Gemeinsam gegen die Gänse-Plage
Wedeler Schäferin Manuela Körner schilderte dem CDU-Bundestagsabgeordneter Daniel Kölbl und Landwirtschaftsstaatssekretär Otto Carstens ihre Nöte.
3. Juni 2026
Jörg Frenzel

Manuela Körner Fährmannssand (1)(1)
Ihre Lämmer haben es nicht einfach. Manuela Körner wies auf das Problem zu großer Nonnengans-Bestände hin, die den Schafen das frische Grün wegfressen.
Nonnengänse mag die Wedeler Schäferin Manuela Körner so ganz und gar nicht gern. Denn große Schwärme der geschützten Vogelart Branta leucopsis setzen ihren Wiesen zu. Sie fressen das frische Grün und koten die Flächen voll – für die Schafe wird das Futter knapp. Jetzt bekam sie auf ihrem Betrieb Fährmannssand Besuch vom Bundestagsabgeordneten Daniel Kölbl (CDU) und dem schleswig-holsteinische Staatssekretär Otto Carstens, die sich über die Auswirkungen der zunehmenden Wildgansbestände informierten und mögliche Lösungsansätze diskutierten.
Staatssekretär Otto Carstens berichtete, dass die Landesregierung das Problem der Fraßschäden erkannt habe. Deshalb habe das Land die zur Verfügung stehende Entschädigungssumme in der „Wildgänserichtlinie“ im Jahr 2026 von 350.000 Euro auf 1,2 Millionen Euro pro Jahr erhöht, um die leidenden landwirtschaftlichen Betriebe besser unterstützen zu können. Außerdem sei es nun erheblich einfacher, Eier aus den Gelegen zu entnehmen, was die Zahl der Küken verringert.
Nonnengans ist nach europäischem Recht geschützt

Thema „Nonnengans“: Der Bundestagsabgeordnete Daniel Kölbl (von links) und der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsstaatssekretär Otto Carstens stehen an der Seite von Schäferin Manuela Körner und ihren Kolleginnen und Kollegen im ganzen Land.
Der Staatssekretär wies darauf hin: Die Nonnengans ist nach europäischem Recht geschützt und daher derzeit grundsätzlich nicht regulär bejagbar. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bestände setze sich das Landwirtschaftsministerium auf europäischer Ebene für eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen ein. Ziel sei die Aufnahme der Nonnengans in „Anhang II der EU-Vogelschutzrichtlinie“, um den Mitgliedsstaaten zusätzliche Möglichkeiten für ein wirksames Bestandsmanagement zu eröffnen.
Dabei gehe das Land gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Daniel Kölbl vor. Er war kürzlich bei der EU-Kommission in Brüssel zu Gast und sprach dort auch über Fragen des Artenschutzes. Kölbl: „Es mag ja einmal richtig gewesen sein, dass die Nonnengans besonders geschützt werden musste. Heute sehen wir jedoch vielerorts, wie in der Elbmarsch, deutlich angewachsene Bestände. Also muss die Nonnengans ins Jagdrecht aufgenommen werden.“
Abgeordneter: Landwirten muss mehr geholfen werden
Denn Schäferinnen und Schäfer leisteten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Küsten- und Deichschutz. Die Schafe trampeln beim Beweiden der Deiche deren Oberfläche fest und stören allein durch ihre Anwesenheit Deichschädlinge wie Wühlmäuse und Maulwürfe. Je kürzer das Gras auf dem Deich ist, desto besser. Auch in anderen Teilen Schleswig-Holsteins, beispielsweise in Dithmarschen, sorgen (zu) große Gänseschwärme für Schwierigkeiten beim Deichschutz.

Beeindruckend schön für Naturfreunde, für Landwirte manches Mal schwer zu ertragen: Nonnengänse rasten und fressen auf einer Weide in den Elbmarschen nahe Wedel. Foto: Rahn/Kommunikateam
Daniel Kölbl und Otto Carstens waren sich einig, dass die Anliegen der betroffenen Betriebe auch weiterhin und verstärkt auf europäischer Ebene eingebracht werden müssen. Carstens: „Der Besuch von Daniel Kölbl als Bundestagsabgeordneter in Brüssel war genau richtig, um Unterstützer zu gewinnen.“ Otto Carstens, auch Europastaatssekretär des nördlichsten Bundeslandes, gewann jüngst die Unterstützung durch eine niederländischen Staatssekretärskollegin, die ganz begeistert von dem Gänse-Vorstoß Schleswig-Holsteins war: „Die Nonnengans muss regulär bejagt werden dürfen – und gemeinsam bringen wir die EU dazu, endlich zu handeln.“







