Ernsten Klassikern unernst begegnet
Musikimprovisator Felix Reuter unterhält Publikum der Wedeler Musiktage aufs Feinste
30. September 2026
Ulrich Bohling

Unterhielt sein Publikum am Steinway mit Witz und Humor_Felix Reuter .(1)
Unterhielt sein Publikum am Steinway-Flügel mit Witz und feinem Humor: Felix Reuter. Foto: Bohling
Das hat allen Spaß gemacht: Einen Künstler der ganz besonderen Art präsentierten die Wedeler Musiktage auf ihrer Zielgeraden. Felix Reuter, Pianist, Komponist und Improvisator aus Weimar, sorgte mit seinem Auftritt für ein spezielles Highlight. Besonders Liebhaber der Klaviermusik kamen auf ihre Kosten. Mit Tempo, Verve und Spontanität schaffte er es, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.
Unterhaltsam, mit Witz und Freude am Klavierspiel nahm Reuter das Publikum mit zu Begegnungen mit den großen Meistern der klassischen Kompositionen. So zeigte er neue und unbekannte Seiten an ihnen und deckte „heimliche“ Verbindungen auf. Durch seine exzellente Spieltechnik wird bei ihm aus Bach Jazz, aus Beethoven Rachmaninow und aus „Für Elise“ ein Ragtime.
Ihm gehe es darum, klassische Musik verständlich zu machen und aufzuzeigen, wie manche Stile und Epochen miteinander verbunden sind, so Reuter. Dabei nimmt er die Klassiker durchaus ernst, geht aber unernst mit ihnen um. Beispiel Mozart: „Wenn sie mit der linken Hand die Tonfolge G-H-D spielen, können sie mit der rechten Hand spielen, was sie wollen – es hört sich immer wie Mozart an.“
Immer wieder Applaus
Bei den Zuhörern kam das vortrefflich an. Immer wieder Applaus, Lacher und wohlwollende Zustimmung für sein brillantes Spiel am Steinway-Flügel und seine umwerfende Improvisationskunst. Sein Zuruf nach Wunschstücken vor der Pause erntete mehr als große Resonanz.
Ob Beethoven oder Bach, ob Rachmaninow oder Ravel, ob Händel oder Haydn, ob Mozart oder Mendelssohn, ob Frank Sinatra oder Franz Liszt, er beherrschte sie alle. Reuter ließ sie zusammen mit kleinen Anekdoten und Aperçus zwischendurch nicht müde werdend auf dem Flügel erklingen.
Das Publikum war begeistert und mit seinem Applaus am Ende nicht geizig. Als Belohnung gab‘s als Zugabe Reuters eigene Komposition namens „Hoffnung“, mit der er seine Zuhörer in den Abend entließ.







