Kulturnacht – Wedel Marketing zieht „durchweg positives Fazit“
...doch da oder dort hakte es doch ein bisschen.
4. Juni 2026
Jörg Frenzel

Fisauli Fresch Kulturnacht 2026 Bühne
Mittendrin statt nur dabei: Bürgermeisterin Julia Fisauli (von rechts) und Stadtpräsident Julian Fresch performten mit Tanz-Kids auf der Hauptbühne. Foto: GMAmbH
Viel Licht, aber auch ein bisschen Schatten bei der neunten Wedeler Kulturnacht. Zuerst das Licht. „Die Kulturnacht hat in diesem Jahr unsere Erwartungen in vielen Bereichen sogar übertroffen“, so Claudia Reinhard, stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins Wedel Marketing. Die ersten Rückmeldungen der beteiligten Kulturanbieter seien durchweg positiv ausgefallen. Begriffe wie ‚grandios‘, ‚mehr Besucher als erwartet‘ oder ‚ordentlich etwas los gewesen‘ seien dabei mehrfach gefallen.
- Schlauer werden im Möller Technicon.
- Hardrock-Zeitreise vor der Villa.
Rund 1.500 Eintrittskarten wurden verkauft – eine leicht steigende Tendenz gegenüber den Vorjahren. Die Zahlen sprechen für den Erfolg. Bei zehn Euro pro Karte kommen somit etwa 15.000 Euro zusammen. Und nun etwas Schatten: Eine Summe „im niedrigen vierstelligen Bereich“ musste davon gleich wieder für Sicherheitsmaßnahmen wie Personal und angemietete AVIS-Lkw als Sperrfahrzeuge ausgegeben werden. Sie konnten somit nicht den teilnehmenden Kulturorten zugutekommen oder in das Programm im öffentlichen Raum mit Live-Musik und Walking Acts fließen.
- Fete im Freihof! „Heet & Smith“ begeisterten mit Tanz-Hits.
- Katrin Würtemberger bat zum Blitz-Shooting ins Studio.
Zusammen mit Kosten für Bühne und Technik verbleibt nach Angaben von Claudia Reinhard „nach aktuellem Stand eine Differenz im höheren vierstelligen Bereich“. Ihr Appell: „Die beteiligten Veranstalter und Kulturanbieter würden sich daher freuen, wenn künftig noch mehr Besucherinnen und Besucher die Kulturnacht durch den freiwilligen Kauf einer Eintrittskarte unterstützen.“ Künstlerinnen und Künstler sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen natürlich weiterhin ohne schlechtes Gewissen das Spektakel gratis genießen.

Auf den einen kommt’s auch nicht mehr an: Freundliche Stauwärter lassen an der Schulauer Straße einen Abbieger vom Parkplatz vor.
Claudia Reinhard weiter: „Das Sperrkonzept hat sich bewährt. Die Sperrung im Bereich rund um den Roland war insbesondere deshalb sinnvoll, weil sich im betroffenen Bereich mehrere Veranstaltungsorte befanden, darunter das Stadtmuseum, die Immanuelkirche sowie ein kurzfristig hinzugekommener Künstlerstandort in der Küsterstraße.“ Die einen sagen so – die anderen sagen so. Und zu den anderen dürften wohl auch die Autofahrerinnen und Autofahrer gehört haben, die von der Ampel am Roland aus über eine erkleckliche Zeitspanne hinweg bis zur Feuerwehr im Stau standen, weil der Verkehr am Roland nur nach links abfließen konnte und das ziemlich zäh, weil die Holmer Straße derzeit wegen einer Baustelle gesperrt ist.
Polizisten müssen aussteigen, um Barrikaden zu beseitigen
Und auch jene Polizisten, die gegen 18 Uhr mit Blaulicht von Holm aus anrauschten und in die Pinneberger Straße wollten, wirkten nicht allzu erfreut darüber, dass der Beamte vom Beifahrersitz erst einmal aussteigen musste, um Barrikaden zu beseitigen, bevor die Notfall-Fahrt fortgesetzt werden konnte. Eine Sperrung, obwohl direkt am Roland auf dem Marktplatz gar keine Events stattfanden, bei denen sich Gäste verweilend amüsieren konnten.
- Folkmusik vor Pippis Villa Kunterbunt – nur eine der Attraktionen auf der Batavia.
- Kein Turnfest, sondern Lockerung vorm Gesang – ein Chor in der Alten Apotheke.
Aber Besserung ist angekündigt. Bereits während der Veranstaltung diskutierten die Verantwortlichen bei Wedel Marketing über erste Ideen für die Weiterentwicklung der Kulturnacht. So solle geprüft werden, den Bereich rund um den Roland künftig wieder stärker zu nutzen. Das war jahrelang der Fall, als dort noch die Hauptbühne stand. „Gemeinsam mit dem Gastronomen von Pane Vino habe ich besprochen, bei der nächsten Kulturnacht erneut Teile des Marktplatzes am Roland mit einzubeziehen. Damit können wir das Veranstaltungsgebiet sinnvoll erweitern und die Kulturmeile noch stärker beleben“, erklärt Claudia Reinhard.
„Überall wurde flaniert und Kultur genossen“
Insgesamt ziehe sie ein „rundum positives Fazit“. „Man hat gemerkt, dass die Menschen den Abend genossen haben. Überall wurde flaniert, verweilt, miteinander gesprochen und Kultur erlebt. Die gesperrte Straße hat den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit gegeben, ganz entspannt zwischen den Veranstaltungsorten zu wechseln. Auch neue Elemente im Veranstaltungskonzept wurden von den Gästen gut angenommen. Erstmals beteiligte Kunsthandwerkerstände stießen auf großes Interesse und sollen künftig weiterhin berücksichtigt werden“, so der Verein.

Sanft und romantisch – klassische Musik im Garten des Reepschlägerhauses.
Claudia Reinhard: „Die Kulturnacht hat eindrucksvoll gezeigt, wieviel kulturelle Vielfalt, Kreativität und Engagement in unserer Stadt steckt. Die große Besucherzahl, die positiven Rückmeldungen und die Begeisterung aller Beteiligten machen schon jetzt Vorfreude auf die nächste Kulturnacht in zwei Jahren.“













