Lippold kommt!
Frohe Botschaft aus dem BusinessPark Elbufer: 2029 will der Industrie-Dienstleister sein neues Hauptquartier in Wedel eröffnen.
17. April 2026
Jörg Frenzel

Baehr (2)
Ta-daaa! So in etwa wie auf dem Plan, den Wedels Wirtschaftsförderer Manuel Baehr (links) und Johann Harms, CEO der Lippold Gruppe, präsentierten, soll das neue Gebäude aussehen.
16.000 Quadratmeter Fläche hat die Hamburger Lippold GmbH im BusinessPark Elbufer in Wedel für sich reserviert. Rund zweieinhalb Millionen Euro dürften nach jetzigem Stand vor den abschließenden Verhandlungen in die Stadtkasse fließen, nachdem die Tinte auf dem Kaufvertrag trocken sein wird. Noch einmal 6,5 bis 9,5 Millionen Euro wird die Firma in Gebäude und Technik ihres neuen „Headquarters“ investieren. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen dann „Innovative Industrietechnik für höchste Betriebssicherheit“ (Lippold) produzieren.
Dies verkündete Johann Harms, CEO der Lippold Gruppe, im Rahmen eines Besuchs der schleswig-holsteinischen Wirtschaftsstaatssekretärin Julia Carstens auf dem Gelände. Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto hatte eine große Runde eingeladen, um das „Sahnestück“(Fisauli-Aalto) eines Gewerbegebietes vorzustellen. Mit dabei: der Landtagsabgeordnete Martin Balasus (CDU), ein kleines Team der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg (WEP) mit Geschäftsführerin Dr. Jennifer Schweiger an der Spitze und Landrätin Elfi Heesch, die – zumindest die letzte Strecke – mit dem Fahrrad anreiste.
Hamburger Firmen fehlen oft Erweiterungsflächen
Wie Johann Harms berichtete, leidet das derzeit in Hamburg-Bahrenfeld ansässige Familienunternehmen seit Jahren unter Platzmangel. In Hamburg sei es extrem schwierig, an nötige Erweiterungsflächen zu kommen, da Grundstücke zumeist nur noch auf Erbpacht abgegeben werden. Die Bedingungen seien in der Hansestadt für die Firma, die unter anderem Airbus und Lufthansa-Technik zu ihren Kunden zählt, insgesamt schwierig, sodass der Schritt über die Stadtgrenze – aber bitte nicht allzuweit! – gewagt werden soll. Im Entscheidungsprozess des Unternehmens hatte Wedel mit Norderstadt noch einen starken Wettbewerber gehabt. Doch Wedel habe sich durchgesetzt, unter anderem weil man mit der Wirtschaftsförderung der Stadt seit Jahren „vertrauensvoll zusammengearbeitet“ habe.
Als Wirtschaftsförderer Manuel Baehr diese Worte hörte, strahlte er mit der Sonne um die Wette. Satte vier Jahre steht er mit der Lippold GmbH in Kontakt und wirbt um das Unternehmen. Er verhandelt, preist an, beruhigt die Politik, beruhigt den Investor und tut auch ansonsten alles Legale, was man so macht, um einen „dicken (Wirtschafts-)Fisch“ an Land zu ziehen – und das im Stillen, während sich Bürgerinnen und Bürger darüber mokieren, dass sich in dem Wirtschaftspark wohl nun so gar nichts tue, und die Medien Nackenschläge austeilen. Aber jetzt ist Baehr auf der Zielgeraden. Wenn alles gut geht, könnte im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden.
Planungen bei der Firma Lippold laufen auf Hochtouren
Rund 9000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche soll das Bauwerk bekommen, 4600 Quadratmeter davon in Hallen unter anderem für Werkstätten. Die Planungsarbeiten von Lippold laufen auf Hochtouren. Johann Harms freut sich darüber, dass er für viele aus seiner Belegschaft, die im Hamburger Umland wohnen, einen kurzen Weg zur Arbeit bieten kann.

Claus Dieter Büttner (links) berichtete Staatssekretärin Julia Carstens und Wirtschaftsförderer Manuel Baehr, wie sein neues Gebäude energieautark werden soll.
Einer, der diese Planungen schon hinter sich hat und gleich gegenüber gerade ein neues Betriebsgebäude errichtet, ist Claus Dieter Büttner, Geschäftsführer der Firma C. D. Büttner Sicherheitstechnik GmbH. Er lernte beim Besuch der Staatssekretärin nicht nur seinen neuen Nachbarn kennen, sondern berichtete überdies von der Zukunft seines Gebäudes mit Laboren, Werkstätten und einem großen Lagerbereich. Meldeanlagen für Einbrüche und Brände sowie Videotechnik gehören zum Metier der Firma und die Notrufzentralen von Hamburg und Schleswig-Holstein zu seinen Kunden. Auch Claus Dieter Büttner erläuterte, dass die Arbeit in Schleswig-Holstein einfacher sei und nannte die Entwicklung von Drohnentechnik samt der notwendigen Testläufe als Beispiel dafür. Es gebe seitens der Behörden weniger Restriktionen.
Staatssekretärin lädt Firmen zu Runde über Sicherheitstechnik ein
Aber dafür vielleicht mehr Chancen. Eine von ihnen tat sich gleich beim Termin auf. Staatssekretärin Julia Carstens lud beide Unternehmer ein, zur neuen Firmen-Gemeinschaft zu stoßen, die sich in Schleswig-Holstein mit Verteidigungs- und Sicherheitstechnik beschäftigt. Claus Dieter Büttner und Johann Harms nahmen gern an.
Beim Besuch der Staatssekretärin standen auch Gespräche über das geplante Gründerzentrum des Kreises Pinneberg in Wedel und ein Besuch bei der FH Wedel an – davon demnächst mehr bei www.wedel-klartext.de







