Andrea und Michael Koehn jenseits von Afrika

Wedeler Ehepaar engagiert sich für die Menschen der Partner-Gemeinden in Tansania - immer öfter, immer länger direkt vor Ort

Published18. Juli 2026

AuthorJörg Frenzel

Frau in Kindergruppe

2018-Lupila-KiGa Foto: Koehn

Besuch im Kindergarten von Lupila - Andrea Koehn freut sich über die gute Entwicklung der "Minis". Foto: Michael Koehn

Ein Pastor entfachte die Leidenschaft für den „schwarzen Kontinent“. Seit Pastor Rolf Wassermann aus Holm, Mitglied bei den Wedeler Rotariern, im Jahr 2018 sein Wirken für tansanische Partnergemeinden des Kirchenkreises Blankenese aus gesundheitlichen Gründen einschränken musste, tragen Andrea und Michael Koehn den Staffelstab der Hilfe weiter. Die ehemalige Leiterin der Stadtbücherei Wedel und der Spediteur waren nämlich begeistert davon, wie viel Gutes man für Menschen in einer Region bewirken kann, die so anders ist als Deutschland, wo es sich trotz aller Probleme für die meisten Menschen immer noch im Gold-Standard leben lässt.

Projekte des Tansania-Teams

„Wir wollten uns das einmal anschauen und andere Menschen kennenlernen“, sagten die beiden. Jahrzehnte zuvor hatten Gemeinden des Kirchenkreises Blankenese Partnerschaften mit Orten im tansanischen Hochland begonnen. Ipepo, Matundu, Lupila und Makete, der Ort, mit dem die Stadt Wedel verbandelt ist, heißen die Flecken auf der Landkarte Ostafrikas. Viele Projekte von Wasserversorgung über Schulbau bis zur Unterstützung von Waisen-Kindern bei ihrer Ausbildung gehören dazu. Details erfährt man auf der Internetseite des Tansania-Teams.

Die beiden Wedeler machten sich also als Teil einer Delegation auf den Weg – auf eigene Kosten. „Es war ein Kulturschock“, gestanden die beiden ein, „mit so großer Armut hatten wir nicht gerechnet.“ Seitdem besuchten die beiden mehrfach die Gemeinden. Bis auf die Covid-Jahre und deren Reisebeschränkungen waren sie immer da. Sie touren durch die Gemeinden und zeigen allein durch ihre Präsenz den Menschen vor Ort, dass sie nicht vergessen werden. Die Koehns beobachten den Fortgang der Projekte und nehmen auf, wo es hakt, wo Neues entstehen kann und auch, wie es den Paten-Kindern geht, die von Bürgerinnen und Bürgern aus Wedel und der Nachbarschaft unterstützt werden.

Unterstützung bei Bildung

Schon mit kleinem Aufwand kann man da viel erreichen. Für nur fünf Euro im Monat sind das Grundschulgeld und damit bessere Lebensperspektiven für die Mädchen und Jungen in den afrikanischen Gemeinden zu sichern.  Für 15 Euro monatlich kann man ein Kind durch die weiterführende Schule, für 25 durch die Uni begleiten. „Rund 200 Patinnen und Paten kümmern sich um rund 16o Kinder und Jugendliche“, berichtet Michael Koehn, „aber leider wächst die Gemeinschaft der Helfenden nicht so, wie es nötig wäre.“ Die Notwendigkeit für andere wohltätige Aktionen ist in der Gesellschaft einfach immer größer geworden und einen Euro kann man nur einmal spenden.

Hilfe zur Selbsthilfe leisten – das ist das Credo von Andrea und Michael Koehn. Vom Wedeler Bäcker Stephan Liebig bekamen die beiden beispielsweise einen ausrangierten Holzbackofen und organisierten die Verschiffung des 2,5 Tonnen schweren Geräts nach Afrika, wo er in einer Diakoniestation gute Dienste leistet. Eine Gruppe von Frauen kümmert sich dort um die Bedienung und die Pflege des lebenserleichternden Ofens – und verdient damit oft erstmals eigenes Geld.

Krankenhaus

In Deutschland ausrangierte Technik leistet im Bulongwa Hospital gute Dienste.

Ausstattung für Hospital

Gemeinsam mit Helferinnen und Helfern aus dem Harz wurden vier Röntgengeräte, sechs Beatmungsmaschinen, eine Mammographie-Station und ein Computer-Tomograph aus einer aufgelösten Klinik in Deutschland nach Bulongwa geschafft, wo sie in einem Hospital segensreich wirken – der tansanische Staat finanziert die medizinischen Fachkräfte. Auch das Inventar zweier Zahnarztpraxen ging schon auf die Reise.

Auf die Fahne geschrieben haben sich Andrea und Michael Koehn aber auch die bessere Vernetzung zwischen den Kirchengemeinden untereinander – hier wie dort. Deshalb gehen die beiden bei ihren Besuchen immer auf große Tour durch die rund 15 Dörfer in dem afrikanischen Distrikt. Und sie werden herzlich aufgenommen! Wie es dort die Gastfreundschaft gebietet, bekommen die Besucher oft Ziegen und Hühner geschenkt – respektvolle Anerkennung zum Willkommen. „Selbstverständlich essen wir sie nicht selbst, sondern reichen sie beispielsweise an das Waisenhaus für die Kinder weiter“, sagten sie. Aber beim Festessen mit Gerichten aus Kartoffeln, Avocados, Zwiebeln, Spinat und was der eigene Anbau der Menschen dort sonst noch bietet, sind die beiden Wedeler natürlich dabei.

„Die Eindrücke sind überwältigend“

Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Allerdings stehen die beiden Wedeler bei ihren Besuchen auch nicht die komplette Zeit rund um die Uhr zur Verfügung. Immer auch sind ein paar touristische Tage dabei – einfach, um auch mal ein bisschen Kraft zu tanken. So reisten die beiden schon durch diverse Länder und Andrea Koehn eroberte den Kilimandscharo, den höchsten Berg Afrikas. „Die Eindrücke sind überwältigend“, sagten die beiden.

Und überwältigend sei auch die Lebenseinstellung der Menschen, die sie besuchen: „Trotz aller Armut gehen die Menschen gelassen, positiv und fröhlich durchs Leben. Wir fühlen uns immer willkommen.“

Wer mehr wissen möchte, kann die beiden gerne für Multimedia-Vorträge buchen – gegen eine Spende für die Menschen in Tansania!

 

 

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