VINCORION forscht für SENTINEL

Wedeler Unternehmen ist einer von 42 Partnern aus 16 Ländern – und Spezialist für die Energieversorgung in dem Verteidigungsprojekt der EU.

Published5. März 2026

AuthorJörg Frenzel

Zum Glück nur eine Animation - ein Feldlager mit den (grünen) Engergielieferanten für Fahrzeuge.

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Zum Glück nur eine Animation - ein Feldlager mit den (grünen) Engergielieferanten für Fahrzeuge.

SENTINEL – Wächter. Das ist der Codename für ein Projekt des Europäischen Verteidigungsfonds. Dahinter verbirgt sich die Entwicklung von autonomen und nachhaltigen Lösungen für die Energieversorgung militärischer Camps und taktischer Operationen. Weg von fossilen Brennstoffen wie Benzin und Diesel, die als Ölprodukte im V-Fall möglicherweise schwer zu bekommen sind – das ist das Ziel.  Und das Wedeler Technologieunternehmen VINCORION Power Systems GmbH übernimmt eine Schlüsselrolle bei der Erkundung des Weges dorthin.

„Moderne militärische Operationen sind in hohem Maße von zuverlässiger Energieversorgung abhängig – ob für Kommunikation, Aufklärung oder den Betrieb von Feldlagern. Gleichzeitig verbrauchen mobile Generatoren enorme Mengen Treibstoff, was Nachschubketten komplex macht, Einsatzkräfte bindet und verwundbar macht. SENTINEL entwickelt deshalb intelligente, nachhaltige Energiesysteme, durch die Streitkräfte unabhängiger, effizienter und widerstandsfähiger werden sollen“, teilte das Unternehmen mit

Langjährige Erfahrung

Mit über 70 Jahren Erfahrung bringe VINCORION seine Expertise in Energie- und Mechatroniklösungen für einsatzkritische Anwendungen in das Projekt ein. VINCORION-Komponenten sind beispielsweise in Patriot-Flugabwehrsystemen, in diversen gepanzerten Fahrzeugen und  auch Luftfahrzeugen verbaut.

Konkret steuert das Unternehmen zwei Kernkomponenten bei: einen Energieerzeuger, das 50‑Kilowatt‑Power Generator Module (PGM) und einen Energiespeicher das 50‑Kilowattstunden‑Energy Storage Module (ESM). Die Systeme wurden entwickelt, um ein mobiles Feldlager autark mit Strom zu versorgen – auch unter extremen Bedingungen wie Hitze, Kälte oder Staub. „Derzeit werden sie in realen Feldtests erprobt. Die erste Testkampagne erfolgt gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr in München, bevor internationale Feldtests in unterschiedlichen Klimazonen folgen, darunter die Niederlande und Aruba“, so das Unternehmen.

Erste Meilensteine in Sicht

Dabei decke VINCORION drei zentrale Energiefähigkeiten ab: moderne Stromerzeugung („Advanced Genset“), Energiespeicherung („Energy Storage Battery“) und intelligente Netzsteuerung für dezentrale Energieverbünde („Micro Grid Control“). Diese Netzsteuerung könne verschiedene Quellen wie Batterien und Generatoren optimal kombinieren, ebenso wie Photovoltaik, Windkraft oder Brennstoffzellen.

Darüber hinaus übernehme VINCORION eine koordinierende Rolle: Das Unternehmen leite die Integration aller Demonstrationsprototypen im Projekt und trage die Gesamtverantwortung für den Bereich Energiespeicherung über alle Entwicklungsphasen hinweg.

Aktuell erarbeite VINCORION gemeinsam mit den Projektpartnern die technischen Spezifikationen für die einzusetzenden Komponenten. Diese Arbeit soll schon bis Ende März abgeschlossen sein – „ein wichtiger erster Meilenstein und Grundlage auf dem Weg zu den geplanten Demonstrationen“.

Diese Botschaft dürfte sowohl in Sicherheits- als auch in Finanzkreisen aufmerksam zur Kenntnis genommen werden. Denn derzeit prüft die Wedeler Firma, deren Wurzeln im ehemaligen Tech-Konzern AEG liegen, einen Börsengang.

 

 

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