Ein Zuhause für die Schwachen der Gesellschaft
Stadtdelegation und Baubeteiligte weihten das neue Gebäude ein.
20. Februar 2026
Jörg Frenzel

Stadt Eröffnung Asylwohunung Steinberg (5)(1)
Großer Bahnhof bei der Einweihung: Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto griff zur Schere, um das symbolische Eröffnungsband zu zertrennen.
Eigentlich sollten die neuen Schlichtwohnungen der Stadt neben der Steinberg-Halle schon vor knapp über zwei Jahren fertiggestellt sein, denn im April 2022 war der Bau begonnen worden – doch erst vor kurzem konnten Obdachlose und Asylbewerber einziehen. „Was lange währt, wird endlich gut“, kommentierte Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto bei der Einweihung.
Zuvor war es aber erst einmal richtig schlecht geworden. Das Riesen-Pech in Form eines Startkregens in Kombination mit Baumängeln hatte zugeschlagen. Das Gebäude wurde überflutet. „Der Schaden hatte sich ab dem Staffelgeschoss ausgebreitet. Es handelte sich dabei sowohl um einen Mangel als auch um einen Schaden am Gebäude. Die Dachdämmung im Bereich der Dachflächen, der Estrich als auch die aufgehenden Wände im Inneren des Staffelgeschosses waren unter Wasser gesetzt worden. Überdies war
das Regenwasser durch die Technikschächte in alle Geschosse des Gebäudes eingedrungen und hatte einen erheblichen Wasserschaden mit Folgeschäden im Innenausbau und an den technischen Einrichtungen verursacht“, berichtete die Stadt.
Kosten rund 5,9 Millionen Euro
– abzüglich 250.000 Euro Zuschuss
So weit, so teuer. Rund 350.000 Euro kostete die Sanierung. Gut für die Stadt: Die Summe wird von einer Versicherung getragen. Doch trotzdem wird die Stadtkasse mit etwa 5,9 Millionen Euro belastet, wovon zirka 250.000 Euro durch Fördermittel wieder hereinkommen. Wie hoch die Summe genau sein wird, ist noch nicht heraus, denn die Stadt Wedel befindet sich zurzeit noch in der Schlussabrechnung. Diese kann bis zu einem halben Jahr dauern. Die Stadt Wedel geht in eine Kostenvorleistung und rechnet dann mit den Mängel- und Schadensverursachern ab.
Dafür sind 30 Wohnungen für insgesamt 43 Personen entstanden, also nicht nur Einzel-Appartements, sondern auch Wohnraum für Familien. Wohnungslose sowie Asylbewerberinnen und –bewerber finden hier ein Zuhause. Bereits 60 Prozent der Wohnungen sind belegt.
Doch perfekt ist die Situation offenbar noch nicht. Nachbarn beklagen sich über besonders gleißendes Licht von der Wohnanlage, das störend wirke. Die Stadt verwies auf Notwendigkeiten zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht. Außerdem fiel Gästen der Einweihungszeremonie auf, dass diverse Einkaufswagen auf dem Grundstück abgestellt sind und irgendwelche Autofahrer sich nicht daran halten, dass die normale Zufahrt gesperrt ist und sie mit Fahrzeugen offensichtlich durch eine Lücke daneben ohne Rücksicht auf Baumwurzeln auf das Gelände rollen. Die verantwortlichen Kräfte der Stadt sagten zu, sich der Sache anzunehmen.
Informationsflyer zu Umweltschutz
Insgesamt müht sich die Stadt, dass die etwa 600 Bewohnerinnen und Bewohner der 17 Wedeler Notunterkünfte nachhaltig in den Immobilien leben – mit einem neuen Flyer über sinnvolle Energie- und Wassernutzung. „Dass sich ein bewusster Umgang mit Ressourcen und die Integration von Neu-Wedelerinnen und Wedelern sinnvoll ergänzen, zeigt ein Faltblatt, das in den vergangenen drei Wochen an rund 200 Haushalte verteilt wurde. Die kompakte Broschüre gibt in fünf Sprachen praktische
Tipps zum Energiesparen. Ob richtiges Lüften, sparsamer Umgang mit Strom, Wasser und Heizenergie oder auch Hinweise für gemeinschaftlichen Bereiche – die Empfehlungen in der Broschüre sind
einfach umzusetzen und sensibilisieren zum sinnvollen Umgang mit Energie in der
kalten Jahreszeit“, so die Verwaltung.







