Vielleicht soll’s doch ein Stromer sein?
Preisschock für Sprit bringt E-Mobilität Wachstumsschub - Stadtwerke Wedel unterstützen E-Auto-Fans mit Technik und Know-how
4. April 2026
Jörg Frenzel

E-Mobilität Schnell-Ladestation Rissener Str E-Auto
Die Stadtwerke Wedel betreiben nicht nur ein öffentliches Netz von E-Tankstellen, sondern stehen auch mit Infos parat, wenn man eine eigene Wallbox möchte.
Sprit weit über zwei Euro den Liter! Die aktuellen Preise an den Zapfsäulen sorgen für schlechte Laune – und bei manchem zumindest für Gedankenspiele, E-mobil zu werden. Die Stadtwerke Wedel sehen das als Chance. „Wir haben uns als kompetenter Partner für Ladelösungen etabliert, der von der Beratung über die Auswahl der passenden Technik bis zur Installation alles aus einer Hand anbietet“, teilte Stadtwerke-Geschäftsführer Jörn Peter Maurer mit.
Nach Angaben seines Unternehmens wurden in den ersten beiden Monaten des Jahres deutschlandweit rund 89.000 neue rein elektrische Pkw zugelassen. „Gegenüber 2025 entspricht dies einem Wachstum von rund 25 Prozent“, bilanzierten die Stadtwerke. Der kommunale Versorger will dabei auf zweierlei Art von dem Trend profitieren: als Platzhirsch bei den öffentlichen Strom-Säulen und als Partner für alle, die zuhause laden wollen.

„Energiewende findet bei jedem Einzelnen statt“
Im Netzgebiet stehen demzufolge derzeit 16 öffentliche Ladesäulen mit insgesamt 32 Ladepunkten parat. Die Zahl der privaten Lademöglichkeiten beträgt ein Vielfaches. Aktuell sind im Versorgungsgebiet rund 850 private Wallboxen installiert. „Denn die Energiewende findet nicht nur in großen Kraftwerken, sondern auch bei jedem Einzelnen zuhause statt“, sagt Jörn Peter Maurer, mit maßgeschneiderten Lösungen wolle man den Umstieg auf die E-Mobilität einfach und sicher machen.
Das funktioniert offensichtlich. „Die Nachfrage nach Heimladeprodukten wächst stetig“, sagt Viktoria Reinefeld. Sie ist zertifizierte E-Mobilitätsmanagerin bei den Stadtwerken und hat die Marktentwicklungen im Blick. „Ein wichtiger Trend ist das bidirektionale Laden. Das bedeutet, ein Elektroauto kann nicht nur Strom aufnehmen, sondern bei Bedarf auch wieder abgeben und so als mobiler Speicher dienen“, sagt sie.
V2V, V2H und V2G
Das gibt’s in drei Varianten: zum einen Vehicle-to-Vehicle (V2V) – mit Energiefluss von Auto zu Auto, zum anderen Vehicle-to-Home (V2H) – das Auto versorgt dabei auch das eigene Hausnetz und zum dritten Vehicle-to-Grid (V2G) – dahinter verbergen sich Einspeise-Möglichkeiten ins ins öffentliche Stromnetz. Reinefeld beschreibt den Sachstand: „Die Markteinführung von V2H ist bereits im Gange, während V2G noch vor regulatorischen und technischen Hürden steht. Voraussetzung ist immer eine spezielle Wallbox, ein kompatibles Fahrzeug und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber.“
Da die Anforderungen an eine private Ladelösungen laut Stadtwerken sehr individuell seien, haben sie schon mal eine Checkliste zusammengestellt:
- Ist ein passender Stromanschluss (Drehstrom, 400 V) vorhanden?
- Welche Ladeleistung (beispielsweises 11 oder 22 kW) wird benötigt?
- Soll Strom aus dem Netz oder vielleicht sogar von der eigenen Photovoltaik-Anlage genutzt werden?
- Wird ein geeichter Zähler zur Abrechnung mit dem Arbeitgeber benötigt?
- Welche Komfort- und Sicherheitsfunktionen sind gewünscht – muss die Technik abschließbar sein, ist ein festes Kabel gewollt, soll RFID zur Authentifizierung eingesetzt werden?
Preise von Anforderungen und Wünschen abhängig
Und wie steht’s da mit den Kosten? „Jede Anforderung wirkt sich auf den Preis aus“, so Viktoria Reinefeld und weiter: „Die reine Technik kostet zwischen 600 und 3.000 Euro. Hinzu kommen die Installationskosten, die je nach Aufwand für Erdarbeiten oder Kabelwege zwischen 800 und 2.500 Euro liegen können.“
Deshalb rät Viktoria Reinefeld Interessierten dazu, sich beraten zu lassen und schiebt gleich mal eine Werbeblock ein: „Wir informieren unsere Kundinnen und Kunden detailliert und bieten nach der Entscheidung auch die komplette Installation durch unsere regionalen Kooperationspartner an.“






