDU-Kandidat Martin Balasus mit deutlichem Vorsprung gegen Hölck gesiegt, der schließlich über die Landesliste ins Parlament einzog. Balasus tritt derweil wieder an – er wurde Mitte April mit fast 99 Prozent Zustimmung von den CDU-Delegierten erneut aufgestellt.





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