Eröffnungs-Fiasko hat Nachspiel
Pannen beim "Tag der Städtebauförderung" am Schulauer Hafen nerven Politik.
13. Mai 2026
Jörg Frenzel

Einweihung_C.Broekhuis_Julia_Fisauli-Aalto_Niels_Schmidt
Die Scheren funktionierten aber: Bauamtsleiterin Claudia Broekhuis (von links), Bürgermeisterin Julia Fisauli-Alto und Ex-Bürgermeister Niels Schmidt beim Durchschneiden des Eröffnungsbandes. Foto: Stadt Wedel
Zwei Nachrichten im Nachklapp zur Eröffnung des Schulauer Hafens am Wochenende. Zuerst die gute: Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto gestand im Planungsausschuss: „Das können wir eigentlich besser.“ Und sie entschuldigte sich bei der Politik. Jetzt die schlechte, wenigstens für Bauamtsleiterin Claudia Broekhuis und ihr Orga-Team: Die Sache wird ein Nachspiel haben. Die Bürgermeisterin redete Klartext: Man werde die Angelegenheit intern aufarbeiten und Konsequenzen ziehen.
Dagmar Süß ist sauer
Diese Einsicht kam, noch bevor Grünen-Fraktionsvorsitzende Dagmar Süß ihr deutliches Feedback geben konnte: „Ja, es hätte eine schöne Eröffnungsfeier werden können… Aber statt einer guten Organisation wusste beim Eintreffen am Hafen keiner: Wo soll ich hin? Wo findet die Eröffnung genau statt? Was ist denn hier jetzt geplant? Alles lief kreuz und quer durcheinander und auch die anwesenden Verwaltungsmitarbeitenden konnten nicht wirklich helfen. Man fragte sich untereinander, wie es denn laufen solle mit der Eröffnung, aber jeder zuckte nur die Schultern: ,Ich weiß es auch nicht‘.
Schnell wurde bekannt, eine Lautsprecheranlage wird es nicht geben und Unverständnis darüber machte sich breit. Als Begründung hörte man, sie sei im Hafenmeisterhaus eingeschlossen, aber keiner habe einen Schlüssel oder auch ,die bäuchte man gar nicht, da sie eh nicht gegen den Wind ankäme‘. Irgendwann bekam man mit, da in der Mitte des Pulks scheint etwas zu passieren, aber hören und sehen konnte man nichts. Entsprechend die Reaktionen bei den Besuchern: ,Passiert da was? Ich sehe nichts‘, ,Wofür wurden wir eingeladen, wenn doch nichts passiert?‘, ,was ist das denn für eine Organisation? Naja, die passt zum Hafen…‘ etc. Das Ganze wirkte wie eine Spontan-Demonstration, bei der auch niemand den Hut auf hat und alle nur wie aufgescheuchte Hühner umher laufen.“
Desolate „Nicht-Organisation“
Die Bilanz von Dagmar Süß: “ Es war aber keine spontane Kundgebung, es war eine lange geplante Eröffnungs-Feierstunde, die – so sollte man meinen – irgendjemand organisiert haben musste. Gespürt hat man dies an dem Sonnabend allerdings nicht. Auch wenn – wie erst am Montag danach die Öffentlichkeit erfuhr – das Schloss zum Hafenmeisterhaus mutwillig beschädigt wurde, entschuldigt dies nicht die desolate ,Nicht-Organisation‘ der Veranstaltung. Das Equipment mit der Lautsprecheranlage war also eingeschlossen und keiner konnte das Schloss mehr öffnen. Ja, das ist ärgerlich, und vielleicht war es Sabotage, aber es entschuldigt nicht, dass sich trotzdem anscheinend niemand mehr um eine erfolgreiche Veranstaltung kümmerte.“
Und sie nannte Ross und Reiterin: „Wer immer für die Organisation dieser Feiertagsstunde verantwortlich war, die oder der hat auf ganzer Linie versagt und dem Image unseres Hafens einen vermeidbaren Schaden zugefügt. Für mich als einfache Besucherin wirkte es wie Arbeitsverweigerung. Schade, dass Frau Broikhuis heute nicht da ist und sie meine Worte nicht hören kann, schließlich liegt der Hafen ja in ihrem Verantwortungsbereich.“







