Neuer Revierleiter will „positive Zeichen“ setzen

Marcus Petersen (51) führt seit September das Polizeirevier Wedel

Published20. September 2026

AuthorWolf-Robert Danehl

Erster Hauptkommissar Marcus Petersen, der neue Rewierleiter steht vor dem Gebäude in Wedel mit dem Polizeischild.

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Erster Hauptkommissar Marcus Petersen ist der neue Revierleiter in Wedel. Fotos: Danehl/Seidel

Seit dem 1. September 2026 hat das Polizeirevier Wedel einen neuen Leiter. Erster Polizeihauptkommissar Marcus Petersen übernimmt die Dienststelle an der Elbe von Marcus Korsus, der nach Norderstedt wechselte. Interimsleiter Sascha Schmidt führt künftig das Polizei-Autobahn- und Bezirksrevier Elmshorn. Ralph Garschke, Chef der Polizeidirektion Bad Segeberg, führte Petersen ins Amt ein. Garschke nutzte den Besuch zugleich, um Korsus und Schmidt zu verabschieden.

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Ralph Garschke, Chef der Polizeidirektion Bad Segeberg (v. l.), hier mit Sascha Schmidt, Marcus Petersen, Marcus Korsus. Foto: Maik Seidel PD Segeberg

Karriere im Kreis Pinneberg – und ein Traum, der wahr wurde

Petersen kennt den Kreis Pinneberg aus langjähriger Praxis. Nach einem kurzen Einsatz in Brunsbüttel arbeitete er mehr als 15 Jahre beim Polizeirevier Pinneberg. Er leitete dort über längere Zeit den Ermittlungs- und Bezirksdienst. Zeitweise übernahm der Beamte zusätzlich die Polizeistation Appen. Später wechselte er als Dienstgruppenleiter zum Polizeirevier Elmshorn. Dort stieg er zum Revierführungsbeamter und leitete drei Jahre die Polizei in Barmstedt. In den vergangenen 14 Monaten führte er das Polizeirevier Bordesholm für die Polizeidirektion Neumünster.

Doch ein Wunsch blieb ihm stets erhalten: Revierleiter im Kreis Pinneberg zu werden. „Das war mein Ziel“, sagt Petersen. „Ich wollte immer ein großes Revier leiten.“

Viele Jahre seiner Dienstzeit verbrachte er in der Polizeidirektion Bad Segeberg, zu der auch Wedel gehört. „Ich kenne die Strukturen, die Menschen und die Herausforderungen hier“, erklärt er. „Mein Wunsch, wieder im Kreis Pinneberg zu arbeiten und dort ein Polizeirevier zu führen, ist nie verschwunden“, sagt Petersen. Als die Leitung in Wedel neu besetzt werden sollte, bewarb er sich – und kehrte damit in seine „dienstliche Heimat“ zurück.

Gemeinsame Wurzeln: Vier Revierleiter, ein Jahrgang

Mit seinem Wechsel schließt sich für Petersen auch ein persönlicher Kreis: Er absolvierte sein Polizeistudium von 1994 bis 1997 in Altenholz – gemeinsam mit drei weiteren Revierleitern der Polizeidirektion Bad Segeberg. Patrick Melber y Baric (Polizeirevier Pinneberg), Mike Schlömer (Elmshorn) und Marcus Korsus (nun Norderstedt) teilen mit ihm diese gemeinsame Ausbildungszeit.

Zwischen Schreibtisch und Kampfkunst: Ein Leben im Gleichgewicht

Marcus Petersen wurde 1975 in Kiel geboren. Er lebt mit seiner Lebenspartnerin zusammen und hat drei Kinder: zwei Töchter (20 und 22 Jahre) sowie einen Sohn (13 Jahre). Sportlich geprägt ist er seit Jugendzeiten: Mit 15 Jahren holte er sich den Landesmeistertitel im Judo. Sein größtes Hobby ist heute Wing Tsun, eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung, in der er den vierten Lehrergrad hält.

„Das ist für mich ein guter Ausgleich zur Schreibtischarbeit“, sagt Petersen. Die Disziplin der Kampfkunst spiegelt sich auch in seinem Führungsstil wider: klar strukturiert, aber mit Blick für das menschliche Miteinander.

Als Ausgleich zur Schreibtischarbeit macht der neue Revierleiter die alte chinesische Kampfkunst Wing Tsun.

Als Ausgleich zur Schreibtischarbeit macht der neue Revierleiter die alte chinesische Kampfkunst Wing Tsun.

Visionär mit Verantwortung: Die Rolle des Revierleiters

Petersen versteht sich als Visionär, der das Revier leitet und für die strategische Ausrichtung zuständig ist. Sein Stellvertreter – dessen Stelle derzeit vakant ist und neu besetzt werden muss – führt die Einsatzkräfte.

„Derzeit höre ich zu, bewerte, schaue, verschaffe mir einen Überblick, gucke, was es zu optimieren gibt“, beschreibt er seine ersten Wochen. „Ich möchte nun nach den vielen Wechseln für Kontinuität sorgen.“

Transparenz ist ihm ein zentrales Anliegen. Er möchte mit Bürgern, Verwaltung und Politik gut zusammenarbeiten. Auch die Kooperation mit allen Einsatzkräften der Feuerwehr und dem THW sei ihm wichtig.

„Die Aufgabe ist in Bezug auf die Personalknappheit im übertragenen Sinne wie eine Tischdecke, an der von allen Seiten gezogen wird – und ich muss versuchen, dafür zu sorgen, dass die Tischplatte nicht zu sehr entblößt wird, entsprechend korrigieren und die Decke wieder zurechtrücken.“

Bürgernähe trotz Personalmangel

Verlässlichkeit und Bürgernähe sind Petersen wichtige Werte – auch wenn die aktuelle Personalsituation „sehr angespannt“ sei. Dennoch plant er öffentliche Präsenz: Bürgersprechstunden auf dem Markt, Präventionsveranstaltungen.

Anschaulich und lebendig referierte Polizeihauptmeister Daniel Staak vom Wedeler Revier im Kursana-Saal über die Betrugsmaschen von Tätern zum Nachteil älterer Menschen.

Sporadische Schulwegsicherungen sollen feste Bestandteile der Arbeit werden. Zudem möchte er Schulpatenschaften einführen, sodass ein Kollege als fester Ansprechpartner für eine Schule dient.

„Ich muss auch Verantwortung übernehmen, kann es nicht jedem recht machen – das weiß ich“, sagt er mit Blick auf die Erwartungen, die an ihn herangetragen werden.

Sicherheit für Wedel – und Gesundheit für die Beamten

Petersen hat ein klares Ziel: die Kriminalität in Wedel bekämpfen, positive Zeichen setzen und die Stadt zu einem sichereren Ort machen. Gleichzeitig sucht er nach einem Schichtmodell, bei dem die etwa 80 Einsatzkräfte, von denen rund 50 in Wechselschicht arbeiten, im täglichen, anspruchsvollen Dienst möglichst wenig gesundheitlich belastet werden. „Schichtdienst nutzt die Polizeibeamten ab“, sagt er. „Sie sollen gesund und einsatzfähig bleiben und möglichst zufrieden sein.“

Marcus Petersen (rechts im Bild) möchte einen kooperativen Führungsstil pflegen, Hier im Gespräch mit Polizeihauptmeister Daniel Staak.

Marcus Petersen (rechts im Bild) möchte einen kooperativen Führungsstil pflegen, Hier im Gespräch mit Polizeihauptmeister Daniel Staak.

Ein Neustart mit Kontinuität

Mit Marcus Petersen übernimmt ein erfahrener Führungsoffizier das Revier Wedel – jemand, der die Region kennt, die Menschen versteht und bereit ist, zuzuhören, bevor er handelt. Seine ersten Worte klingen nach einem Versprechen: „Ich möchte nach den vielen Wechseln für Kontinuität sorgen.“ In einer Zeit, in der Sicherheit und Vertrauen immer wichtiger werden, könnte genau das der richtige Ansatz sein.

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