Autal-Verkehrsprobleme: GRÜNE wollen zügig Beweise sichern
Grüne stellen Anträge zur Ratsversammlung: Sperrung für Autos, aber Freigabe für Räder und Fußgänger - Stopp des Verkehrsgutachtens und Einleitung Beweissicherung.
3. Oktober 2026
Jörg Frenzel

Stadtwerke Autal Löcher
Der Radweg im Autal hat deutlich erkennbar viele Krater im Asphalt.
Wohl nur wenige Dinge ärgern die Wedelerinnen und Wedeler derzeit mehr als die Verkehrsproblematik im Autal. Dort war es im Zuge von Leitungsarbeiten eines Dienstleisters der Stadtwerke zu Absenkungen gekommen. Seit Monaten ist die Straße deshalb halbseitig dicht. Staus im Umfeld sind die Folge. Davon haben Wedels GRÜNE jetzt genug. Mit gleich zwei Anträgen wollen sie die Verwaltung bei der Ratsversammlung am kommenden Donnerstag ab 19 Uhr auf andere Wege im Umgang mit dem Problem bringen.
Antrag 1: „Der Rat der Stadt Wedel beschließt, die Bürgermeisterin als Gesellschafterin der Stadtwerke Wedel zu beauftragen, unverzüglich die Stadtwerke Wedel anzuweisen: 1. das Verkehrsgutachten zu einer Verkehrslenkung für die aktuelle Autal-Baustelle zu stoppen. 2. ein gerichtsfestes Beweissicherungsverfahren einzuleiten und bis zu dessen Abschluss die Straße Autal für den KFZ-Verkehr zu sperren, um weitere Schäden zu vermeiden.“
Beweissicherung statt Verkehrsgutachten
Denn das Verkehrsgutachten wird nach Ansicht der GRÜNEN frühestens Ende diesen Jahres zur Verfügung stehen. Die Umsetzung der dann vorgeschlagenen Maßnahmen nehme weitere Zeit in Anspruch. Ein unverzüglich eingeleitetes Beweissicherungsverfahren ermögliche hingegen ein schnelleres Verfahren. So könnten die Bauarbeiter aller Voraussicht nach im Frühjahr 2027 mit der Sanierung der Straße beginnen.
„Während der Sanierungsarbeiten müsste die Straße wahrscheinlich ohnehin für alle Verkehrsteilnehmenden gesperrt werden. Aus unserer Sicht ist es wenig sinnvoll, ein Verkehrsgutachten für 27.000 Euro erstellen zu lassen, wenn dessen Ergebnisse zum Zeitpunkt der Umsetzung voraussichtlich bereits überholt sind oder allenfalls noch für wenige Wochen eine praktische Bedeutung haben“, heißt es in der Antragsbegründung. Vorrangig sei vielmehr eine unverzügliche, gerichtsfeste Beweissicherung. Sie schaffe die Grundlage dafür, dass die Stadtwerke Wedel in einem gegebenenfalls erforderlichen Gerichtsverfahren erfolgreich auftreten und mögliche Regressansprüche durchsetzen könnten.
Die Konsequenz: Erst einmal wird es noch heikler. „Der motorisierte Durchgangsverkehr sollte bis zum Abschluss der Beweissicherung eingestellt werden, damit die Ursache der entstandenen Schäden vor Gericht nicht aufgrund eines weiterhin stattfindenden Kfz-Verkehrs in Zweifel gezogen werden kann. Eine Sperrung würde zudem ermöglichen, dass die Beweissicherungsmaßnahmen störungsfrei und zügig durchgeführt werden können.“ Daran anschließend könnte die Sanierung schnell beginnen. Die Straße Autal wäre damit möglichst bald wieder von allen Verkehrsteilnehmenden gemeinsam nutzbar.
Komplette Sperrung für Kfz-Verkehr
Antrag 2: „Die Straße Autal wird bis zu deren Sanierung für den KFZ-Verkehr grundsätzlich gesperrt. 2. Die Straße wird für den Fuß- und Radverkehr freigegeben, die undurchlässigen Absperrgitter werden durch Barken ersetzt, so dass in Konfliktsituationen ein Ausweichen möglich ist. 3. Rettungsfahrzeuge im Einsatz dürfen die Straße nutzen. 4. Die Verkehrsbehörde wird beauftragt, Lösungen zu finden, die Erreichbarkeit der Liegenschaften durch die Anwohnenden und Beschäftigten des Bauhofes sicherzustellen, ohne dass die Straße als Durchgangsstraße nutzbar wird.“
Die GRÜNEN argumentieren, dass sich nach der derzeitigen Regelung Fuß- und Radverkehr durch die einseitige Öffnung für Autos über die Maßen behindern. „Fuß- und Radverkehr sowie alle anderen nicht motorisierten Verkehrsteilnehmenden müssen sich derzeit den Sandweg an den Gärten in beide Richtungen teilen. Dabei handelt es sich um einen stark genutzten Schul- und Fußweg, der schmal, stellenweise unübersichtlich und unbeleuchtet ist“, stellen die GRÜNEN heraus. Die aktuelle Umleitung sei offenbar vorrangig aus der Perspektive des Autoverkehrs geplant. „Dies ist aus unserer Sicht ein Planungsfehler und entspricht nicht der aktuellen Rechtslage. Kraftfahrzeuge haben bei Baustellenumleitungen rechtlich keinen Vorrang.“
GRÜNE fordern schnelle Beweissicherung
Eine Sperrung der Straße für den Kraftfahrzeugverkehr hätte nach Ansicht der GRÜNEN viele Vorteile. Gutachter könnten die Beweissicherung für die Gründe der Absackung „schnell und umfassend“ erarbeiten. So stehe den Sanierungsarbeiten im Frühjahr nichts entgegen. Stadt beziehungsweise Stadtwerke müssten die Straße während der Fahrbahnsanierung ohnehin für alle Verkehrsteilnehmenden sperren. „Mit der sofortigen Sperrung würden wir dieser Maßnahme lediglich um einige Monate vorgreifen“. Zugleich ermögliche Stadt den Fußgängern und Radfahrern „eine sichere Nutzung in der bevorstehenden dunklen Jahreszeit“.
Dass ihre Vorschläge nicht unbedingt bei allen auf Gegenliebe stoßen, ist den Antragstellerinnen Dagmar Süß und Petra Kärgel klar: „Uns ist bewusst, dass die Sperrung der Straße für den Durchgangsverkehr einen gravierenden Einschnitt für den Kraftfahrzeugverkehr bedeutet. Unter Abwägung der Sicherheitsbelange aller Verkehrsteilnehmenden wird dieser Eingriff jedoch als erforderlich angesehen.“







