Ausschuss vertagt Entscheidung zu Firmenfitness
Im Mittelpunkt der weiteren Beratungen steht nun ein neuer Ansatz: eine mögliche Kooperation mit dem Wedeler TSV.
22. Mai 2026
Wolf-Robert Danehl

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Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Wedel diskutierte über Zuschüsse für ein Firmenfitnessprogramm für Mitarbeitende der Stadt Wedel.
Die Entscheidung über ein bezuschusstes Firmenfitnessprogramm für die Mitarbeitenden der Stadt Wedel ist vorerst aufgeschoben. Der Haupt- und Finanzausschuss beschloss einstimmig, die Vorlage nicht zur Abstimmung zu bringen, sondern weiteren Beratungsbedarf anzumelden. Hintergrund sind neue Ideen aus den Fraktionen – und wachsende Zweifel an der Prioritätensetzung.
Der ursprüngliche Vorschlag der Verwaltung sieht vor, Beschäftigten einen monatlichen Zuschuss von bis zu 35 Euro für ein Fitnessangebot zu gewähren. Ziel sei es, die Attraktivität der Stadt als Arbeitgeber zu steigern, krankheitsbedingte Ausfälle zu reduzieren und im Wettbewerb um Fachkräfte aufzuholen. Wedel-Klartext hatte über die Pläne und die daraus resultierenden Belastungen für den Etat berichtet.
Zwischen Personalgewinnung und Haushaltsdisziplin
Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto betont die strategische Bedeutung des Vorhabens. Die Stadt habe derzeit nur rund 87 Prozent ihrer Stellen besetzt, gleichzeitig sei der Krankenstand hoch. Angebote im Bereich Gesundheitsmanagement seien daher ein wichtiger Baustein, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten.
Doch genau hier setzt die Kritik an. Ratsherr Jan Lüchau CDU) hatte auf der Webseite Wedel-Politik.de bereits seine Abehnung kund getan: Die Mittel für das Programm seien keineswegs „neu“, sondern stammten aus einem seit 2023 bestehenden Budget von jährlich 160.000 Euro zur Personalgewinnung. Tatsächlich genutzt werden aktuell jedoch nur rund 35.000 Euro.
Die entscheidende Frage laute daher: Muss das verbleibende Budget von rund 125.000 Euro zwingend ausgegeben werden – oder wäre es angesichts der angespannten Haushaltslage sinnvoller, dieses Geld zur Konsolidierung einzusetzen? Die Logik: Nur weil Geld in einem Topf liegt, heißt das nicht, dass es für freiwillige Leistungen ausgegeben werden muss, wenn es an anderen Stellen in Wedel brennt.
Neue Idee: Kooperation mit dem Wedeler TSV
Für Bewegung in der Debatte sorgte ein Vorschlag aus der lokalen Sportlandschaft. Michael Schleef, Geschäftsführer des Wedeler TSV, brachte in einem Gespräch mit SPD-Fraktionsvorsitzendem Lothar Barop eine mögliche Kooperation ins Spiel. Der Verein könne dazu beitragen, ein passgenaues Angebot für die Beschäftigten zu entwickeln.
Barop griff die Idee im Ausschuss auf und verwies darauf, dass entsprechende Modelle bereits in Pinneberg und Elmshorn existieren – sowohl vor Ort als auch in digitalen Formaten. Dies könne nicht nur flexibler, sondern möglicherweise auch kostengünstiger sein.
Bürgermeisterin Fisauli-Aalto äußerte jedoch Bedenken: Nicht alle Mitarbeitenden lebten in Wedel, eine rein lokale Lösung könne daher an Grenzen stoßen. Zudem gehe es beim betrieblichen Gesundheitsmanagement nicht nur um Sport, sondern auch um Ernährung und weitere Präventionsangebote.
Gerade diese offenen Fragen führten schließlich zur Vertagung. Der Ausschuss will nun prüfen, welche Modelle realistisch und wirtschaftlich tragfähig sind.







