Rettungs-Föderalismus überwinden!

Published5. September 2026

AuthorJörg Frenzel

Kommentar zu: Retter unter Vollast – immer häufiger müssen Hamburger in Wedel ran

Den Rettungssanitätern, Notärzten und Leitstellen-Planern der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) ist mit Sicherheit kein Vorwurf zu machen, wenn sie immer öfter Hilfe der Hamburger Kollegen für Wedel  anfordern müssen. Sie tun ihr Bestes in ihrem so wichtigen Stress-Job, der sie mit stark wachsenden Einsatzzahlen belastet – bei ungenügender Personalausstattung.

Es ist Sache der Verwaltungen und Politik, hier Abhilfe zu schaffen und den Sanis das Leben leichter zu machen. Das kann zum einen durch bessere finanzielle Ausstattung und zum anderen durch veränderte Strukturen geschehen. Der Förderalismus mit letztendlich willkürlich festgelegten Länder- und Zuständigkeitsgrenzen wirkt beim Rettungsdienst, wo es oft um Leben und Tod geht, besonders anachronistisch. Er muss überwunden werden.

Wenn ohnehin die Hamburger Feuerwehr immer häufiger in Wedel aushelfen muss, wäre doch wohl eine umfänglichere Gesamtplanung angebracht. Im digitalen Zeitalter mit KI sollte es nämlich möglich sein, Rettungsdienst und Krankentransporte länderübergreifend zu vereinheitlichen und zu organisieren. Warum sollte, was bei der Luftrettung klappt, nicht auch am Boden funktionieren?

Letztendlich sind es öffentliche „Betriebe“ – die Hamburger Feuerwehr und die von mehreren Landkreisen getragene RKiSH und auch andere – die immer stärker zusammenarbeiten und möglicherweise verschmolzen werden müssten. Und dafür ist die Politik zuständig. Allein schon Synergien beispielsweise finanzieller Art bei der gemeinsamen Beschaffung von Fahrzeugen, vereinheitlichter Ausstattung sowie Material und – auch wenn’s bestimmt kompliziert wird – beim Personal sollten für eine noch stärkere Kooperation Ansporn sein.

 

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