Elbschule weiter ohne neue Heimat – die Suche fängt von vorn an
Update: Wedel-klartext exklusiv: Ein Grundstücksbesitzer bot sein Areal für einen Schulneubau an. Doch die Verwaltung lehnte ab - Verwaltung kündigte Stellungnahme an
18. Februar 2026
Uwe Heitmann

Feldstraße 142 geschnitten 128
Die Elbschule interessiert sich für die Freifläche (1) zwischen den beiden etwas futuristisch anmutenden Betriebsgebäuden für Firmen (3 und 4). Ein Gebäude der FH liegt in unmittelbarer Nachbarschaft (2)
Alles wieder auf Null: Für die Elbschule Wedel beginnt die Suche nach einem Standort komplett von vorn. Im Haupt- und Finanzausschuss des Rates beschloss die Mehrheit aus FDP, Grünen, SPD und Linken, dass die Verwaltung unverzüglich in Gespräche mit dem Trägerverein der Privatschule eintreten soll, um ein geeignetes Grundstück für einen Neubau zu finden. Die Gespräche sollen „ergebnisoffen“ geführt werden. Damit forderte der Ausschuss in etwa das, was in den vergangenen Monaten und Jahren bereits erfolglos betrieben wurde.
Seit Jahren nämlich sucht die Elbschule in Wedel mögliche Grundstücke für einen Neubau. Hintergrund: Ende 2027 muss die Einrichtung, in der dann mehr als 200 Schüler nach Prinzipien der Waldorf-Pädagogik unterrichtet werden, ihr Domizil auf dem alten Möller-Gelände am Mühlenweg räumen. Immer wieder wurden der Verwaltung nach Gesprächen mit Eigentümern mögliche Areale vorgestellt – doch das Rathaus hatte immer stets Gründe für eine Ablehnung gefunden.
Eltern-Besuch im Ausschuss
Um die Bedeutung der Entscheidung zu untermauern und zu demonstrieren, wie sehr die Zeit drängt, waren rund 50 Eltern von Schülerinnen und Schülern der Elbschule in den Ausschuss gekommen. „Wenn der Mietvertrag ausläuft und es bis dahin keinen Ersatz gibt, ist die Schule tot“, sagte ein Vater. Hoffnung hatten viele von ihnen in den konkreten Antrag von CDU und WSI gesetzt, der Elbschule den Standort des jetzigen Pestalozzi-Förderzentrums zur Verfügung zu stellen. Doch nach der Annahme des allgemeinen neuen Suchauftrags wurde über dieses Papier gar nicht erst abgestimmt. Klar ist, dass jetzt Tempo gemacht werden muss. Die Elbschule kalkuliert mit einer Bauzeit von rund zehn Monaten für ein Alternativgebäude. Ein zusätzlicher möglicher Abriss bestehender Objekte würde bedeuten, dass im Sommer diesen Jahres mit den Arbeiten begonnen werden müsste.

Ein Blick vom Boden aus: Das Gebäude der Fachhochschule mit dem großen Hörsaal (von rechts) befindet sich an der Feldstraße neben dem Gebäude eines Herstellers von WCs für Bahnen, direkt daran schließt sich das Wunschgrundstück der Elbschule, dann kommt ein weiteres Firmengebäude
Trotz der weiteren Hängepartie zeigt man sich bei der Elbschule weiter optimistisch. „Wir finden es auf jeden Fall sehr positiv, dass alle Fraktionen bekundet haben, uns weiter in Wedel behalten zu wollen“, sagte Kai Petersen im Gespräch mit wedel-klartext. Er ist Vater einer Schülerin und hat im Auftrag des Fördervereins bei der Suche nach Alternativ-Standorten in den vergangenen Jahren zahlreiche Gespräche mit Grundstückseigentümern und der Verwaltung geführt. Auch Melanie Drescher, Mitglied im Vorstand des Fördervereins, blickt trotz allem positiv nach vorn: „Wir hoffen natürlich, dass die Gespräche jetzt zügig anfangen.“
Kritik an der Verwaltung
Scharfe Kritik wurde im Ausschuss an der Informationspolitik der Verwaltung gegenüber den Fraktionen geübt. „Es ist skandalös, dass man uns nicht ins Boot geholt hat“, monierte Petra Kärgel von den Grünen. Tatsächlich hat die Elbschule in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben mehr als ein Dutzend mögliche Standorte ins Gespräch gebracht, die allesamt vom Rathaus abgelehnt wurden. „Nach so vielen Absagen hätte man uns doch spätestens informieren müssen“, kritisierte auch WSI-Fraktionschefin Angela Drewes im Gespräch mit wedel-klartext.
Die letzte dieser Absagen datiert von Ende 2025 und führte schließlich zum Hilferuf der Elbschule an die Politik. Es handelt sich um die Freifläche auf dem Grundstück Feldstraße 124/126 schräg gegenüber dem Altbau der Fachhochschule. Eigentümer Hans Woermcke bestätigte wedel-klartext jetzt, dass er einem Schulbau sehr offen gegenüber stand und diese Haltung immer noch vertritt. „Wir sind auf der Suche nach einer Verwertung des Grundstückes. Als ich von der Elbschule angesprochen worden bin, habe ich gesagt, dass ich mir auch eine Schule vorstellen kann.“
Absage von der Stadt
Ein vom Förderverein konsultierter Fachanwalt für Bau- und Planungsrecht habe einen Bau dort durchaus für möglich gehalten, sagte Elbschul-Verhandlungsführer Kai Petersen. Nötig wäre eine Ausnahme im Rahmen der Baunutzungsverordnung für das eigentlich Gewerbebetrieben vorbehaltene Gebiet. Von der Stadt sei dann allerdings schnell eine Absage gekommen, weil aus Sicht der Behörden die Gebietsverträglichkeit nicht gegeben sei. Wedel-klartext hat die Verwaltung mit einer durch eine Mail-Panne verursachte Verzögerung um eine Stellungnahme zu dieser Entscheidung gebeten. Der Eingang der Anfrage wurde bestätigt. Eine Antwort steht noch aus.

Der Blick von der anderen Seite: An das freie Grundstück schließt sich rechts ein Betriebsgebäude an, wiederum gleich rechts daneben das FH-Gebäude mit Audimax und Laboren.
Fest steht, dass die Elbschule – jetzt mit Unterstützung des Rates – alles daransetzen will, doch noch eine neue Heimat in der Rolandstadt zu finden. Um das Verfahren weiter zu beschleunigen, werde man umgehend Geld in die Vorbereitung eines Bauantrags investieren, dessen Planung so neutral gehalten sei, dass er auf verschiedene Grundstücke angewendet werden könne, sagte Kai Petersen. Und Melanie Drescher betonte noch einmal: „Wir wollen unbedingt in Wedel bleiben.“
Lesen Sie auch den Kommentar: Dinge möglich machen







