Ole West und seine „Zeitinseln“
Neues Buch des Wedeler Malers mit Matthias Borodowy
3. Oktober 2026
Jörg Frenzel

© Copyright Jörg FrenzelKto: 520284, Spaka Wedel, BLZ: 22151730
Legt ein neues Buch zum Träumen, zum Besinnen, zum Nachdenken vor: der Wedeler Maler Ole West.
Nun wird der Kerl auf seine alten Tage auch noch melancholisch! Der Wedeler Maler Ole West ist bisher eigentlich nicht so sehr durch Moll-Töne auffällig geworden. Wer ihn kennt – oder zu kennen glaubt – weiß, dass „der mit den Leuchttürmen“ eher den Schalk im Nacken hat, gern auch mal ein bisschen herumblödelt und einer ist, der den Bademantel-Komiker „Dittsche“ unvergleichlich gut präsentiert. Doch in Ole Wests wirklich wahrem Leben gibt es auch eine andere Seite. Gemeinsam mit dem Autor Matthias Borodowy zeigt er sie im Buch „Zeitinseln – Bilder und Gedanken über die Zeit“.

„Zeitinseln“ – über gute Buchhandlungen führt der Weg zu ihnen.
„Je älter man wird, desto mehr Welt liegt hinter uns“, schreibt Matthias Borodowy in seiner Einleitung. Und die Eindrücke und Bilder aus dieser „mehr Welt“ hat Ole West einmal mehr in wunderschöne Bilder gegossen. Sie alle vereint ein Hauch des Moments, der sich nahezu unendlich ausdehnen kann: ein Frachter in einer Nebelbank, ein voller Mond über einer weiten Landschaft mit Windmühlen, eine Vogelfeder an einem gewittrigen Himmel über Strand oder Watt bei Windstille.
Dazu passend haben die beiden Männeer Gedanken und Gedichte bekannter und unbekannter Autoren gestellt. Goethe, Seneca, Hoffmansthal und auch Ole West werden im Buch mit ihren Ansichten und Einsichten zur Zeit präsentiert. Und da entblättert sich, dass der wohl bekannteste Wedeler Künstler der Gegenwart nicht allein jener Juxer ist, den man auf der Batavia meist scherzend mit seinem Freundeskreis trifft. Sondern dass zu diesem Künstler auch eine tiefe Ernsthaftigkeit gehört, und die – ja tatsächlich – auch Melancholie verströmt.
„Die Zeit, die ist einfach da
sie folgt ihrem Lauf
und mal hier und mal da
sollte man sie genießen
und einfach stillhalten.
Sie tut es dann auch.“
Zum Genießen und Stillhalten ist „Zeitinseln“ da hervorragend geeignet – gerade jetzt, wo es immer früher dunkel wird. Sinnvoll ist es dabei, dieses Buch nicht auf einen Schlag zu konsumieren. Man darf sich gern Zeit lassen, Texte und Bilder auf sich wirken zu lassen – und über beides in Ruhe nachzusinnen.







