Dinge möglich machen!
18. Februar 2026
Uwe Heitmann
Es muss nicht jeder ein glühender Fan von Privatschulen sein. Mit ihrer Erhebung von Schulgeld, speziellen Lehrkonzepten und der von manchen als elitär verorteten Selbstdarstellung stehen sie immer wieder im Zentrum kritischer Bildungsdebatten. Ob jeder Anwurf berechtigt ist, darf sicher bezweifelt werden. Tatsache ist, dass die alternativen Bildungsangebote immer beliebter werden – jeder zehnte deutsche Schüler besucht bereits eine Privatschule. Das große Interesse trifft auch auf die Elbschule zu. Ihre Anmeldezahlen steigen kontinuierlich; sie ist mittlerweile ein nicht unbedeutender Standortfaktor für Wedel – und jetzt haben auch alle Ratsfraktionen die „positive Entwicklung“ der Einrichtung begrüßt und wollen die Schule in der Stadt halten.
Umso bedenklicher mutet da der schroffe Kurs der Stadtverwaltung bei der Suche nach einem neuen Standort für die Bildungseinrichtung an. Über Jahre hat der Förderverein für mehr als ein Dutzend Areale Anfragen gestellt – und prallte stets ab. In jedem Fall gab es aus dem Rathaus ein Nein.
Das wird in den meisten Fällen begründet gewesen sein. Doch zumindest für das Grundstück Feldstraße 124/126 scheint das zweifelhaft. Wenn externe Fachleute eine Ausnahmegenehmigung hier für durchaus möglich halten, dann stellt sich schon die Frage, warum eine solche Lösung im Rathaus überhaupt nicht in Betracht gezogen – und eben auch nicht mit der Politik diskutiert wurde. Offensichtlich wird stets nach Aktenlage geurteilt, dass Dinge nicht möglich sind. Wie etwas möglich gemacht werden könnte, ist kein Bestandteil der Verwaltungsagenda.
Es ist gut, dass die Fraktionen den Prozess jetzt intensiv begleiten. Zwar gilt der 2025 in Kraft getretene „Bauturbo“ nur für die Errichtung von Wohnungen und nicht für Schulgebäude. Dennoch können ein Abbau von Bürokratie und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren auch in diesem Fall nicht schaden.
Vielleicht können die Politiker dann mit der Verwaltung auch noch einmal erörtern, warum eine Schule – deren Betreiber das Gelände für geeignet halten – an der Feldstraße nicht gebietsverträglich sein soll, eine Hochschule das aber offenbar ist. Denn der Erweiterungsbau der FH Wedel steht seit Jahren auf derselben Straßenseite – nur zwei Hausnummern neben der freien Fläche.
Kommentar zu: Elbschule weiter ohne neue Heimat


