Zukunft studieren in Wedel
Hochschulinfotag zeigt, wie praxisnah und innovativ die Fachhochschule Wedel aufgestellt ist.
23. Februar 2026
Wolf-Robert Danehl

FachhochschuleInfotag_danehl (10)
Urban Farming, der erfolgreiche kommerzielle Anbau von Pflanzen im städtischen Umfeld, ist ein innovatives Projekt das Patrick Kaland, Master of Science, an der FH vorantreibt. (Fotos: Danehl)
Roboter, die selbstständig fahren, Pflanzen, die ohne Erde wachsen, und Studierende, die in virtuellen Welten eigene Spiele entwickeln: Der Hochschulinfotag der Fachhochschule Wedel bot allen Besucherinnen und Besuchern einen lebendigen Einblick in die Vielfalt moderner Wissenschaft.
Tradition trifft Innovation
Die FH Wedel ist nicht nur die älteste private Fachhochschule Deutschlands – sie gilt zugleich als Pionierin der praxisorientierten Lehre. Gegründet wurde sie 1948 als Physikalisch-Technische Lehranstalt in Lübeck. Seit dem Umzug nach Wedel 1963 entwickelte sich die Einrichtung kontinuierlich weiter. Heute bietet die gemeinnützige Hochschule 14 Bachelor- und neun Masterstudiengänge an – von klassischer Informatik bis hin zu neuen Disziplinen wie Data Science, Artificial Intelligence oder Sustainable & Digital Business Management.
- Hochschulleiter Prof.Dr. Eike Harms „hat gut lachen“, die FH Wedel hat mittlerweile 1000 Studiernde. – 800 Bachelor- und 200 Masterstudierende.
- Lars Neumann (v.links) und Birger Wolter standen für Fragen rund um die Berufsfachschule Rede und Antwort.
„Wir verstehen uns als Hochschule, die Wissenschaft greifbar macht“, betont Hochschulleiter Prof. Dr. Eike Harms, der die FH Wedel seit 2010 in dritter Generation führt. „Unsere Studierenden profitieren von kleinen Lerngruppen, einer guten Betreuung, flachen Hierarchien und einer engen Verzahnung von Theorie und Praxis“, so Harms.
Um schon im Grundstudium mehr Praxisbezug zu haben, wurde ein sechswöchiges projektbezogenes Study Bootcamp eingeführt. Nicht trockene Lehre wartet da, sondern unternehmensbezogene praktische Projekte. Interdisziplinäre Lernveranstaltungen, hohe Verschränkungen von Vorlesungen und Übungen ergänzen das vernetzte Konzept. „Zudem hilft es, dass es einen Förderverein, „Wedeler Hochschulbund“ gibt und damit die FH mit vielen auch regionalen Unternehmen mit geringem bürokratischen Aufwand kooperieren kann und das erleichtert sowohl das Studium als auch den Berufseinstieg “, ergänzt der FH-Präsident.
Lernen im Tandem
Ein besonderes didaktisches Konzept setzt die FH Wedel auf das sogenannte Tandem-Learning: Lehrende und Studierende arbeiten projektorientiert und auf Augenhöhe zusammen. So auch Marian Gajda, Lehrbeauftragter für Virtual Reality, der sich beim Infotag von der Kreativität seiner Studierenden begeistert zeigt. „Ich sehe mich weniger als Dozent, sondern als Begleiter“, erklärt Gajda. „Ich unterstütze die Studierenden, wenn sie eigene Welten oder Games entwickeln – von der Idee bis zum fertigen Produkt.“
Gerade dieser interaktive Lernansatz zieht viele junge Menschen an. Rund 1000 Studierende sind derzeit eingeschrieben, darunter etwa 800 im Bachelor und 200 im Master. Die FH finanziert sich zu 69 Prozent aus Studiengebühren, zu 24 Prozent aus Landeszuschüssen und zu sieben Prozent aus Drittmitteln.
Forschung zum Anfassen
Wie praxisnah Lehre und Forschung ineinandergreifen, zeigte sich im ganzen Hochschulgebäude. In den Laboren konnten Besucherinnen und Besucher am Hochschulinfotag demonstriert bekommen, wie Einzelteile an CNC-Drehmaschinen gefertigt werden. Im Bereich Industrie 4.0 standen automatisierte Produktionsprozesse im Mittelpunkt, während im Robotik-Labor kleine, selbstfahrende Fahrzeuge durch Sensorik und künstliche Intelligenz ihre Umgebung erkundeten.
- Chayakorn Netramai präsentierte kleine selbstfahrende und selbstständig suchende Roboterfahrzeuge.
- Die beiden Bachelorstudenten Jan Niklas Maaßen (v.links) und Joshua Schnuchel zeigten ein paar Produktionsmöglichkeiten der Fertigungstechnik.
Großes Publikumsinteresse galt auch dem Urban Farming-Projekt: Tomaten und Paprika wachsen hier ohne Erde, direkt in einer nährstoffangereicherten Wasserlösung. „Hydroponische Kultivierung steht exemplarisch für nachhaltige Technologieentwicklung“, erläutert Patrick Kaland, Master of Science, der Biologe, der das Projekt begleitet.
Virtuelle Welten und reale Chancen
Ein regelrechter Publikumsmagnet war das Virtual-Reality-Labor. In einem sogenannten CAVE erlebten Gäste virtuelle Fahr- oder Flugreisen mit beeindruckenden 3D-Effekten. Studierende präsentierten dabei eigene VR-Spiele, bei denen Programmierung, Design und Interaktion verschmelzen.
„Das ist genau die Art von Motivation, die wir fördern wollen“, resümiert Prof. Harms. „Unsere Ausbildung macht Studierende fit für Berufe, die es in dieser Form vor wenigen Jahren noch gar nicht gab.“
- Vitual Reality – Realität neu erleben. Autofahren oder ein Sonnensystem durchfliegen in einer CAVE.
- Lehrbeauftragter Marian Gajda präsentierte das Capture-Motion-Suit. Die Technik ermöglicht die Übertragung der Bewegung des Anzuges auf den Bildschirm.
Stark vernetzt in die Zukunft
91 Partnerunternehmen – von Otto über Lufthansa Technik bis Signal Iduna – arbeiten mit der FH Wedel im dualen Studienmodell zusammen. Viele Absolventinnen und Absolventen gründen nach dem Studium eigene Firmen. Start-ups wie tolingo, eyefactive oder Health Future entstanden direkt aus FH-Projekten. Unterstützt werden sie vom hauseigenen Startup-Bridge-Team, das mit dem Slogan „Von der Idee bis zum eigenen Start-up“ Gründungsideen begleitet.
- Tuba Ercan ist eine der Projektleiterinnen der FH Startup Bridge. Sie wollen GründerInnen beraten, vernetzen, qualifizieren und vernetzen.
- Mit Legosteinen animierten die Projektleiterinnen von Startup Bridge zu kreativen Projektideen und kleine Preise gab es dafür auch noch.
Was das Studium kostet – und warum es vergleichsweise günstig ist
Die Studiengebühren liegen derzeit bei rund 14.070 Euro für sieben Semester im Bachelor-Vollzeitstudium, also etwa 2.010 Euro pro Semester, zuzüglich Semesterticket. Damit bewegt sich die FH Wedel deutlich unter dem Niveau vieler anderer privater Hochschulen in Deutschland, an denen Gebühren von 4.000 bis über 10.000 Euro pro Semester keine Seltenheit sind. „Verglichen mit staatlichen Hochschulen ist das natürlich eine Investition, im Umfeld der privaten Hochschulen sind unsere Studiengebühren aber bewusst moderat gehalten“, heißt es aus der Hochschule. Hinzu kommt: Wer dual studiert, zahlt in der Regel keine Studiengebühren, da diese von den Partnerunternehmen übernommen werden – gleichzeitig erhalten die Studierenden eine monatliche Vergütung.
So bewies der Hochschultag einmal mehr, wie eng Zukunftsorientierung, wissenschaftliche Neugier und regionale Verwurzelung an der Fachhochschule Wedel zusammengehören – und dass sich praxisnahes Studieren und Innovation hier bestens verbinden lassen.















