Wie steht’s um Wedels Schatzkammern für jedermann?

Gangster-Trend Schließfachraub – wedel-klartext fragt bei den Geldinstituten nach

Published30. Januar 2026

AuthorJörg Frenzel

Schließfachanlage

Stadtsparkasse Wedel Schließfächer #2

Der Schließfachraum der Stadtsparkasse von innen - welche diversen Sicherheitsmaßnahmen außer jeder Menge Stahl noch vorhanden sind, erfahren Kunden vielleicht in persönlichen Gesprächen. Foto: Stadtsparkasse

Gelsenkirchen, Norderstedt, Strausberg und aktuell Wilhelmshaven – das Böse ist immer und überall. Eine Serie von teils spektakulären Einbrüchen in Schließfächer von Geldinstituten will kein Ende finden. Grund genug für wedel-klartext, mal bei den Wedeler Banken nachzufragen, wie es denn um ihre „Schatzkammern für jedermann“ bestellt ist.

Selbstverständlich schweigen Stadtsparkasse, Haspa, Commerzbank und Volksbank wie ein Grab, wenn es um konkrete Sicherheitsmaßnahmen für ihre Schließfächer geht. Lediglich Volksbank  („Unsere Schließfächer entsprechen stets den neuesten Sicherheitsstandards.“) und die Stadtsparkasse äußern sich allgemein: „Sicherheit ist ein fortlaufender Prozess. Die Sicherheit von Schließfachanlagen ist das Ergebnis eines mehrschichtigen Systems aus baulichen Maßnahmen, moderner Technik, klaren organisatorischen Abläufen und der engen Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden“,  heißt es und:  „Als Stadtsparkasse Wedel überprüfen wir diese Sicherheitskonzepte – auch in Abstimmung mit unserem Versicherer – regelmäßig und passen sie an neue Erkenntnisse an“, erklärt Markus Winter, Leiter Privatkunden und Portfoliomanagement. Insgesamt ergibt sich in der Umfrage der Eindruck, dass Wedels Geldinstitute nicht allzu nervös sind, was die Wirksamkeit der Vorkehrungen gegen Übeltäter betrifft.

„Die Nachfrage bei Schließfächern ist hoch“

In allen Wedeler Geldinstituten ist es möglich, wichtige Dokumente, Schmuck und „Notgroschen“ zu deponieren. Was die Anzahl angeht, rückt nur die Volksbank mit konkreten Zahlen heraus. 699 dieser Mini-Tresore befinden sich in der Filiale in der Bahnhofstraße. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns aus Sicherheitsgründen nicht zur konkreten Anzahl und Verfügbarkeit äußern“, heißt es beispielsweise bei der Commerzbank.

Alle Institute können sich über einen Mangel an Nachfrage nicht beklagen. „Die Nachfrage ist schon seit Jahren hoch – die Auslastung liegt insgesamt bei über 80 Prozent“, teilt die Haspa mit. „Den aktuellen Bedarf können wir decken, freie Fächer gibt es auf Anfrage“, so die Volksbank

Bei den Kosten für Schließfächer sind die Geldinstitute völlig transparent. 119 bis 589 Euro werden pro Jahr von der Commerzbank in Rechnung gestellt. Bei der Volksbank liegt die Spanne – je nach Größe – zwischen 60 und 290 Euro per anno. Das kleinste und am häufigsten genutzte Fach der Haspa hat eine Größe bis 4,5 Liter und kostet 69 Euro im Jahr – also rund 19 Cent für tägliche Sicherheit. Bei der Stadtsparkasse beginnt der Jahrespreis bei 65 Euro pro Fach und reicht bis 185 Euro für große Stahlcontainer.

Versicherungsschutz variiert bei den Banken in Wedel

Und jetzt das Thema, das in Gelsenkirchen wütende Proteste auslöste: der Versicherungsschutz. Die Stadtsparkasse bietet 15.000 Euro als inklusive Versicherung. Bei der Commerzbank ist grundsätzlich jedes Bankschließfach bis zu einer Summe von 26.000 Euro versichert. Inkludiert ist bei der Haspa jeweils ein – nach eigenen Angaben im Wettbewerbsvergleich sehr hoher – Versicherungsschutz in Höhe von 40.000 Euro pro Fach. Die Volksbank setzt auf individuelle Lösungen: „Ein Versicherungsschutz ist nicht automatisch inklusive und kann individuell zugebucht werden.

Art und Umfang der Absicherung hängen vom jeweiligen Schließfachvertrag zwischen Kunde und Hamburger Volksbank ab. Je nachdem, was in einem Schließfach gelagert werden soll, kann eine darüberhinausgehende Versicherung, die privat abgeschlossen wird, sinnvoll sein – entweder über eine zusätzliche Schließfachversicherung oder auch über eine Erweiterung im Rahmen der eigenen Hausratversicherung“, so das Unternehmen. Zusatzversicherungen können auch bei allen anderen Unternehmen abgeschlossen werden.

Jeder weiß: Eine Versicherung ist nur dann gut, wenn sie im Schadensfall auch zahlt. Deshalb tun Kundinnen und Kunden gut daran, die Inhalte der Schließfächer zu dokumentieren, damit Diskussionen im Fall der Fälle möglichst vermieden werden. „Dafür eignen sich beispielsweise Fotos, Kaufbelege sowie eine detaillierte Inventarliste, die den Wert der eingelagerten Gegenstände nachvollziehbar macht“, erläutert die Commerzbank. Wegen der individuellen Versicherungsverträge sind bei der Volksbank auch die Bedingungen über Nachweise direkt mit den Versicherungen zu klären.

Tipp: Inhalt der Schließfächer dokumentieren

Die Stadtsparkasse benennt auch Fotos der Schätze als Beleg – idealerweise mit einer aktuellen Tageszeitung als Zeitbeleg – sowie Rechnungen oder Zertifikate zu den Wertgegenständen. Pressesprecherin Juliane Oehlert: „Auch Gutachten oder Wertschätzungen von Juwelieren oder Sachverständigen sind gute Nachweise, ebenso wie selbst erstellte Aufstellungen mit Wertangaben und Kaufdatum, die regelmäßig aktualisiert werden. Je besser und nachvollziehbarer Wertgegenstände dokumentiert sind, desto zügiger und unkomplizierter kann die Schadensabwicklung erfolgen.“ Genauso sieht das die Haspa und weist auf eine Selbstverständlichkeit hin, die aber wohl nicht immer beachtet wird: „Die Dokumentation ist außerhalb des Schließfaches aufzubewahren.“

Ausnahmslos alle Institute freuen sich, wenn Interessierte auf persönliche Beratung zurückgreifen, um vertraulich alle offenen Fragen um Fachgröße, Sicherheit, Versicherungsschutz und mehr zu klären. (Jörg Frenzel)

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