Neues Kapitel beim Fensterbauer Cornelius Korn GmbH – Willi Korn sagt „tschüss“
Langjähriger bester Kunde "Tischler & Sohn" übernimmt Wedeler Traditionsunternehmen
13. Juli 2026
Jörg Frenzel

Korn Fenster Belegschaft Frenzel
Gruppenbild zum Abschied: Wilhelm Korn (vordere Reihe mit Sonnenbrille) und sein (Ex-)-Team.
Jahrzehntelang bauten Wilhelm „Willi“ Korn und sein Tischler-Team von Wedel aus Fenster und Türen für die Villen der Welt. Die „Cornelius Korn GmbH“ wurde unter seiner Regie zur festen Größe in den Kreisen hochkarätiger Architektur-Büros. Nun wurde in der Betriebsstätte an der Von-Linné-Straße ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Chef hatte seinen letzten Arbeitstag. Das klingt für jene, die Willi Korn kennen, ein wenig überraschend, denn schließlich fehlte er in den vergangenen Jahrzehnten so gut wie nie im Büro. Nun wurde eine gute Nachfolgeregelung mit dem Partner „Tischler und Sohn“ gefunden, der die Produktion der Korn GmbH übernommen hat.

Sein Ziel: das ideale Mischungsverhältnis von Technologie und Schönheit. Wilhelm Korn tritt jetzt kürzer. Foto: pr
„Herr Korn hat dieses Unternehmen nicht nur aufgebaut, sondern geformt und geprägt und hinterlässt so ein bemerkenswertes Lebenswerk“, sagte Betriebsleiter Daniel Müller auf der Verabschiedung unter Beifall der Belegschaft und: „Aber für Sie stand der wirtschaftliche Erfolg nie alleine im Vordergrund. Ihre Bürotür stand sowohl für Ideen als auch für die Sorgen der Mitarbeiter immer offen, und so haben Sie auch manchem Kollegen durch persönliche Krisen geholfen. Sie kennen die Mitarbeiter nicht nur als Arbeitskräfte, sondern als Menschen.“
Der scheidende Chef hörte es ein bisschen ungläubig: „Mal ehrlich: Habt ihr euch wirklich immer so wohlgefühlt?“ Aus der Belegschaftsrunde kam Bestätigung. Seinen ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gab er mit auf den Weg: „Wenn ihr das Teamwork erhaltet, kann nichts schief gehen.“
Kleine Anfänge
Die Geschichte des weltweit anerkannten Spezialisten hatte nach dem Krieg ganz klein angefangen. Gründer Cornelius „Conny“ Korn und seine Tischler-Truppe waren seit 1946 mit Volldampf beim Wiederaufbau dabei. Unter der Regie seines Sohnes Wilhelm, der 1980 nach seinem Studium in Rosenheim in die Firma einstieg, kam zum soliden Handwerk noch kräftiger kreativer Rückenwind. Das Unternehmen brachte zahlreiche Innovationen hervor. Fenstersysteme wie die „Sprosse 22“- auch „Wiener Sprosse“ genannt – ist „eine schöne, stilsichere und hochfunktionale Fensterkonstruktion, sie rettete viele Häuser vor der Kaputtsanierung“, wie das Unternehmen nicht ohne Stolz berichtete.
- Auch von Innen aus zauberhaft durch Korn-Fenster ist dieses Haus von Architekt Marc P. Finlay
- In Greenwich, Conneticut, steht dieses von Marc Finlay mit Korn-Fenstern gebaute Haus.
- Shope Reno Wharton entwarfen dieses Haus in Conneticut – mit Sprossenfenstern aus Wedel. Fotos: pr
Seit 1986 hat das Wedeler Unternehmen über seinen Partner „Tischler und Sohn“ Zugang zum großen und zahlungskräftigen US-Markt. Wirtschafts-Tycoons gehören ebenso zur Kundschaft wie Show-Stars – wer es ist, darüber hüllt sich die Firma in hanseatischer Diskretion. „Tischler und Sohn“ ist in den langen Jahren zum besten Kunden geworden – und übernimmt nun die Fertigung.
Unter dem neuen Namen TFW Tischler Fensterwerk Wedel soll an der Von-Linné-Straße nun kräftig in neue Technik investiert werden – aber es gilt: „Never change a winning team.“ Die rund 60 Personen starke Belegschaft hat auch nach dem Besitzerwechsel Bestand, denn das handwerkliche Know-how ist einzigartig.
- Modern geht natürlich auch. Dieses Haus von Frieri Architekten steht in der Zentralschweiz.
- Auch Villen in Harvestehude werden von den Wedeler Tischlern ausgestattet.
- Dieses 1798 errichtete Hamburger Wohnhaus erhielt von Architekt Jan Wichers Fenster, die original aussehen, aber modernste Sicherheitsgläser haben.
Alle Hölzer ökologisch
Auf rund 5.000 Quadratmeter Produktionsfläche fertigen die Fachleute aus feinsten Hölzern, vornehmlich Mahagoni und Eiche, Fenster und Türen aller Formate. Die Produkte sind ausgestattet mit vielen Spezialbeschlägen. Es kommen je nach Bedarf unterschiedliche Gläser – Hurricane geprüft, durchbruch- oder beschusssicher – zum Einsatz. Alle Hölzer sind ökologisch eingeschlagen und FSC-zertifiziert. Es wird maßgefertigt und individuell an die Architektur angepasst. Architekten-Größen wie Robert Stern, Gerkan Marg, Sebastian Treese und viele mehr sind mit den Produkten und der Projektabwicklung so zufrieden, dass langjährige Partnerschaften an der Tagesordnung sind.
Qualität entsteht nicht allein durch gute Handwerkerinnen und Handwerker – zu ihren Fertigkeiten kommt die große Motivation hinzu. „Flache Unternehmenshierarchien, die Wertschätzung der Meinung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Gewissheit, an etwas Besonderem statt an Massenware mitzuarbeiten, tragen dazu bei“, sagte Betriebsleiter Müller. Das Unternehmen bildet aus. Auch Praktikantinnen und Praktikanten werden an das Berufsfeld herangeführt. „Natürlich sind auch immer neue gute Kräfte willkommen. Wer einen anspruchsvollen, erfüllenden Job sucht – der oder die mögen sich gern bei uns melden“, so Daniel Müller.

Zum Inseltraum passen natürlich nur traumhafte Fenster auf Indigo Island.










