Bauamtsleiterin Broekhuis will Wedel verlassen

Ziel ist Hamburg - neue Stelle schon gefunden.

Published8. Juni 2026

AuthorJörg Frenzel

zwei Frauen am Tisch

Brokhuis Fisauli

Gehen wohl bald getrennte Wege: Noch-Bauamtsleiterin Claudia Broekhuis (links) und Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto. Foto Frenzel

Die von Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto beklagte Personalnot im Rathaus dürfte nun noch ein Stückchen härter werden. Denn Bauamtsleiterin Claudia Broekhuis will die Verwaltung verlassen. Das wurde Wedel-Klartext jetzt von mehreren Seiten bestätigt.

So wolle Claudia Broekhuis einen Job in der Hamburger Verwaltung antreten – und das so schnell wie möglich. Nach Informationen von Wedel-Klartext solle sie diesen Schritt schon länger überlegt haben, aber Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit sollen sie bestärkt haben. Ein Grund sei die lange Anfahrtstrecke der in Hamburg wohnenden Architektin, aber auch persönlichen Angriffen teils aus der Politik aber auch von Bürgerinnen und Bürgern soll sie sich nicht länger aussetzen wollen.

Ein wesentliches Ereignis sei dabei die verpatzte Hafeneinweihung gewesen, die ihr und ihrem Team maßgeblich angelastet wurde. Wie berichtet, waren die Festreden der Bürgermeisterin und anderer Gäste im offenen Hafengelände vom Publikum nicht zu verstehen gewesen. Eine Lautsprecheranlage konnte nicht aus dem Hafenmeisterhaus herausgeholt und aufgebaut werden, da die Tür nicht geöffnet werden konnte. In der Folge gab es sogar Buh-Rufe aus den Reihen der Gäste.

Auch im Rathaus hatte die Angelegenheit noch ein Nachspiel – Wedel-Klartext berichtete. Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto hatte eingeräumt: Das könne man besser. Man werde die Angelegenheit intern aufarbeiten und Konsequenzen ziehen. Wedel-Klartext hat bei der Verwaltung um eine Stellungnahme zur causa Broekhuis angefragt.

Überdies waren auch andere unglücklich über Ergebnisse, die aus dem von Claudia Broekhuis verantworteten Bauamt kamen. Da war beispielsweise Unverständnis über die schleppende Standort-Suche für die Elbschule. Diverse Vorschläge hatte der Förderverein bezüglich möglicher Grundstücke gemacht – alle waren vom Bauamt mit Gründen abgelehnt worden, die sogar für Teile der Politik zumindest merkwürdig klangen.

Insbesondere ein freies Grundstück in der Feldstraße in unmittelbarer Nähe zu einer anderen lernpädagogischen Einrichtung – der Fachhochschule Wedel – erschien dem Förderverein, einigen Politikern und auch Fachanwälten durchaus als geeignet und rechtlich umsetzbar. In einer Runde mit Fraktionsspitzen, Bürgermeisterin und Schulvertretern wurde darauf hingewiesen. Die Bauamtsleiterin habe allerdings weiter abgelehnt. Dabei sollen die Worte gefallen sein: Die Schule könne ja eine Bauvoranfrage stellen, die werde man ablehnen, aber dagegen könne man ja klagen. Allerdings dauere das Jahre.

Ein weiterer „Klopfer“ aus dem Bauamt, der allerdings mit Kenntnis der Bürgermeisterin den Weg auf die Tagesordnung im Kulturausschuss gefunden hatte, war das Ansinnen, das historische Reepschlägerhaus dem Zugang der Öffentlichkeit zu entziehen, um dort Verwaltungskräfte der Musikschule einzuquartieren. Dies hatte zu einem Sturm der Entrüstung geführt und im Nachgang  zu einem Konzept des Fördervereins, der das älteste Haus der Stadt über eine Stiftung weiterhin der Kulturszene und allen Bürgerinnen und Bürgern offenhalten will.

Nach Informationen von Wedel-Klartext hat die Bauamtsleiterin mit Wechsel-Absicht bereits eine Bewerbung in der Hansestadt abgegeben – und auch schon eine Stelle in einer Hamburger Bauverwaltung gefunden. Die dafür notwendige Freigabe der Beamtin durch die Stadt Wedel ist wohl nur eine Formsache.

 

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