„Der Tonnenhafen ist ein hidden champion!“

Bundestagsabgeordneter Daniel Kölbl und Landtagsabgeordneter Martin Balasus setzten Kurs auf den Wedeler Betriebshof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA).

Published17. Mai 2026

AuthorJörg Frenzel

Personengruppe vor Schiff

WSA Bauhof Wedel Kölbl (27)(1)

Informativ für Besucher und Besuchte: Bernd Vaessen (von links), Jörg Tienken, Martin Balasus, Daniel Kölbl, Thilo Wachholtz und Christina Ruddeck vor dem Eisbrecher Bär, der derzeit im Wedeler "Tonnenhafen" wieder in Schuss gebracht wird. Fotos: John Hildebrand

Wer sich von der Schulauer Straße aus auf den Weg zum Hamburger Yachthafen macht, kommt zwangsläufig an einem Gelände mit kleinem Leuchtturm und großen Schiffen im Wasser und an Land vorbei. Ein Metallzaun lässt zwar Blicke zu, doch, was sich dort tut, bleibt den meisten verborgen. Die Rede ist vom Betriebshof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA), seit Ur-Zeiten eher flapsig „Tonnenhafen“ genannt. Ohne diese Institution wäre die Elbe eine andere, eine schlechtere. Deshalb besuchten der Bundestagsabgeordnete Daniel Kölbl und der Landtagsabgeordnete Martin Balasus (beide CDU) den „Tonnenhafen“ und seine Crew.

Daniel Kölbl ist als Mitglied des Bundesverkehrsausschusses quasi vom amtswegen insbesondere an den Leistungen des „Tonnenhafen“-Teams für die Sicherung der Seeschifffahrtsstraße Elbe interessiert. Für Martin Balasus hat der in seinem Wahlkreises Pinneberg-Elbmarschen liegende Hafen zudem allgemeine Bedeutung für die Region. Beide Politiker teilten nach dem Besuch die Einschätzung: „Der Tonnenhafen ist ein hidden champion!“

Die Elbe ist „Herzschlagader“ des Hamburger Hafens

Hidden champion – versteckter Meister. Christina Ruddeck, Leiterin des WSA Elbe Nordsee, Thilo Wachholtz vom Infrastrukturmanagement des WSA, Bauhofleiter Jörg Tienken und Bernd Vaessen sowie Fachgebietsleiter Fachdienste beim WSA Elbe Nordsee gaben Auskunft über Aufgaben und Herausforderungen für das WSA im Allgemeinen und den Tonnenhafen im Besonderen.

An Bord auf dem Trockenen: Die Schiffbauer Ayhan Özken (vorn von links) und Michael von Weiss sowie ihr Anlagenmechaniker-Kollege Michael Leonhard (stehend von links) ließen sich von Daniel Kölbl, ihrer Chefin Christina Ruddeck und Martin Balasus bei der Wartung über die Schultern schauen.

Die Elbe ist „Herzschlagader“ des Hamburger Hafens. Und eine Ader darf nicht durch Sedimente „verkalken“ – im übertragenen Sinne. WSA-Peilschiffe loten die Wassertiefen aus – Bagger externer Unternehmen räumen den Schlick weg. WSA-Teams kümmern sich ums Befestigen von Böschungen. Sie achten auf die Betonnung, wechseln die schwimmenden Fahrwassermarkierungen mehrfach im Jahr aus, reparieren sie und sorgen für Ersatz. Sie setzen Warntonnen an Gefahrenstellen aus und Messtonnen, um unter anderem die Strömung zu dokumentieren. Daniel Kölbl: „Ich habe gelernt: Trotz aller technischen Hilfsmittel wie Radar sind die Tonnenmarkierungen für die Sicherheit unverzichtbar!“

Mann vor Schiff

Jörg Tienken ist der Leiter des Betriebshofs. Er freut sich auf motivierte junge Leute, die dort eine Ausbildung absolvieren wollen – jetzt bewerben!

 

Zum anderen gebe der Hafen positive Impulse für die Wirtschaft der Region und darüber hinaus. Bauhofleiter Jörg Tienken informierte, dass sich derzeit wieder ein Schiffsreparaturbetrieb im Aufbau befinde, nachdem diese Leistungen über Jahre hauptsächlich extern vergeben wurden. Doch der Kurs wurde geändert wegen knapper Werftkapazitäten in der freien Wirtschaft einerseits und andererseits der Notwendigkeit, die rund 600 „schwimmenden Einheiten“ der WSV-Flotte oft kurzfristig wieder instand setzen zu müssen.

In der Tischlerei tauschten sich die Abgeordneten mit Azubis über deren Arbeit aus.

Personalmangel ist auch dabei eine Hürde. Da sind beispielsweise die Sparvorgaben der Bundesregierung. Und da ist der Wettbewerb mit Industriebetrieben wie Airbus um Fachkräfte. Doch das WSA stellt sich den Herausforderungen. WSA-Elbe-Nordsee-Chefin Christina Ruddeck steuert mit Änderungen an der Organisationsstruktur auf das Ziel zu, Arbeiten effizienter zu erledigen.

Betriebshofleiter Jörg Tienken setzt auf mehr eigene Ausbildung von Nachwuchs. Neue Werkstätten wurden dafür eingerichtet, in denen angehende Tischler sowie Metall- und Elektrotechniker auf ihre Gesellenprüfungen vorbereitet werden. Die Berufsbilder sind vielfältig. Einen Einblick in die Möglichkeiten können Interessierte hier bekommen. Die Perspektiven für junge Leute sind gut. Schon jetzt werden nach Angaben von Tienken frisch gebackene Gesellinnen und Gesellen in der Regel für zwei Jahre übernommen. Die in den nächsten Jahren aus dem Arbeitsmarkt ausscheidende Boomer-Generation bildet einen Großteil der Belegschaft, sodass sich die Chancen auf sichere Arbeitsplätze in diesem Bundes-Dienst noch erhöhen dürften.

Der Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecher seiner Fraktion, Marin Balasus, freut sich in diesem Zusammenhang besonders, dass der Bauhof dabei auch offen und direkt auf weiterführende Schulen zugeht, um über die Job-Möglichkeiten zu informieren.

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