DHL: Die Verbundzusteller kommen!

...und die -zustellerinnen natürlich auch. Brief- und Paketpost werden bald nur noch gemeinsam ausgetragen.

Published5. August 2026

AuthorJörg Frenzel

Paketzustellung mit StreetScooter Work L 05

Briefe und Pakete künftig aus einer Hand beziehungsweise den Händen der Zustellerinnen und Zusteller. Foto: Deutsche Post DHL

Große Dinge tun sich in Wedel bei der DHL AG, die unter dem Markennamen „Deutsche Post“ Briefe und Pakete ausliefert. Es läuft nicht allein die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau des neuen Zustellzentrums an der Rissener Straße auf Hochtouren. Auch der Zustellprozess selbst befindet sich im Umbruch. Das Zauberwort lautet: „Verbundzustellung“. Das heißt: In nicht allzu ferner Zukunft werden Briefe und Pakete gemeinsam von einer Person an die Empfängerinnen und Empfänger gebracht.

Geschäft im Wandel

Das ist eine Revolution im Vergleich zu jenen Zeiten, als Postbeamte wie Walter Spahrbier in schnieker Uniform mit Schirmmütze nicht nur die Gewinnerkarten in den Quiz-Shows von Wim Thoelke zogen, sondern in der ganzen Republik analoge Nachrichten verteilten – Brief- und Paketboten streng getrennt.

„Unser Geschäft befindet sich seit Jahren in einem kontinuierlichen Wandel. Die klassischen Briefmengen gehen zurück, und getrieben durch den E-Commerce sehen wir jedes Jahr steigende Paketmengen. Daran müssen wir sowohl unsere Kapazitäts- als auch unsere Personalplanung im Betrieb anpassen, um weiterhin wirtschaftlich und zuverlässig arbeiten zu können. Wir modernisieren Abläufe, Technologien und Strukturen, um unsere postalische Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen – und damit auch weiterhin attraktive Arbeitsplätze mit sehr guten tariflich mitbestimmten Bedingungen bieten zu können“, sagte Tobias Buchwald, Pressesprecher der DHL Group, auf Anfrage von Wedel-Klartext.

Sinkende Briefmengen

Angesichts der sinkenden Brief- und steigenden Paketmengen sei die Verbundzustellung ein effizientes und wirtschaftliches Konzept. „Bereits heute werden 68 Prozent aller Sendungen im Verbund zugestellt, 2020 lag der Anteil noch bei 57 Prozent. Konkret bedeutet das, dass unseren Zustellerinnen und Zustellern seltener ein fester Stammbezirk zugewiesen wird und unsere Kräfte auf unterschiedlichen Zustelltouren eingesetzt werden können. Das erfordert die Flexibilität unserer Mitarbeitenden einerseits, sichert aber auf der anderen Seite so die 180.000 tarifgebundenen Arbeitsplätze“, so der Pressesprecher.

Die Verbundausweitung sei ein laufender Prozess und erfolge Schritt für Schritt, sodass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Auslieferung ausreichend Zeit hätten, um sich an die neuen Prozesse zu gewöhnen. „Darüber hinaus werden unsere Zustellerinnen und Zusteller regelmäßig in Dienstunterrichten geschult. Mit diesen Maßnahmen stellen wir sicher, dass unsere gewohnt hohe Zustellqualität auch in Zukunft gewährleistet sein wird“, berichtete Tobias Buchwald.

Bald meist elektrisch unterwegs

Was bedeutet das konkret für Wedel? „Von unserem Zustellstützpunkt in Wedel aus sind derzeit 14 Kolleginnen und Kollegen an sechs Tagen in der Woche für unsere Kundinnen und Kunden unterwegs. Die Verbundausweitung ist auch in Wedel ein laufender Prozess, der bereits erfolgreich angelaufen ist. Nach Inbetriebnahme unseres neuen Standortes wird der überwiegende Teil unserer Zustellerinnen und Zusteller aufgrund des Sendungsmixes mit elektrischen Zustellfahrzeugen unterwegs sein. Wo möglich und sinnvoll, werden wir vereinzelt weiterhin Fahrräder für die Zustellung von Briefen und kleinformatigen Sendungen einsetzen“, antwortete der Pressesprecher.

Welche Herausforderungen es dabei gibt, beispielsweise inwieweit sich mehr haltende Fahrzeuge auf den Verkehrsfluss auswirken oder ob noch andere Faktoren Auswirkungen haben, war nicht zu erfahren. Der Pressesprecher: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zu weiteren betrieblichen Details nicht äußern.“

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