Meisterliche Musik meisterlich gespielt
Bläser-Ensemble des Haydn-Orchesters Hamburg zu Gast in der Immanuelkirche
19. Juni 2026
Ulrich Bohling

Bläserensemble Haydn Orchester HH Bohling)
Die Ensemblemitglieder des Haydn-Orchesters konnten zu Recht zufrieden mit ihrer Leistung sein. Fotos: Bohling
Erhaben, bewegend und unvergesslich. Wer den Film „Amadeus“ in Erinnerung hat, wird sich an das Adagio aus Mozarts „Gran Partita“-Serenade erinnern. Nun fand diese wunderschöne Kammermusik ihren Weg auch nach Wedel. Aufgeführt wurde sie vom Bläserensemble des Haydn-Orchesters Hamburg, eines der führenden nicht-beruflichen Orchester Norddeutschlands.

Pastorin Susanne Huchzermeier-Bock begrüßte die Gäste des besonderen Konzertes in der Immanuelkirche am Roland.
Dirigent des frühabendlichen Konzertes war der künstlerische Leiter des Haydn-Orchesters Rida Murtada, ein Kenner sowohl alter als auch zeitgenössischer klassischer Musik. Das 13-köpfige Ensemble bestand aus zwei Klarinettistinnen, zwei Oboen-Spielern, zwei Bassetthornbläsern, zwei Fagottisten und einer Kontrafagottistin sowie vier Hornbläsern.
Ein Genuss für Ohren, Herz und Seele
Initiiert war der Auftritt in der Immanuelkirche am Roland von Dirk J. Harten. Der Anwalt ist ein großer Unterstützer der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und leitet unter anderem das Haydn Brass Quintett, das in der Vorweihnachtszeit und zu Christvespern in der Kirche musiziert. Er ist selbst Mitglied des Hamburger Haydn-Orchesters und hatte im Vorfeld die entsprechenden „Fäden gezogen“, wie Pastorin Susanne Huchzermeier-Bock in ihrer Begrüßungsrede betonte.

Foto: Jens Buhr
Und die Musik? Ein Genuss für Ohren, Herz und Seele. Mit sicherer Hand und ausholenden Gesten führte Murdata die einzelnen Spieler, die mit ihren Tönen und Harmonien von der ersten Sekunde an überzeugten und zusammen bis zum furiosen Schluss wie ein einziger Klangkörper virtuos aufzutreten vermochten.
Ausdrucksstark, elegant, klangreich und verspielt

Foto: Jens Buhr
Zählt Mozarts Gran Partita Serenade zu den grandiosesten Arbeiten dieses großen Meisters seiner Zeit, spielten die Instrumentalisten sein aus sieben Sätzen bestehendes Werk auf meisterliche Art und Weise. Besonders der dritte Satz, das Adagio, aber auch die Romanze im fünften und das Finale im siebten Satz waren an unglaublicher Ausdruckskraft, fließender Eleganz und klangreicher Verspieltheit nicht zu übertreffen.
Das Publikum lauschte konzentriert und aufnahmefreudig der erlesenen Klangfülle. Begeisterter Applaus war verdienter Lohn nach dem Verstummen des letzten Tons. „Herrlich“, „großartig“ und „bezaubernd“ kommentierten die Besucher nach dem Konzert, für das sie keinen Eintritt zahlen mussten. Dennoch gaben die Zuhörer bereitwillig und gern nach der Musik ihre Spenden in die Kollekte. Die Einnahmen sollen zu gleichen Teilen auf die Kirchengemeinde und den Verein des Haydn-Orchesters aufgeteilt werden.







