Das Spielplatz-Vandalismus-Problem

Schaukel-Pfosten wurden angesägt - Stadt erstattet Strafanzeige

Published7. April 2026

AuthorJörg Frenzel

Spielplatz 2(1)

Die beschmierte Kletterwand auf dem Spielplatz Pinneberger Straße - eklig für Jungs, die klettern wollen klettern.

Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto ist stinksauer, genauer „fassungslos“ und „erschüttert“, wie sie auf der jüngsten Ratsversammlung gestand. Der Grund für die emotionalen Zustände der Verwaltungschefin liegt im neuesten und seit langer Zeit wohl auch schwerste Vandalismus-Vorfall auf einem städtischen Kinderspielplatz. „Bei einer Kinderschaukel auf dem Spielplatz Ginsterweg sind drei angesägte Pfosten festgestellt worden“, teilte die Stadt der Öffentlichkeit mit und die Bürgermeisterin persönlich der Ratsversammlung. Da bleibt es nicht bei Worten: „Die Stadt Wedel erstattet Anzeige gegen Unbekannt.“

angesägtes Schaukelgestänge

Schwer beschädigt: die Schaukel auf dem Spielplatz Ginsterweg. Foto: Stadt Wedel

Einige Tage nach der letzten städtischen Sichtkontrolle habe ein Bürger eine angesägte Schaukel am Spielplatz Ginsterweg festgestellt und dies dem Bauhof gemeldet. „Dieser sperrte das Spielgerät sofort. Die Schaukel wurde mutmaßlich an drei Holz-Standpfosten angesägt, so dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gesichert ist. Das Spielgerät ist mit einem Bauzaun abgesichert worden“, so die Stadt weiter.

Warum da angesichts der Säge-Scharten noch von „mutmaßlich“ formuliert wird, bleibt schleierhaft. Sicher ist jedoch, dass solche Vandalismus-Exzesse die Stadt beziehungsweise die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler teuer zu stehen kommen, falls keine Täterinnen oder Täter ermittelt werden können. Schon jetzt läppern sich die Aufwendungen für die 45 städtischen Kinderspielplätze zusammen: „Die Kosten für Reparatur, Pflege der Flächen inklusive Grün, Installation von Geräten, TÜV und Material für den Bauhof lagen 2025 bei 98.750 Euro zusätzlich der Personalkosten durch den Bauhof und in der Verwaltung“, präzisierte die Stadt. Eine explizite Auflistung der Kosten der Beseitigung von Vandalismus-Schäden gibt es bei der Stadt nicht.

Aber dieser Säge-Vorfall und andere Taten lassen die Verwaltung umdenken. „Aufgrund des vermehrten Auftretens“ werde mit der Erhebung dieser Daten begonnen. In diese Liste kann beispielsweise auch gleich der Spielplatz an der Pinneberger Straße neben dem „Regenbogen-Kindergarten“ aufgenommen werden. Der Rotary Club hatte viel Geld spendiert, um den Platz mit zusätzlichen Geräten attraktiver zu machen – doch nur wenige Wochen nach Aufbau, war das Open-Air-Spielmobiliar schon wieder durch Farb-Schmierereien verunstaltet. Eine Kletterwand sieht immer noch verhunzt aus.

Zum Säge-Vorfall bittet die Stadt: „Sachdienstliche Hinweise zur Tat, die zwischen dem 4. und 9. März erfolgt sein muss, können an Uwe Kaven unter u.kaven@stadt.wedel.de mitgeteilt werden. Vielen Dank!“

Lesen Sie auch den Kommentar: Bildung und Haltung gegen Vandalismus 

 

 

 

 

 

 

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