„Wir sind sehr zufrieden mit den Zahlen“
Stadtbüchereileiterin Ilka Hachenberg zieht Halbjahres-Bilanz.
28. Juli 2026
Jörg Frenzel

Büchereileiterin Ilka Hachenberg Copyright Stadtbücherei Wedel(1)
Leiterin Ilka Hachenberg sieht in der Bücherei mehr als einen Ort des Lesens - sie betrachtet sie als lebendigen Treffpunkt. Foto: Stadtbücherei
Sommerzeit – Lesezeit. Ob am Strand, am Pool oder auf dem Balkon – was gibt es Schöneres, als in den Ferien entspannt zu schmökern? Selbstverständlich ist es prima, Exemplar für Exemplar die eigene Bibliothek zu komplettieren, denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Doch Ausleihen in der Stadtbücherei Wedel geht auch. Und nach Angaben des Biblio-Teams funktioniert das hervorragend.
„Wir sind sehr zufrieden mit den Zahlen. Bisher haben wir bei den physischen Medien rund 50 Prozent der Ausleihen des Vorjahres in Höhe von 170.000 erreicht. Bei den E-Medien setzt sich dieser Trend fort. Auch hier wurden 50 Prozent der Vorjahresausleihe erzielt: 20.966 zu 41.733. Die Nutzung elektronischer Medien bleibt trotz vieler Konkurrenzangebote stabil und verdeutlicht den anhaltenden Bedarf“, sagt Büchereileiterin Ilka Hachenberg und weiter: „Wir freuen uns, dass unser Publikum die Medienangebote so gut nutzt. Wenn es im zweiten Halbjahr so weitergeht, werden wir den Wert der Vorjahreszahlen der ,aktiven Nutzenden‘ erreichen.“ Das waren 6.200.
Sparnöte
Ein hoher Zuspruch – das dürfte dem Renommée der Institution gut tun. Denn seitens von Politikern wird die Höhe des Zuschussbedarfs von rund einer Millionen Euro im Jahr kritisiert. Die Bücherei hat das wahrgenommen und sogar im Jahresbericht dazu Stellung genommen. „Seit eineinhalb Jahren lastet die Herausforderung der Haushaltssanierung … auch auf der Stadtbücherei. Es wurden umfangreiche Prüfungen durchgeführt, Verträge neu verhandelt und Sach- sowie Medienetats gekürzt. Zusätzliche Aufgaben der nicht mehr besetzten Stellen in der Schulbücherei und die Schulbuchrücknahme und -ausgabe wurden übernommen, und weniger stark nachgefragte Angebote infolge steigender Preisentwicklungen angepasst oder beendet“, heißt es in dem Bericht.
Ungeachtet dessen sei nach den Debatten im Rat Anfang 2026 erkennbar, dass weitere Anstrengungen erforderlich sein werden. Büchereileiterin Hachenberg stellte gegenüber der Politik heraus: „Statt die Maßnahmen und angestrebte Synergieeffekte zum Beispiel mit der Volkshochschule greifen zu lassen, werden Forderungen erhoben, die bei den Menschen, die in der Institution arbeiten, Verunsicherungen erzeugen. Ich schreibe hier bewusst Menschen und nicht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten die Forderungen und Berichte eine Demotivation, für die Menschen eine existentielle Belastung.“
Sie führte dazu aus, dass im Team beispielsweise alleinerziehende Mütter, Menschen mit Schwerbehinderung und Hauptverdienende arbeiteten. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten mit großem Engagement über die eigentlichen Aufgaben hinaus dazu beigetragen, die Stadtbücherei zu dem zu formen, was sie heute sei: ein lebendiger Aufenthaltsort, eine Bücherei mit hochwertigem Medienbestand, ein Schulungszentrum, ein kultureller Treffpunkt und ein niederschwelliger Zugang.
Sparbemühungen
In ihrem Jahresbericht versprach Ilka Hachenberg: “ Wir werden in der Arbeitsgruppe weitere Anstrengungen unternehmen, um zur Haushaltssanierung beizutragen. Im Jahr 2026 stehen die Projekte der Umrüstung des Lichts auf stromsparende LEDs und der vollständige Anschluss an das WLAN der Stadt im Zentrum der Bemühungen. Dies alles wird zu weiteren Einsparungen führen. Unser Ziel ist es, die Bücherei mit einem guten und tragfähigen Angebot in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnerinnen beziehungsweise Kooperationspartnern und dem Förderverein zu erhalten und weiterhin einen attraktiven Arbeitsplatz mit sinnstiftenden Aufgaben bereitzustellen.“
Sinnstiftende Aufgaben – in ihrem Halbjahresbericht nennt die Stadtbücherei beispielsweise bisher 57 Führungen und Recherchetrainings für Schulklassen. Sie seien zusätzlich zu den regulären, wöchentlichen Besuchen von Kitas und Schulklassen erfolgt. „Neu waren Bücherei-Kennenlernvormittage mit sieben Tagesmüttern und ihren Schützlingen, aus denen ein festes Angebot entstehen soll“, geht aus dem Halbjahresbericht hervor.
Und ein Fun-Fact zum Schluss: Beliebteste Titel der Leserinnen und Leser waren „Das Flüstern der Marsch“ der Wedeler Autorin Katja Keweritsch sowie „Windstärke 17“ von Caroline Wahl und „Wir sehen uns wieder am Meer“ von Trude Teige.







