Rettet eine private Stiftung das Reepschlägerhaus?
Förderer stellen langfristiges Konzept für Erhalt des Kulturdenkmals vor
14. Mai 2026
Michael Rahn

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Claudia Klahn und Henning Perbandt-Weise stellten für den Förderkreis Reepschlägerhaus ein privat finanzierten Modell zum Erhalt des Kulturdenkmals im Bildungsausschuss vor. Foto: Rahn
In die Debatte um die Zukunft des Kulturdenkmals Reepschlägerhaus in Wedel ist ein ganz neuer Denkansatz eingebracht worden. Mit einer privaten Stiftung wollen Förderkreis und weitere Unterstützer eine nachhaltige und stabile Lösung schaffen. Damit wäre die hochverschuldete Stadt Wedel von einer Aufgabe entlastet, für die sie kein Geld mehr hat.
„Das Modell funktioniert nicht von allein. Es braucht Engagement, Verantwortung und klare Strukturen“, betonte Henning Perbandt. Der Wedeler Unternehmer hatte das Konzept federführend entwickelt. Gemeinsam mit Claudia Klahn, der Vorsitzenden des Förderkreises Reepschlägerhaus, stellte er das Modell im Bildungs- und Kulturausschuss der Stadt vor.
Drei Säulen: Stiftung, gemeinnnützige GmbH und Förderverein
„Wir übernehmen Verantwortung. Nicht nur ideell – sondern auch strukturell und wirtschaftlich“, versicherte der aktive Kulturförderer. Der Vorschlag sieht vor, das Kulturdenkmal auf drei Säulen aufzubauen: die Stiftung als Eigentümerin des Gebäudes, über die das Kapital aufgebracht wird für die auf 300.000 Euro geschätzten kurz- und mittelfristigen Instandhaltungs- und Reparaturkosten. Eine gemeinnützige GmbH, die den Betrieb Reepschlägerhaus führt und den geschätzt bis zu 20.000 Euro jährlichen Aufwand erwirtschaftet. Und der Förderkreis, der den „kulturellen Inhalt bespielt“.
Das Konzept mit der dreigeteilten Struktur in Stiftung, gGmbH und Förderverein sei wirtschaftlich und rechtlich geprüft worden. Die Stiftungsaufsicht des Ministeriums für Kommunales sei ebenfalls bereits eingebunden und bewerte das Konzept als „umsetzbar“. „Verantwortung geht – Kontrolle bleibt“, erläuterte Henning Perbandt.
Stiftung könnte innerhalb weniger Wochen „handlungsgfähig sein“
„Wollen wir den Weg gemeinsam weitergehen?“, fragte Perbandt die Mitglieder des von Christian Freitag von Dören (CDU) geführten Fachausschusses. Nach positiven Signalen einiger Ausschussmitglieder vereinbarten die Kommunalpolitiker, die Grundsatzfrage in den Fraktionen zu klären. Wenn sich am Ende auch eine Mehrheit dafür in der Ratsversammlung findet, könnte alles ganz schnell gehen.

Aus der kulturellen Szene Wedels nicht wegzudenken: das Reepschlägerhaus. Der Förderverein veranstaltet im historischen Gebäude Konzerte, Lesungen und Ausstellungen. Vielleicht bald unter dem Dach einer Stiftung? Foto: Dieter Napiwotzki
„Die Stiftung kann innerhalb von vier bis sechs Wochen handlungsfähig sein“, versprach Initiator Henning Perbandt. Ob das auch für die Verwaltung gilt? Wie schnell sich die politischen Gremien wieder mit dem Thema beschäftigen können, wollte Verena Heyer (Grüne) wissen. Die Fraktionen von Grünen, SPD, FDP und Wählergemeinschaft WSI hatten die aktuelle Sitzung unter anderem wegen der drängenden Fragen zur Zukunft des Reepschlägerhauses erst durchgesetzt.
Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto (CDU) wollte sich dazu nichts Verbindliches entlocken lassen. Die Verwaltung werde das Konzept prüfen und mit dem Akteuren sprechen. Diese Gespräche hatten sich die Förderer des Reepschlägerhauses früher gewünscht. Stattdessen hatte die Verwaltung überraschend für die Betroffenen den Vorschlag veröffentlicht, die Verwaltung der Musikschule im Reepschlägerhaus unterzubringen. Das brachte der Verwaltung bereits im Bauausschuss heftige Kritik ein. Nun soll wieder mit- und nicht übereinander gesprochen werden.







