medac gibt Diagnostik-Sparte ab
Susana Gomara Munoz und Stefan Lindner haben Bereich per Buy-out mit „mevida Diagnostika GmbH“ übernommen
17. Februar 2026
Jörg Frenzel

Vertragsunterzeichnung medac_mevida
Das Geschäft ist perfekt: Susana Gomara Munoz und Stefan Lindner (rechts) mit medac-Geschäftsführer Frank Lucaßen nach der Vertragsunterzeichnung. Foto: medac
Es brachte Geld ein und galt stets als eine der beiden Säulen im Geschäftsmodell des Pharmaunternehmens medac – doch nun ist es weg. „Das profitable Diagnostikgeschäft wird im Rahmen eines Management-Buy-outs von zwei bisherigen Mitarbeitenden übernommen und künftig eigenständig als mevida Diagnostika GmbH fortgeführt“, teilte das Unternehmen mit, das zu den bedeutendsten in der Stadt gehört, weil es hier Hunderte von weltweit rund 2000 Arbeitsplätzen bietet und für sichere Gewerbesteuereinnahmen sorgt. Susana Gómara Muñoz und Dr. Stefan Linder heißen die beiden nun Ex-medac Mitarbeiter, die mit medac-Geschäftsführer Frank Lucaßen den Übernahmevertrag abgeschlossen haben. Auf die Frage nach dem Kaufpreis hieß es: „Wir bitten um Verständnis, dass wir hierzu keine Angaben machen können.“
Fokussierung aufs Kerngeschäft Pharma
Die medac begründet den Deal mit der Bündelung ihres Kerngeschäftes: „Die medac Gruppe richtet ihre Unternehmensstrategie konsequent auf das Pharmageschäft aus.“ Die Entscheidung sei eine „bewusste, vorausschauende strategische Weichenstellung zur Stärkung der Kernkompetenzen und zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenserfolgs. Sie erfolgt nicht aus operativen oder finanziellen Gründen, sondern zur klaren Fokussierung auf das Kerngeschäft Pharma.“
Große Konsequenzen für die Stadt Wedel wird diese Umstrukturierung wohl nicht haben. „Die Entscheidung ist Teil einer klaren, langfristigen strategischen Fokussierung auf das pharmazeutische Kerngeschäft. Für den Standort Wedel ergeben sich keine negativen Auswirkungen. Wedel bleibt Headquarter für die medac Gruppe und wird strategisch weiterentwickelt“, teilte medac auf Nachfrage von wedel-klartext mit.
„Keine negativen Auswirkungen für Wedel“
Die Diagnostik-Abteilung war nämlich nicht in Wedel, sondern am Standort Tornesch angesiedelt. 17 Mitarbeitende vertrieben von dort aus die Test-Kits, deren Inhalte von anderen Unternehmen zugeliefert wurden. „Die betroffenen Mitarbeitenden wechseln geschlossen in die neue Einheit. Rund die Hälfte ist im Außendienst tätig und bleibt weiterhin in den jeweiligen Vertriebsregionen aktiv“, erläuterte medac. Laut Unternehmen bewegte sich das Diagnostikgeschäft „im niedrigen einstelligen Prozentbereich des Gesamtumsatzes von medac.“ Gewerbesteuerausfälle dürfte die Stadt somit nicht zu befürchten haben. Sogar positiv für die Stadt könnte sich der Buy-out auswirken, denn zur Verwendung des Kaufpreises erklärte medac: „Die frei werdenden Mittel investieren wir gezielt in globales Wachstum und Innovation in unserem pharmazeutischen Kerngeschäft.“
Diagnostik für viele Anwendungen
Zwar galt das 1970 bei medac etablierte Diagnostikgeschäft im Vergleich zu den Therapeutika stets als das dünnere der beiden Standbeine, doch es wirkte nicht weniger segensreich. Allein das Portfolio der Infektionsdiagnostik umfasste über 40 verschiedene Tests für bakterielle und virale Infektionen. Das Unternehmen bot Lösungen zur Diagnose von Autoimmunerkrankungen an und lieferte Reagenzien zur Differenzierung von Tumorgewebeproben für die Pathologie und mehr.
Unter neuer Flagge soll es weitergehen: „Für bestehende Kunden bleibt Kontinuität in Produktportfolio, Service und persönlichen Ansprechpartnern gewährleistet, da mevida die Mitarbeitenden der bisherigen Diagnostik-Abteilung übernommen hat.“ Mit dem Thema „Ansprechpartner“ ist das bisher aber noch so eine Sache: Als wedel-klartext telefonischen Kontakt zum neuen Unternehmen über die auf der Unternehmensseite angegebene Nummer suchte, sprach eine Stimme vom Band: „We’re sorry. The number, you have dialed is not in service“ – niemand zu erreichen, auch auf Mailanfrage bisher keine Resonanz.







