Die Sorgen des Mietervereins Wedel
Vorstand informiert die Bundestagsabgeordneten Ralph Stegner und Jürgen Coße, den Landtagsabgeordnete Thomas Hölck und Wedels SPD-Fraktionschef Lothar Barop
3. Februar 2026
Jörg Frenzel

SPD Stegner wohnen
„Zuhören, Realität kennenlernen“ – das war das Ziel des Gesprächs der Sozialdemokraten Ralph Stegner (von rechts), Jürgen Coße, Thomas Hölck, und Lothar Barop mit den Mieterverein-Vorstandsmitgliedern Lutz Witt und Arno Gerß. Foto: Frenzel
„Mehrfach wöchentlich“ kommen laut Lutz Witt, dem Vorsitzenden des rund 1000 Mitglieder starken Mietervereins Wedel, besorgte Menschen in seine Sprechstunde. Der Grund: Die Vermieter haben wegen „Eigenbedarfs“ den Mietvertrag gekündigt. Vor dem Hintergrund eines sehr angespannten Wohnungsmarktes in der Stadt sei das für die Betroffenen eine erhebliche Belastung. Nach Angaben von Lutz Witt ist dabei der Eigenbedarf als Kündigungsgrund, weil enge Verwandte in die Wohnung einziehen wollen, teilweise nur Vorwand. So werde versucht, die Wohnung leer zu bekommen und anschließend teurer zu vermieten.
Für Ralph Stegner, für die SPD Bundestagsabgeordneter im Kreis Pinneberg, sind solche Geschichten keine Überraschung. Gemeinsam mit seinen Parteikollegen Jürgen Coße, Mitglied im Ausschuss für Wohnen Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen, und dem Landtagsabgeordneten Thomas Hölck (SPD) besuchte er jüngst den Mieterverein.
Stegner (SPD): „Mieterschutz muss gestärkt werden“
„Die Mehrzahl der Vermieter verhält sich mit Sicherheit fair, aber es gibt auch viele, die über Eigenbedarfskündigung nur ihre Mieter loswerden wollen“, sagte Thomas Hölck. Für Ralph Stegner ist deshalb klar: „Der Mieterschutz muss verstärkt werden. Denn wohnen heißt leben und ist eine existenzielle Frage. Eigentum verpflichtet, das steht schon im Grundgesetz.“
Einig waren sich Besucher und Besuchte darin, dass durch Neubau, insbesondere von Sozialwohnungen, die Lage auf dem Wohnungsmarkt verbessert werden müsse. Laut SPD-Fraktionschef Lothar Barop fallen demnächst in Wedel allein rund 200 Wohnungen aus der Mietbindung. Das heißt: Die jahrelang wegen öffentlicher Zuschüsse gedeckelten Mieten könnten von den Vermietern erhöht werden.
Hölck (SPD): „Mit Mut sollten die Kommunen den Bau-Turbo anwenden“
Sowohl Stegner als auch Hölck ermunterten zum Neubau. 100 Millionen Euro aus dem Investitionsprogramm des Bundes stünden dafür bereit. Und die beiden motivierten ebenso, den „Bau-Turbo“ zu nutzen. Hinter dem Schlagwort verbirgt sich ein von mehreren Regeln entschlacktes Baugenehmigungsverfahren. Darüber zu entscheiden, liegt in der Hand der Kommunen. „Mit Mut und Eigenverantwortung sollten die Kommunen den Bau-Turbo anwenden“, so Hölck, und Stegner ergänzte: „Auch Bedenkenträger müssen nun mal machen.“
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