Haarige Sache Einkaufsstraße
18. Juli 2026
Jörg Frenzel
Kommentar zum Ergebnis der Meinungsumfrage in Barbershops und Friseure in Wedel – zum Haare raufen?
Die – zugegebenerweise nicht repräsentative – Umfrage von Wedel-Klartext zur Anzahl der Friseure und Barbershops in Wedel hat ein deutliches Stimmungsbild gebracht. Drei Personen finden, dass es zu wenige Salons gibt, zwei meinen, es seien gerade genug, aber 166 Personen finden, dass es zu viele Betriebe gebe, die Leistungen zum Haar-Outfit anbieten.
Also zumindest gefühlt stimmt wohl etwas nicht mit dem Branchenmix inbesondere in der Bahnhofstraße. Das beschränkt sich nicht auf das Metier der Kopfpflege. Obst- und Gemüsehändler zuhauf, aber seit dem Ende von Spielzeug-Feuchtner kein Fachgeschäft für Kinderträume mehr. Studios fürs Nagelfeilen und Plastik-Fingernägel, aber kein reiner Herrenausstatter wie früher Lauer (im angrenzenden Rosengarten), Handy-Läden statt eines Elektro-Artikel-Händlers wie damals Prahl und kein Haushaltswarengeschäft wie einst Schneider und schon mal gar kein Kaufhaus. Aber Läden, die vom Anschein her die Reste von Haushaltsauflösungen versilbern und ein Kulturverein – und das in „A-Lagen“. Plus reichlich Leerstand. Zugegeben: Es ist nicht alles schlecht: Jüngst sind beispielsweise ein Weinhändler und ein Laden für Brautmoden dazugekommen.
Florian Gehre, der Wirtschaftmanager des Vereins Wedel-Marketing, hat wohl traurigerweise Recht, als er gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärte: „Die langen Einkaufsstraßen funktionieren mittlerweile nicht mehr, also müssen wir auf unseren Flächen die Aufenthaltsqualität steigern.“
Da wäre vielleicht ein erster Ansatz, sich ein bisschen mehr um Sauberkeit zu kümmern. Insbesondere um bestimmte Gemüse-Läden fällt auf, wie sich gebrauchte Kisten und Kartons türmen und nicht selten manch anderer Abfall noch dazu. Sicherlich, die Stadtverwaltung ächzt immer wieder über Personalmangel. Aber wenn für das Verteilen von Parksünder-Tickets – was in Wedel exzellent funktioniert – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamts eingesetzt werden, könnten die doch quasi nebenbei auch mal bei den Rumpel-Händlern vorbeischauen.
Is‘ mal nur so eine Idee…


