Herausforderungen: Sozialer Wohnungs­bau und Haushalts­konsolidierung

Die Schwerpunkte von den Fraktionen Die Linke und CDU für 2026

Published9. Januar 2026

AuthorJörg Frenzel

Zwei Porträts von Männern, links in Hemd und Jackett, rechts mit Daunenjacke

luechaumurphy

Jan Lüchau (CDU) und Delef Murphy (Die Linke) berichten, welche Schwerpunkte Wedel in 2026 setzen sollte. Fotos: Oliver Vonberg/Horst Warncke

Die Lage der Stadt Wedel war schon mal besser. Zwar schafften es Verwaltung und Politik laut Mitteilungsvorlage MV/2025/104 für den Haushaltsausschuss das Defizit im Etat von ursprünglich rund 13,8 Millionen Euro auf etwa 6,8 Millionen Euro zu senken – insbesondere dank zusätzlicher Gewerbesteuern in Millionenhöhe.

Auch für 2026 ist die Situation nicht rosig. Die Stadt rechnet mit rund 13 Millionen Euro minus – trotz einer Erhöhung der Grundsteuer für Wohngrundstücke von 519 Prozent- auf 630 Prozentpunkte. Mehr noch: Weiterhin ist Wohnraum – insbesondere günstiger – knapp, viele Gewerbegrundstücke im Businesspark sind immer noch frei, die wirtschaftliche Nutzung des Schulauer Hafens ist ungewiss, die Infrastruktur wie beispielsweise auch Sportplätze und -hallen stark verbesserungsfähig.

Wedel-klartext fragte alle Fraktionen nach den für sie wichtigsten Themen:

Die „strukturelle Haushaltskonsolidierung“ sieht Jan Lüchau, Fraktionschef der CDU im Rat als größte Herausforderung. Jan Lüchau: „Die Stadt gibt seit Jahren mehr aus, als sie einnimmt.“ Der notwendige Kurswechsel sei politisch bekannt, aber bislang nicht umgesetzt worden. Sein Ansatz: „Klare Prioritätensetzung, echte Aufgabenkritik und strukturelle Konsolidierungsmaßnahmen statt Verdrängung des Problems oder einseitiger Lösungen über Steuererhöhungen.“

Detlef Murphy gehört zur Gruppe von Die Linke im Rat. Als größte Herausforderung für 2026 sieht er den sozialen Wohnungsbau. Er begründet: „Wedel ist ein teures Pflaster. Mangel an bezahlbaren Wohnungen verschärft die Situation. Leider versuchen Investoren immer wieder, sich auf mehr oder weniger einfallsreiche Weise vor den vorgeschriebenen 30 Prozent zu drücken.“ Mit den „30 Prozent“ ist die vom Rat geschlossene Vorschrift für Immobilien-Investoren gemeint, dass ein knappes Drittel der von ihnen errichteten Wohnungen sozial verträgliche Mieten aufweisen muss. Sein Lösungsweg: Keine Ausnahmen bei der 30-Prozent-Regel zulassen. Und er strebt an, das große Neubauprojekt Wedel-Nord wieder in Angriff zu nehmen, bei dem mehr als 500 neue Wohnungen entstehen könnten.

Selbstverständlich fragte wedel-klartext auch die übrigen Fraktionen Grüne, SPD, WSI und FDP nach ihren Vorstellungen. Aber sie lehnten eine Stellungnahme ab (WSI und FDP) oder reagierten auch auf mehrfache Anfrage überhaupt nicht. (Jörg Frenzel)

 

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