VINCORION gewinnt Winden-Wartungs-Partner
Wedeler Technologieunternehmen sieht sich auf dem Weg zu "wettbewerbsfähiger europäischer Rettungswindenlösung" - Geschäftsentwicklung positiv - neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht
21. Mai 2026
Jörg Frenzel

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Der H145 von Airbus gehört zu den Helikoptermodellen, die die Winsch von VINCORION tragen. Foto: Airbis/KI
Frohe Botschaft aus der Wedeler Industriestraße: Das Technologieunternehmen VINCORION und die norwegische Firma Heli-One wollen eng kooperieren, um die neue Hubschrauber-Rettungswinde der Wedeler zum Erfolg zu bringen. Gemeinsam wollen sie die Markteinführung, Zertifizierung, Integration und die Wartung der elektrischen „Rettungswinde der nächsten Generation“ für verschiedene Hubschraubertypen unterstützen. Das teilte VINCORION mit. Die Technik mit dem Namen „ERH premierV-System“ kann unter anderem im Helikopter H 145 von Airbus, einem „Arbeitspferd“ der Rettungsdienste, zum Einsatz kommen.

Sieht für Laien relativ unscheinbar aus – ist mit seinen technischen Eigenschaften aber ein Stolz des Unternehmens: die neue elektrische Rettungswinde von VINCORION.
Mit dieser Partnerschaft komme VINCORION einem bedeutenden Wunsch der Nutzer von Hubschraubern nach, in denen diese Winde verbaut ist. „Unnötig lange Standzeiten der Helikopter bei Wartungen können vermieden werden. Die Rettungshubschrauber können schnell wieder in den Einsatz“, sagte Friedrike Gasa, Sprecherin von VINCORION gegenüber Wedel-Klartext. Bei nötigen Wartungen oder auch Defekten müssen die Winschen nämlich nicht ins Hauptwerk nach Wedel geschickt und dort bearbeitet werden, sondern das nach eigenen Angaben auf seinem Gebiet weltweit führende Unternehmen Heli-One übernimmt diese Aufgaben dichter beim Kunden vor Ort.
Mehr noch: Das Team von Heli-One, wird mit seiner Expertise dazu beitragen, die Grundlagen für die Zertifizierung der Winden für andere Hubschrauber-Typen zu erreichen. Solche luftfahrttechnischen Zulassungen bestätigen, dass das Wedeler Produkt mit den anderen Komponenten eines Fluggerätes harmoniert und so problemlos eingesetzt werden kann. Konsequenz: Weitere Hubschrauber-Hersteller können die Winde einbauen und somit bekäme VINCORION die Chance auf noch mehr Kundschaft. „Heli-One verfügt über Zertifizierungen sowie Fachkompetenz für eine breite Palette von Zellen und Komponenten bedeutender Hubschrauber- und Triebwerkshersteller, darunter Leonardo, Airbus, Sikorsky, Bell, Safran Helicopter Engines, Pratt & Whitney Canada und General Electric“, so VINCORION.
Langjährige Erfahrungen
Seit mehr als 40 Jahren bauen die Wedeler sichere und zuverlässige Winden-Systeme für zivile und militärische Hubschraubereinsätze. „Das neue ERH premierV-System ist dafür ausgelegt, Lasten von 303 Kilogramm mit einer Geschwindigkeit von zwei Metern pro Sekunde über Distanzen von bis zu rund 100 Metern zu heben“, beschreibt VINCORION seine Technik und: „Darüber hinaus verfügt es über eine drahtlose Fernsteuerung, die flexible Einsatzmöglichkeiten bietet und das System ideal für komplexe Rettungsmissionen sowie sicherheitskritische Einsätze in anspruchsvollen Onshore- und Offshore-Umgebungen macht.“ Dabei seien lange Wartungsintervalle und ein geringerer Aufwand beim Lebenszyklus des Gerätes weitere Pluspunkte.

Vor der Winde: Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (rechts) weiß, welche Perle er mit VINCORION und dessen Geschäftsführer Kajetan v. Mentzingen im Lande hat. Foto: Frenzel
Die Wedeler sind deshalb guter Dinge. „Für die Markteinführung des ERH premierV ist es unser Ziel, Kunden flexible Integrationsmöglichkeiten und eine hohe Verfügbarkeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu bieten“, erklärte Simon Böttcher, Director Segment Aviation bei VINCORION. „Durch die Kombination der innovativen Entwicklungs- und Fertigungskompetenz von VINCORION im Bereich Rettungswinden mit den Zertifizierungs- und MRO-Fähigkeiten von Heli-One schaffen wir eine wettbewerbsfähige europäische Rettungswindenlösung, die den Kundenanforderungen hinsichtlich Leistung, Sicherheit und zuverlässigem Langzeit-Support gerecht wird.“
Neue Kräfte gesucht
Überhaupt läuft es offensichtlich gut in der Technologie-Schmiede, in der am Standort Wedel rund 600 Leute beschäftigt sind. Denn es wird weiterhin Verstärkung gebraucht. Elektriker, Mechatroniker und Ingenieure beispielsweise sind willkommen. Wer einen Job sucht, kann hier erfahren, was VINCORION zu bieten hat.
Nach eigenen Angaben ist der „führender Entwickler und Hersteller von Energie- und Mechatroniklösungen für Verteidigungsplattformen und fortschrittliche Luftfahrtsysteme“ gut in sein erstes Börsenjahr gestartet. Zwar ist der Aktienkurs von seinem bisherigen Hoch von fast 24 Euro pro Anteilsschein derzeit auf knapp 19 Euro abgerutscht, doch die Firma habe ihren Umstz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf rund 69 Millionen Euro steigern können – das stärkste Quartal in der Unternehmensgeschichte. Der Auftragseingang von rund 149,4 Millionen Euro übersteige den Vorjahreswert fast um das Vierfache. Fürs laufende Jahr wird ein Umsatz von bis zu 320 Millionen Euro erwartet.







