Nicht überziehen
11. März 2026
Jörg Frenzel
Das Wedeler Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme ist unbestreitbar der dunkelste Fleck in der Stadtgeschichte. Es ist eine Pflicht, an das Leid der dort damals rund 500 gefangen gehaltenen Menschen zu erinnern, von denen mindestens 27 gestorben sind. Mehr Informationen sind hier zu erfahren.
In Wedel gibt es eine gelebte Erinnerungskultur. Die wunderbare Marianne Wilke beispielsweise klärte als Zeitzeugin bis an ihr Lebensende jüngere Generationen auf. Bundesverdienstkreuzträgerin Irmgard Jasker und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter werden nicht müde, auf das grausige Geschehen von einst hinzuweisen. Es gibt „Stolpersteine“ im Stadtgebiet – und es gibt das Denkmal für die Gefangenen des Außenlagers.
Beim DHL-Neubauprojekt muss dieses Denkmal verlegt werden. Die Planer der DHL haben das sensibel und angemessen getan: mehr Platz, Sitzgelegenheiten, grünes Umfeld. Und DHL übernimmt die Kosten.
Das sollten diejenigen aus den Reihen der Grünen mal dankbar zur Kenntnis nehmen, es dabei belassen und mit ihren Wünschen nicht überziehen. Bei dem Bauprojekt handelt es sich nämlich in erster Linie nicht um die Neu-Konzeption oder Neu-Anlage einer Gedenkstätte, sondern um die Neu-Ansiedlung eines perspektivreichen Unternehmens – das aber trotzdem freiwillig viel tut, um zur Wedeler Erinnerungskultur beizutragen.
Kommentar zu „Schandfleck wird DHL-Stützpunkt“


