Wasser in Wedel läuft und läuft und läuft….

Dürre: Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen gibt es in Wedel bei der Wasserversorgung durch die Stadtwerke keine Einschränkungen.

Published14. August 2026

AuthorJörg Frenzel

STW Wasser Lucas Karstens Verteilstation

Wasser-Experte Lucas Karstens in einer der Stadtwerke-Verteilstationen – durch mächtige Rohre strömt das Wasser.

Ob bereits Klimawandel oder nur mal ein besonders intensiver Sommer: An vielen Orten in Deutschland sitzt man derzeit auf dem Trockenen. In vielen Flüssen ist die Schifffahrt unmöglich, in München war zeitweise das Rasensprengen und Befüllen von Kinder-Planschbecken verboten, Wasserentnahme oder Rasenbewässerung in Teilen von Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen war eingeschränkt. Das Wasser ist knapp. In Wedel sieht da die Welt ganz anders aus. „Bei uns ist alles gut“, stellt Lucas Karstens, Wassermeister der Stadtwerke Wedel heraus, „die Pegel zeigen normale Stände.“ Engpässe oder Einschränkungen sind für das kommunale Versorgungsunternehmen deshalb Fremdwörter.

Bitte kein Wasser verschwenden!

Doch das bedeutet keineswegs eine Generalamestie fürs gedankenloses Herumpanschen. „Natürlich sollte man trotzdem kein Wasser vergeuden, sondern umsichtig mit diesem kostbaren Rohstoff umgehen“, sagt Lucas Karstens. Denn: „Wir liegen mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 133 Litern am Tag acht Liter über dem Bundesdurchschnitt – und das sollten wir ändern.“ Im Fokus stehen Nachhaltigkeit und Umweltschutz durch einen möglichst geringen Verbrauch.

Dass es in Wedel mit der Versorgung der Haushalte reibungslos läuft und läuft und läuft, sei laut Stadtwerken der Partnerschaft mit den Hamburger Wasserwerken, beziehungsweise deren 100-prozentiger Tochter „Holsteiner Wasser“ zu verdanken. „Wir haben keine eigenen Brunnen, sondern bekommen unser Wasser aus dem Wasserwerk Haseldorfer Marsch neben dem ehemaligen Krankenhaus zugeliefert.“

Kleine Schalter bedienen große Ventile: Geregelt wird die Anlage elektronisch – bequem per Bildschirm.

Durch zwei 60 Zentimeter durchmessende Rohre strömen Jahr für Jahr rund 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser von Hamburg Wasser in das Wedeler Leitungsnetz. „Das liegt seit Jahren ziemlich stabil und schwankt nur um Werte zwischen 10.000 und 20.000 Kubikmetern. Das ist eher gering“, so Lucas Karstens. Holsteiner Wasser betreibt in Uetersen weitere Brunnen.

Sieben Netzabschnitte in der Stadt bringen es nach Angaben des kommunalen Versorgungsunternehmens  zusammen auf 160 laufende Kilometer Rohrleitungen. Die schwindenden Gusseisen- und immer häufiger werdenden PE-Leitungsrohre in Durchmessern von 63 und 225 Millimetern bringen das kostbare Nass zu den Haushalten.

Ins Netz wird investiert. Pro Jahr wird laut Stadtwerken etwa ein laufender Kilometer Guss-Leitung durch Kunststoff ersetzt – der ist robuster. Dafür ist ein neun Techniker starkes Team zuständig, für das übrigens Nachwuchs gesucht wird. Lucas Karstens: „Die Stadtwerke bilden Anlagenmechaniker für Rohrnetz-Systemtechnik aus. Ein Beruf mit Zukunft.“

Nur zwei Prozent Verlust

Das Leistungsnetz der Stadtwerke sei gut in Schuss. Nur etwa zwei Prozent Flüssigkeit gingen verloren. Und dafür seien nicht allein Leckagen verantwortlich, die man nie zu 100 Prozent vermeiden kann. Sondern auch jeder Einsatz, bei dem die Feuerwehr Löschwasser über Hydranten abzapft. Auch „unerlaubte Entnahmen“, also: Wasserdiebstahl, kommen dann und wann mal vor. Wer erwischt wird, wie er am Zähler manipuliert, ihn ausbaut oder überbrückt, bekommt eine Strafanzeige.

Wedels Wasser besitzt eine Top-Qualität. Die relevanten Grenzwerte werden weit unterschritten. Wer es ganz genau wissen will, erfährt Details dazu bei „Holsteiner Wasser“.

Pflichtprogramm Probe-Entnahme: Regelmäßig werden kleine Mengen für Tests auf Keime abgezapft.

Und das angelieferte Wasser werde auch von den Stadtwerken noch einmal mehr überwacht. Alle 14 Tage würden Proben entnommen und für das Gesundheitsamt auf Keime untersucht. Stets seien die Ergbnisse negativ gewesen. Deshalb können sich alle Wedelerinnen und Wedeler unbedenklich ein Glas einschenken, wenn die Wärme durstig macht. Lucas Karstens: „Prost Wasser!“

 

 

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