Viel Glück, Florian Gehre!
4. Mai 2026
Jörg Frenzel
Kommentar zu: Viele Aufgaben für Wedel-Marketing-Manager Florian Gehre
Florian Gehre wird sich über Langeweile nicht beklagen können. Viele teils jahrzehntealte Probleme setzen dem Einkaufsstandort Wedel zu. Da ist das Elbe-Einkaufszentrum. Da ist der durch die Elbe nach Süden eingeschränkte Kundenkreis. Da sind Besitzer von Ladenimmobilien, die ihre Räume lieber leerstehen lassen, statt die Mieten zu senken, weil es zum einen steuerwirksam ist und man mit hohen Angaben zum Mietzins besser an frisches Geld kommt. Und dann die neuen Schwierigkeiten: Sie heißen Temu und Amazon und Geiz-ist-geil-Mentalität. Insgesamt brachte die Melange, zu der sicherlich noch Mindestlöhne und anderes gehören, alteingesessene Geschäftsleute zur Aufgabe – von Spielzeug-Feuchtner bis Euronics.
Die Konsequenz: Es etablieren sich Händler, die trotz aller Widrigkeiten auf irgendeine Art klar kommen. Das sind für alle offensichtlich in den vergangenen Jahren verstärkt Barber-Shops, Nagel-Studios, Handy-Läden und Gemüse-Geschäfte und – zugegeben – auch Cafés. Aber der Branchenmix schwindet – insgesamt kann König Kunde froh sein, wenn er eine Computermaus oder einen Topf noch in einer vergleichsweise kleinen Abteilung im Super- oder Baumarkt findet.
Zweite Konsequenz: Reichlich Laden-Leerstand in der Bahnhofstraße und darüber hinaus.
Florian Gehre will den Rahmen der Themen „Branchenmix“ und „Leerstand“ neu denken. Die Innnestadt soll der Ort sein„an dem man sich aufhält, trifft, verweilt, gemeinsam Zeit verbringt“. Natürlich hat er recht, dass nicht entscheidend ist, ob jede heute leer gewordene Fläche neu vermietet wird. Aber in Wedel redet man nicht mehr von morgen oder übermorgen – diverse Räumlichkeiten in A-Lage stehen schon seit Jahren leer. Auch über „Zwischennutzungen, Pop-ups und einladende Schaufenstergestaltung“ spricht man in Wedel schon länger.
Da ist Florian Gehre viel Glück zu wünschen, dass er dabei jenen Erfolg hat, der anderen in der Vergangenheit nicht vergönnt war.


