Zukunftstag: Berufe erkunden ohne Grenzen

Am jährlichen bundesweiten "Girls and Boys Day" öffneten wieder viele Wedeler Unternehmen und Bildungseinrichtungen ihre Türen, um Kindern und Jugendlichen einen Einblick in die Berufswelt zu ermöglichen und um den Nachwuchs zu werben.

Published25. April 2026

AuthorWolf-Robert Danehl

KIds und begleitende Erwachsene stehen in der Eingangshalle der medac blicken in die Kamera und heben jubelnd die Arme.

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Der "Girls and Boys Day" kann Spaß machen, wie hier bei der medac. (Fotos: Danehl)

Neugier, Fragen und eine spürbare Portion Entdeckergeist: 22 Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren – elf Mädchen und elf Jungen – erlebten in der Zentrale von medac in der Theaterstraße einen abwechslungsreichen Zukunftstag. Und auch das Technologieunternehmen Vincorion hatte 20 Vertreterinnen und Vertreter der nächsten Generation zu Gast.

22 Kids und vier Auszubildene und Dual-Studierende waren gespannt auf den gemeinsamen Tag bei der medac.

22 Kids und vier Auszubildene und Dual-Studierende waren gespannt auf den gemeinsamen Tag bei der medac.

Begrüßt wurden sie von Klemens Fehrs, Head of People & Organisational Development, sowie Melanie Kropp, Education & Training Managerin bei medac.

Gemeinsam mit den Auszubildenden Amy Bold und Franziska Holtz sowie den dual Studierenden Felix Marbach und Mathias Meinke begaben sich die Jugendlichen auf eine Reise durch die Welt eines international agierenden Pharmaunternehmens.

„medac stellt Medikamente her, die Menschen helfen, besser mit Krankheiten zu leben“, erklärte Fehrs zum Einstieg. „Viele Menschen arbeiten hier zusammen – im Labor, in der Technik, im Büro und in der Produktion – mit dem gemeinsamen Ziel, die Gesundheit und Lebensqualität von Patientinnen und Patienten weltweit zu verbessern.“

Schnitzeljagd durch die Arbeitswelt

Nach einer Einführung in das Unternehmen und seine vielfältigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten – von BWL über IT bis hin zur Lagerlogistik und Mechatronik – wurde es praktisch: Bei einer Schnitzeljagd durch verschiedene Fachbereiche erkundeten die Schülerinnen und Schüler eigenständig das Unternehmen.

Unterstützt von den Nachwuchskräften lösten sie Aufgaben, stellten Fragen und gewannen erste Eindrücke von Arbeitsabläufen. Das Interesse war groß – und die Hemmschwelle, nachzuhaken, schnell verschwunden.

Technik zum Anfassen

Ein besonderer Höhepunkt war die Führung durch die Konfektionierung. Mit sterilen Hauben, Kitteln und Überschuhen ausgestattet, standen die Jugendlichen zwischen modernen Maschinen und verfolgten aufmerksam die Erläuterungen von Teamleiter Michael Weidemann.

Anschaulich erklärte er gemeinsam mit Armin Weinack, wie Flüssigkeiten in Spritzen und Ampullen gelangen, wie Etikettiermaschinen arbeiten und wie Medikamente sicher verpackt werden – oft unterstützt durch automatisierte Prozesse.

„Ich fand vor allem die Technik und die Maschinen in der Konfektionierung spannend“, sagte Jakob Kruse. „Ich möchte später auch in einen technischen Beruf gehen.“

 Forschen wie im echten Labor

Auch in einem Raum, der zu einem Labor umgebaut wurde, wurde es experimentell: Unter Anleitung der erfahrenen Laboranten Ulf Seiler und Angela Zinzen führten die Kinder eine Identitätsbestimmung durch. Mit Pipetten, Messbechern und Schutzkleidung untersuchten sie mithilfe von Essigsäure und Teststreifen verschiedene Flüssigkeiten – ein Einblick in die Qualitätskontrolle.

Barbara Grabowska zeigte sich begeistert: „Der Laborversuch war cool – selbst Substanzen zu mischen, das war interessant.   Und in der Produktion war ich überrascht, wie viele Menschen da noch arbeiten. Denn ich möchte etwas mit Menschen machen, wie meine Mutter“, ergänzte das selbstbewusste Mädchen.

Digitalisierung im Fokus

Neben Labor und Produktion spielte im Unternehmen natürlich auch die IT eine Rolle. Sie ist nicht nur in der Kommunikation allgegenwärtig, sondern spielt auch in der Konfektionierung, der Steuerung der vielen Maschinen eine wichtige Rolle.  Christoph Lanze entdeckte hier seine Interessen: „Die Computertechnik, die ganz viel steuert, hat mich begeistert. Ich möchte später etwas mit IT machen.“

Nachwuchsförderung mit Perspektive

Medac: 1970 gegründet und heute mit rund 2.000 Mitarbeitenden in über 90 Ländern aktiv, gehört in Bereichen wie der Behandlung von Krebs- und Rheumaerkrankungen zu den führenden Unternehmen. Allein im Geschäftsjahr 2024/25 wurden rund 60 Millionen Arzneimitteleinheiten produziert und verpackt. Dabei erzielt das Unternehmen eine Lieferfähigkeit von 98 Prozent.

Das dynamisch wachsende Pharmaunternehmen mit Produktionsstätten in Brünn, Dessau und Tornesch sucht auch immer wieder nach jungen, interessierten Mitarbeitenden, die in dem Unternehmen „ihre berufliche Laufbahn“ starten wollen. Dabei wird die Nachwuchsförderung seit Jahren ein wichtiger Faktor der Unternehmenspolitik. Es gibt unter anderem Paten, ein Junior-Mentoring-Programm, Feedbackgespräche, Fachvorträge und Seminarangebote für die Auszubildenden und dual Studierenden.

Ein langer aufregender Tag bei der medac ging zu Ende und Vielen, der 10 bis 14 Jahre alten Kids, hat es gefallen.

Ein langer aufregender Tag bei der medac ging zu Ende und Vielen, der 10 bis 14 Jahre alten Kids, hat es gefallen.

„Es ist jedes Jahr beeindruckend zu sehen, mit welcher Begeisterung die Teilnehmenden am „Girls and Boys Day“ dabei sind“, sagte Melanie Kropp. „Vielleicht dürfen wir einige von ihnen zukünftig als Auszubildende oder dual Studierende bei medac begrüßen.“

Ganz praxisnah ging es auch bei Vincorion zu, einem Produzenten von Luftfahert- und Verteidigungstechnik. Sülerinnen und Schüler nahmen an einer Werkbankeinen Abisolierer in die Hand nehmen und bauten ihr erstes Verlängerungskabel zusammen und erkundeten anschließend die Werkshallen, in denen Stabilisierungstechnik, Generatoren für die Stromversorgung oder Rettungswinden für Hubschrauber entstehe.

„Unsere Erfahrung der letzten Jahre zeigt: Wenn junge Menschen Technik nicht nur erklärt bekommen, sondern selbst anfassen und ausprobieren, verändert das etwas“, sagt Nina Römhild, HR-Leiterin bei Vincorion, „gerade Mädchen unterschätzen oft, wie gut sie in technischen Aufgaben sind. Beim Girls‘ Day erleben wir regelmäßig, dass genau die Schülerinnen, die vorher unsicher waren, am Ende die präzisesten Ergebnisse abliefern. Dieses Selbstvertrauen wollen wir stärken – denn in unserer Branche benötigen wir in fast allen Bereichen mehr Frauen.“

Konzentriert gingen die Girls bei Vincorion ans Werk.

Das Programm setzte auf Mitmachen statt Zuhören. Wie schon im Vorjahr verwirklichten  die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter Anleiteung eigene Projekte wie das Bauen eines Verlängerungskabels. Dazu gehörte das saubere Abisolieren über das Aufsetzen der feinen Aderendhülsen bis zur Endprüfung. Wer die Abnahme am Prüfstand bestand, konnte sein Kabel als Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen. Neben den Workshops führen Werksrundgänge durch die Produktionshallen.

Für manche der Kinder ist nach diesem Tag klar: Der Weg in die Arbeitswelt könnte in Wedel beginnen.

 

 

 

 

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