Fliegerbomben-Alarm an der Industriestraße

Sonntag wird US-Sprengkörper entschärft – Tausende Bürger müssen das Gebiet verlassen

Published8. Januar 2026

AuthorJörg Frenzel

mobil-bombardierung004

Wie eine Mondlandschaft – ein Luftbild von dem Gelände der Ölfabrik nach dem Angriff.

Es ist wohl noch das brisante Erbe des großen Luftangriffs der US-Bomber auf die Wedeler Ölfabrik im Jahr 1944. Bei der Überprüfung einer Kampfmittelverdachtsfläche im Industriegebiet wurde am Mittwoch eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, teilte die Stadtverwaltung mit. Der gefährliche Sprengsatz soll Sonntag, 11. Januar, entschärft werden. Die Anwohner in einem Umkreis von 1000 Metern um den Fundort müssen bis 11 Uhr ihr Zuhause verlassen und bis zur erfolgten Entschärfung ihre Wohnungen nicht betreten. Das kann mehrere Stunden dauern.

Einer der US-Blindgänger, der kurz nach dem Angriff am 6. August 1944 gefunden wurde – jetzt muss ein weiterer entschöärft werden. Foto; Maushake

Der gesperrte Bereich umfasst laut Stadt ein Gewerbegebiet, Kleingartenanlagen und Wohngebiete. Betroffen sind rund 6000 Haushalte. Sie werden durch das Ordnungsamt per Handzettel informiert. Die Verwaltung: „Betroffene Personen werden gebeten, Verpflegung und eventuell Arzneimittel mitzunehmen und Haustiere entsprechend zu versorgen. Menschen, die keine Unterbringungsmöglichkeit bei Freunden oder Familie haben, können ab 9 Uhr in die Mensa der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule kommen. Im Rathaus wird von Freitag bis Sonntag von 08:00 bis 17 Uhr ein Bürgertelefon mit der Telefonnummer 04103-707 8000 eingerichtet. Hier können sich insbesondere die Menschen melden, die Hilfe beim Verlassen ihrer Wohnung benötigen. Für sie werden Transportmöglichkeiten in die Unterbringung in der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule bereitgestellt.“

Die Karte zeigt das Elbhochufer aus der Luft. Mit einem roten Strich ist die Evakuierungsfläche markiert.

Dieses Gebiet muss am Sonntag wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe evakuiert werden.

Der Fund der Fliegerbombe war das Ergebnis einer gezielten Suche. Dazu wurden im Vorwege alliierte Kriegsluftbilder ausgewertet und vor Ort mit Messtechnik gesucht. Der Kampfmittelräumdienst des LKA identifizierte die Bombe als 250 kg schwere Fliegerbombe mit Kopf- und Heckzünder, so die Stadt.

Mit Verkehrsbehinderungen ist natürlich zu rechnen. Daher bittet die Verwaltung, den Bereich weiträumig zu umfahren. Aber vieles Schlechte hat auch was Gutes: „Die Seitenstraßen des Evakuierungsgebiets werden außerplanmäßig geräumt, um einen sicheren Ablauf zu gewährleisten.“ Die Bombe sorgt so neben viel Ärger, Aufregung und wohl auch bei manchem Angst dann wenigstens auch dafür, dass ein paar mehr Straßen nach der Entschärfung schneefrei sein werden als üblich. (Jörg Frenzel)

Lesen Sie auch: Die Bombe – Erbe der Vergangenheit

ANZEIGE
ANZEIGE
Teilen Sie den Beitrag