Die Reepschlägerhaus-Schnapsidee

Published14. April 2026

AuthorJörg Frenzel

Kommentar zu: „Reepschlägerhaus in Gefahr!“

Man fragt sich, bei welcher Rathaus-Feier zu später Stunde dieser Vorschlag der „Projektgruppe“ entstanden sein könnte: „Die Musikschule zieht mit Ihrer Verwaltung (3 Personen) in das Reepschlägerhaus. … Die alleinige Nutzung des Reepschlägerhauses soll aus Gründen des Datenschutzes, empfindlichen Instrumenten und Musikunterricht ausschließlich der Musikschule vorbehalten sein.“

Wedels einzigartiges Bau-Kleinod soll also hauptsächlich den Schreibtischen der Bürokratie vorbehalten bleiben. Da muss man erst mal drauf kommen!

Engagierte Bürgerinnen und Bürger hatten seinerzeit dafür gekämpft, dass die Stadt das architektonische Schmuckstück nicht mehr verwahrlosen ließ, sondern sanierte. So kam es in einen Zustand, an dem sich die Bürgerinnen und Bürger und viele, viele Gäste erfreuen konnten. Hunderte von Kultur-Events profitierten von dem einmaligen Flair des historischen Bauwerks.

Und nun bald Verwaltungs-Büroräume mit vor ein paar Jahren groß renovierter Küche für die Kaffeepausen?

Man kann nur inständig hoffen, dass mutige Politikerinnen und Politiker dieser Schnapsidee des Fachdienstes Gebäudemanagement ein möglichst rasches Ende machen. Das Haus muss für die Öffentlichkeit erhalten bleiben.

Am besten wäre es, wenn es der Stadtverwaltung komplett entzogen würde. Warum nicht das Reepschlägerhaus kulturell zweckbestimmt privatisieren? In Wedel gibt es viele Kultur-Freundinnen und Freunde mit der nötigen finanziellen Stärke, so ein Gebäude zu unterhalten. Unter dem Dach einer Stiftung könnte man sie zusammenführen, sodass sie dieses Glanzstück der kulturellen Szene bewahren.

Selbst wenn die Stadt das Gebäude für nur einen Euro abgäbe, hätte sie schon viel gewonnen. Kosten für Bauunterhaltung und Investitionen würden den Etat nicht mehr belasten, ebensowenig die Personalkosten für die Immobilien-Verwalterinnen und -Verwalter im Rathaus.

Dass das Reepschlägerhaus der Stadt gehört, ist nicht gottgegeben. Es funktionierte ein paar Jahrhunderte auch ganz prima, als es sich im Privatbesitz befand.

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